A Thousand Stars

Making fantasy a reality

In unserem Bunde gab es noch eine Dritte…

Ich habe neben Genaim noch eine weitere Übereinkunft mit einem Mitglied des Netzwerks getroffen, wobei es in ihrem Falle eher ein Pakt mit dem Teufel ist. Es handelt sich dabei um Raburi, die Vorsitzende des Interventionsausschusses, die für die Beeinflussung der Welt zuständig ist. Und der Kern dieser Übereinkunft ist, dass wir quasi nie einer Meinung sein können. Aber fangen wir doch beim Anfang an, bei mir. Bei mir und dem, was uns zusammenbrachte: Meinem schriftstellerischen Arbeiten.

Als Schriftstellerin liegt es mir natürlich am Herzen, Geschichten zu schreiben, die auch wirklich gut sind, die etwas Besonderes sind. Aber wann ist ein Buch denn wirklich gut? Diese Frage ist da unausweichlich. Im Grunde scheint dazu jeder eine andere Meinung zu haben, auch ich. Aber was tue ich, wenn ich mit meiner Definition von „gut“ alleine dastehe und meine Bücher letztendlich niemand lesen will? Ich glaube, diese Frage beschäftigt nicht nur Schriftsteller, vielleicht nicht in dieser Art.

Man könnte es in dieser Situation so machen, dass man einfach das macht, was man selber gut findet und dabei hofft, dass man mit den anderen, den Lesern, doch irgendwann auf einen Nenner kommt – oder besser noch, sie eines Besseren belehren kann. Und dann rennt man sein ganzes Leben dagegen an und bringt es doch zu nichts. Oder man verrät seine eigenen Ideale, ordnet sich vollkommen den Wünschen der anderen unter und wird damit zwar erfolgreich, aber nie wirklich zufrieden. Oder man geht den dritten, schwereren Weg, indem man sein Leben lang nach dem Weg sucht, beide Parteien glücklich zu machen.

Ich will am Ende meiner Karriere denken können, dass ich etwas geleistet habe und will vor allem auch zufrieden mit meiner Leistung sein. Das kann ich nicht, wenn ich den ersten oder den zweiten Weg nehme. Ich habe mich also für den Dritten entschieden. Zu diesem Zweck ist es ganz hilfreich, überhaupt zu wissen, wo die Wünsche der anderen liegen – Genaims Inquisitionsausschuss ist mir da dienlich. Und wenn man die Welt versteht, unsere Welt versteht, sind das nicht die besten Voraussetzungen, um selbst eine Welt zu erschaffen?

RUNTER VON DEN SCHIENEN

Raburi ist da anderer Meinung. Raburi liebt Geschichten über alles. Sie meint, Geschichten sollten frei und unabhängig von jedwedem Einfluss sein, für sie gibt es nichts schlimmeres, als eine Geschichte zu verstümmeln, aus welchem Grund auch immer. Für sie wäre daher auch der erste Weg der einzig Richtige und meine Verbindung zu Genaim ist ihr ein Dorn im Auge. Nicht selten stellt sie sich ihm in den Weg, und dass sie das Vetorecht über seinen Ausschuss verfügt, macht die Sache nicht besser.

Es ist schon fast ironisch, dass sie ausgerechnet die Stelle der Vorsitzenden des Interventionsausschusses innehat. Wenn es nach ihr ginge, würde sie tagein, tagaus nichts als Geschichten lesen. Mit der Welt will sie eigentlich überhaupt nichts zu tun haben, unsere Welt ist für sie falsch und verdorben. Jedoch zwingt sie ihre Position, sich mit ihr zu beschäftigen. Diesbezüglich sollte ich vielleicht noch etwas klar stellen: Das Netzwerk erzwingt keine Veränderungen gegen den Willen der Welt, das Netzwerk nimmt den Willen der Welt so, wie er ist, und findet Lösungen, den des Netzwerks damit zu vereinbaren. Das Netzwerk spielt also nach den existierenden Regeln und ist somit eingeschränkt, und das gefällt Raburi überhaupt nicht.

Die Säule dieser Welt ist vielleicht unzerstörbar, aber keineswegs unumgänglich.

Aber kehren wir doch einmal zu den Büchern zurück und zu dem, was ich für eine „gute“ Geschichte halte. Ich finde es ehrlich gesagt schwer, in konkrete Worte zu fassen, was genau eine Geschichte denn gut macht. Man kann nicht einfach sagen: „Das muss eine gute Geschichte auf jeden Fall haben“, es gibt keine wirklich konkreten Kriterien. Und doch habe ich irgendwie eine vage Vorstellung von „gut“. Ich habe einfach irgendwann Ideen und denke dann: „Das ist gut, das muss ich aufschreiben“, meistens ohne so recht zu wissen, was genau an der Idee denn gerade gut sein soll.

Einem bin ich mir jedoch sicher: Es geht nicht einfach nur um gute Ideen, diese Ideen müssen auch gut umgesetzt sein. Nun stehe ich noch am Anfang meiner Karriere und der Verstand sagt mir, dass Erfahrung den wahren Meister ausmacht, und das stellt mich vor einem Problem. Unter meinen Ideen gibt es solche, die ich als besondere Schätze erachte, doch will ich auch, dass meine Umsetzung ihnen gerecht werden kann. Auf der anderen Seite will ich aber auch nicht mit einer Geschichte debütieren, die nicht zeigt, wozu ich wirklich fähig bin. Welches Wohl sollte für mich im Vordergrund stehen – das meiner Geschichten oder das Meine?

Ich weiß es sieht aus, als habe ich es gerade mit Zügen, aber ich habe eigentlich nach Sternen gesucht.

Alle meine Geschichten folgen einem zentralen Leitbild, weshalb sie auch alle in demselben Universum spielen – und das, obwohl man es ihnen einzeln gar nicht ansieht. Der Schwerpunkt meiner Geschichten liegt bei Fantasy, aber es gibt auch solche in realistischem Setting. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen und scheinen vielleicht auf dem Blick keinerlei Zusammenhänge zueinander aufzuweisen, aber zusammen ergeben sie eine zentrale Timeline, die eine ganz andere Geschichte erzählt. Wenn ich dieses zentrale Leitbild auf den Punkt bringen müsste, würde ich sagen:

Making fiction a reality. 

Fiktion Realität werden lassen. Genaims wissenschaftliche Antwort auf diese Frage wäre es sicher, die Regeln dieser Realität ausfindig zu machen und damit dann – ganz im Sinne des Netzwerks – Fantasy wissenschaftlich Wirklichkeit werden zu lassen. Aber das ist dann keine Fantasy mehr, das ist dann nicht einmal mehr Science Fiction, sondern einfach nur noch science. Die Fiktion soll nicht wirklich Realität werden, sie soll nur so real scheinen, dass man meint, sie wäre es wirklich. Literatur ist nur dann wirklich Literatur, wenn nicht alles in Stein gemeißelt ist. Für Raburi gäbe es natürlich nichts schöneres, würde Fiktion tatsächlich real werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich einige Projekte entwickelt – aber das würde jetzt zu weit führen, und einige davon will ich jetzt auch noch gar nicht preisgeben. Aber wenn ich etwas preisgebe, dann sicherlich hier, das ist schließlich meine Aufgabe, als Vorsitzende des Öffentlichkeitsausschusses im Netzwerk.

An untimely world...

Auf Mondsternlein erschienene Projekte:

Project: Mindbuilder (in progress)

Whispering Scissors (complete)

Ein Kommentar zu “A Thousand Stars

  1. […] wollte. Sie ist nämlich Voraussetzung für einige kommende Achievements. Die Rede ist von der neuen Seite, die einen Überblick über alle bisher von mir ersonnen Geschichten gibt. Ich glaube das schon mal […]

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