Romance done right?

Vor einer Weile hatte ich mich mit dem Horror-Genre in Videospielen beschäftigt, ein Genre, das ziemlich schwer richtig umzusetzen ist, weil es keine klaren Vorgaben gibt, was Horror wirklich „gut“ macht. Passend zur aktuellen Situation, da es momentan erstaunlich viele Serien aus dem Genre gibt, befasse ich mich heute mit einem ähnlich schwierigen Thema: Dem Romance-Genre in Anime. Ein Genre, das ich eigentlich sehr gerne sehe, das allerdings nur sehr selten richtig gut gemacht ist. Was machen die meisten Romance-Serien also falsch, wie müsste es richtig aussehen und welche Serien betrachte ich als die Top-Vertreter in diesem Genre?

Fangen wir mal damit an, was Romance überhaupt ist, denn das ist wirklich gar nicht so schwer zu definieren. Romance haben wir in einer Serie dann vorliegen, wenn es um (mindestens) zwei Charaktere geht, die Gefühle für einander empfinden. Wenn diese Gefühle eine ausreichende Relevanz in der Geschichte haben, kann man sagen, dass die Geschichte dem Genre „Romance“ angehört.

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, weiß sicher schon, wie meine Auffassung von Genres aussieht. Ich sehe Genres nicht als eine Kategorie, in die man Serien stecken kann oder sollte, sondern als ein Vorhandensein von Elementen, die im Zuschauer bestimmte Gefühle auslösen sollen. Diese Gefühle sind zum Teil etwas schwierig in Worte zu fassen, aber ihr solltet ja wissen, was ich meine, wenn ihr euch erinnert, wie ihr euch selbst fühlt, wenn ihr eure Lieblingsserien schaut. Comedy is something that makes me laugh, Drama is something that makes me cry, and Action is something that excites me – etc. 

Für Romance heißt das ganz einfach: Shipping! Romance ist etwas, das dieses Awww-Gefühl in mir auslöst. Nun ist es nicht so einfach, jetzt wiederum zu sagen, was Shipping ist, denn davon gibt es so viele verschiedene Arten, wie es Möglichkeiten gibt, Liebe auszudrücken. Man kann dies jedoch ziemlich leicht im Einzelfall an einer Serie feststellen, da man nur überprüfen muss, ob man dieses Awww-Gefühl empfindet und wie stark dieses ausgeprägt ist. Ich denke aber, dafür existieren keine festen Kriterien und dieses Empfinden unterscheidet sich sicher auch von Mensch zu Mensch, je nachdem, was man halt für Auffassung darüber hat, was Liebe ist bzw. wie sie sein sollte.

Allerdings glaube ich, zwei Dinge sind in jedem Falle von Bedeutung. Einerseits sind das gute Charaktere. Bei Shipping geht es um die Emotionslage der Charaktere und wie sie diese äußern, und wenn das nicht glaubhaft rübergebracht wird, kann es auch noch so viel Shipping geben, es berührt einen dann einfach nicht. Es geht aber auch darum, eine Bindung mit den Charakteren einzugehen, und das im besten Falle mit beiden. Nur wenn man die Charaktere mag, fiebert man auch mit ihnen mit und wünscht sich, dass sie zusammenkommen. Mitgefühl spielt eine große Rolle. Im Idealfall empfindet der Zuschauer die Gefühle des Charakters, als wären es seine eigenen.

Die zweite Sache ist eine gute Inszenierung. Wie gesagt geht es darum, wie Charaktere ihre Gefühle äußern und das erfordert eine lebhafte Mimik und Gestik. Damit ich dieses Awww-Gefühl bekomme, muss die Szene auch gut aussehen, mit Talking Heads ist es da einfach nicht getan. Und damit haben wir schon zwei Gründe, warum gute Romance-Serien so rar sind, denn das sind zwei Aspekte, in denen Anime sehr häufig Defizite aufweisen. Dadurch haben wir aber noch nicht viel geschafft, denn alles, was wir bisher gesagt haben, ist quasi: „Eine Romance-Serie ist dann schlecht, wenn die Serie schlecht ist.“

Kommen wir deshalb zu den eigentlichen Problemen, die viele Romance-Serien haben. Die erste davon ist ziemlich straightforward, nämlich schlichtweg „not enough Awww“. Das ist es zum Beispiel, was mich an den aktuell laufenden Romance-Serien stört, denn nur weil eine Serie von Liebe handelt, muss das nicht heißen, dass es auch Shipping oder Awww-Momente gibt. Bei Wotakoi liegt es daran, dass die Serie in erster Linie Comedy sein will und es Romance praktisch nur nebenbei gibt, bei Tada-kun frage ich mich jedoch öfters, was mir die Serie überhaupt liefern will. Ich denke, Tada-kun will primär eine Romance-Serie sein, schafft es allerdings nicht so richtig, das umzusetzen.

Eine Serie, die dieses Problem definitiv nicht hat, ist Tsurezure Children, denn diese Serie besteht quasi aus nichts anderem. In Tsurezure Children gibt es nonstop nur Shipping-Momente und das gibt der Serie einen sehr großen Aww-Faktor und macht sie ziemlich unterhaltsam. Allerdings hat die Serie dann wiederum ein anderes Problem, nämlich… zu viel Shipping quasi. Besser gesagt aber, zu wenig von allem anderen. Nachdem man die Serie beendet hat, lässt die Serie einen mit einem Gefühl der Unzufriedenheit zurück und man fragt sich irgendwie, was sollte das Ganze überhaupt? Einfach nur Shipping-Momente aneinanderzureihen, ist eben noch keine Handlung.

Und das bringt Romance-Serien in eine vertrackte Lage, denn wie macht man Romance mit Handlung? Serien, die ich kenne, haben dafür zwei verschiedene Antworten gefunden. Ist die Romance selbst die Handlung, geht es in der Serie darum, wie sich die Beziehung der Charaktere langsam vertieft und ob sie am Ende zusammenkommen. Und naja, damit das als Handlung auch interessant ist, muss die Charaktere ja irgendetwas daran hindern. Und genau das sorgt für zahlreiche andere Probleme.

Was außerdem in keiner Romance-Serie fehlen darf, sind fabulöse Hintergründe. Ernsthaft. Wenn es keine fabulösen Hintergründe gibt, dann schaut ihr keine Romance-Serie.

Interessant finde ich dabei, dass sich dafür in Japan ganz andere Lösungsansätze herausgebildet haben als hierzulande. Für uns im von Shakespeare gepeinigten Westen heißt das für gewöhnlich die Romeo-und-Julia-Taktik: Die Liebenden stammen aus verschiedenen Welten und die Familie oder weltlichen Lebensumstände trennen sie voneinander. Auch interessant ist, dass die westlichen Lovestories, die ich kenne, meistens eher von erwachsenen Charakteren handeln und ich bin lustigerweise von denen auch eher eine tsunderemäßige Hassliebe gewohnt als in Serien aus dem Land der aufgehenden Tsundere.

Für die Japaner ist Romeo & Julia natürlich auch ein Begriff, aber für die war das Stück einfach nicht so prägend wie bei uns. Stattdessen scheint ein anderes Werk als quasi die Liebesgeschichte schlechthin dazustehen, nämlich die Mondprinzessin Kaguya. Mir ist nämlich aufgefallen, wie häufig Romance-Anime auf dieselbe Weise enden, nämlich damit, dass die Liebenden getrennt werden und sich Jahre später wiedertreffen, und ich denke, dass dies ein Vermächtnis der Mondprinzessin Kaguya ist, welche am Ende der Geschichte auch zum Mond zurückgekehrt ist.

Romance-Anime spielen außerdem typischerweise an der Schule, wo die Charaktere eigentlich gar keine großen Probleme haben außer ihre eigene Dummheit, weshalb der Romance-Plot vieler Anime auch einfach daraus besteht, ob die Charaktere jemals ihre eigene Dummheit überwinden können. Ihr wisst schon, Schüchternheit, Selbstzweifel und Missverständnisse. Sowas muss nicht mal zwingend ein einziges Cringe-fest sein, ist es aber meistens, weil es einfach schlecht umgesetzt wird und das hat auch einen Grund: Denn für den Zuschauer müssen die Gefühle der Charaktere ja offengelegt werden, schließlich will der ja seine Awww-Momente haben und deshalb weiß man als Zuschauer in der Regel ganz genau, wer wen liebt und zusammenkommen soll, und deshalb möchte man am liebsten den Bildschirm anschreien, wenn sich die Charaktere dabei dumm anstellen.

Ebenfalls sehr beliebtes Hindernis in beiden Regionen ist die berüchtigte Love Triangle, die eigentlich jeder hasst, aber es gibt sie trotzdem immer wieder. Auch die kann man eigentlich nur falsch machen, denn es ist nunmal so, dass die Serie zeigen muss, welche zwei Charaktere füreinander bestimmt sind und dadurch wird der Rival in Love einfach nur als ein Ärgernis empfunden. Selbst wenn man dem Rivalen seinen eigenen Hintergrund und Berechtigung gibt, relativiert das wieder nur die Szenen des Main Ships, weil man dann auch mit dem Rivalen mitfühlt.

Das größte Problem ist nämlich, egal was man sich für Hindernis ausdenkt, um es den Liebenden zu erschweren, jede Art von Problem hat denselben Effekt: Nämlich, dass es weniger von dem gibt, was man sehen will, nämlich Shipping! Zu sehen, wie eine Confession schiefläuft, ist überhaupt nicht toll, es ist einfach frustrierend! Es ist, als wären Romance-Serien einfach verflucht, schlecht zu sein. Aber auch dafür haben manche Serien schon eine Lösung gefunden. Was manche Serien zum Beispiel tun, ist neben dem Haupt-Pairing einfach noch weitere Ships einzubauen. Das senkt zum einen den Anteil an Problemen, den die Serie insgesamt bieten muss, denn glaubt mir, niemand will zwölf Folgen voller Missverständnisdrama sehen. Und zum anderen kann man mit denen die Momente ein wenig auf-fluffen, bei denen es im Main Ship gerade nicht so rund läuft, denn da die nicht Teil der Haupthandlung sind, muss es bei denen auch nicht so viele Probleme geben.

Die andere Möglichkeit, die einige Serien erfolgreich anwenden, ist die Romance einfach nicht zur Haupthandlung zu machen. Stattdessen geht es in der Handlung der Serie um etwas ganz anderes, einen Krieg zum Beispiel, und die Romance existiert sozusagen einfach nebenbei. Dadurch kann man problemlos hier und da ein paar Shipping-Momente einstreuen und die Beziehung stagniert dann einfach für eine Weile, während die Haupthandlung im Gange ist, ohne dass es wirklich „Probleme“ in der Beziehung gibt. Unnötig zu erwähnen, dass dies dann wieder zu dem Problem vom Anfang führen kann, denn die Romance gerät dadurch schnell in den Hintergrund und führt oftmals nirgendwohin.

Ihr seht also, Romance ist ein einziges Minenfeld an möglichen Problemen. Und deswegen sind gute Romance-Serien auch so verdammt selten. Ich würde wirklich sehr gerne öfters Romance-Serien schauen, aber entweder bieten sie meistens zu wenig oder sind gleich regelrecht unangenehm zu schauen. Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, hatte ich Inu x Boku SS als eine der besten Romance-Serien gehyped, die ich kannte, obwohl die Serie auch einige bedeutende Schwächen aufwies und rückblickend vielleicht doch nicht viel besser als Durchschnitt war.

Und wisst ihr was? Ich hatte damit nicht mal unbedingt Unrecht. Ich habe vor einiger Zeit mal nach Romance-Serien recherchiert, mir dafür über 50 Seiten an mit Romance getagten MAL-Einträgen angesehen, bis schon nur noch Serien mit Titeln wie „Futa Boy“ kamen und habe mir alles notiert, was mir auch nur annähernd sehenswert erschien, und es war leider nicht sonderlich ergiebig. Was schonmal damit anfängt, dass ein Großteil dieser Serien den Romance-Tag gar nicht verdient. Wenn ihr also eine Romance-Serie kennen solltet, die ihr gut findet und die ich nicht auf dem Radar habe, dann nur her damit! (Und nein, Bapho, Love Hina ist keine gute Serie.)

Die Sache ist nämlich, die Serien, welche ich als die Crème de la Crème des Romance-Genres betrachte, was also Serien sind, die es durch das Minenfeld geschafft haben, ohne hochzugehen, liefen tatsächlich alle in der jüngsten Zeit und also nach Inu x Boku SS. Natürlich kann auch meiner Recherche was entgangen sein, aber von meinem Standpunkt aus scheint es wirklich so, als habe sich das Romance-Genre mit der Zeit weiterentwickelt, sodass die Fehler der Vergangenheit heute viel seltener begangen werden. Was sind also meine Lieblings-Romance-Anime (+Movies), für die alle übrigens meine uneingeschränkte Empfehlung gilt und was macht sie in meinen Augen so gut?

Tsuki ga Kirei

Die absolute Spitze in Sachen Romance führt für mich Tsuki ga Kirei an, eine Serie, die im Frühling 2017 lief und die ich erstmal komplett ignoriert hatte, weil ich es halt auch einfach nicht gewohnt bin, dass eine Schulromanze auch mal gut sein kann. Nachgeholt habe ich die Serie dann vor kurzem, weil ich von dem Charakterdesign von loundraw in diesem Video fasziniert war und mich geärgert hatte, warum dürfen wir nicht mal eine Serie in dem Stil haben? Nur um dann herauszufinden, dass es bereits eine Serie in dem Stil gibt…

Umso überraschter war ich dann, als sich herausstellte, dass die Serie quasi alles ist, was ich mir an einem Romance-Anime wünsche. In der Serie gibt es zwar auch ein wenig Eifersuchtsdrama und Love Triangle-Ärgernis, allerdings verschwendet die Serie wirklich kaum Zeit damit und die restliche Zeit gibt es einfach so viele Awww-Momente wie in keinem anderen Anime. Sie stellen sich halt auch nicht wie die letzten Deppen an, was ganz besonders erstaunlich ist, da die Charaktere eigentlich sogar jünger sind, als es bei solchen Anime üblich ist. Was die Serie außerdem besonders macht, ist dass es nach dem Ending ähnlich wie in Tsurezure Children immer kurze Shipping-Skits mit den anderen Charakteren gibt, die immer fast noch besser als das Main Ship waren. Nur hat Tsuki ga Kirei eben auch eine richtige Handlung, die so gut umgesetzt wurde, wie in keinem anderen Romance-Anime. Das und das viel zu gute Shipping macht Tsuki ga Kirei für mich zu dem besten Romance-Anime, den ich kenne.

Kimi no na wa.

Ja, ihr habt es vielleicht erwartet, aber natürlich darf auch der weltweit anerkannt™ beste Movie überhaupt nicht fehlen. Ich denke mal, dass ich zu dem Film nicht sonderlich viel sagen muss, da ihn schon jeder und sein Hund geschaut hat, aber falls nicht: Schaut ihn! Das tolle an Kimi no na wa ist halt, dass es wirklich eine Achterbahnfahrt der Gefühle war und man den einen Moment noch freut, dass alles gut wird, im nächsten aber verzweifelt am Boden liegt. Also jedenfalls, wenn man den Film noch unvoreingenommen schauen kann, da ihn halt jeder als den weltweit anerkannt™ besten Movie überhaupt hyped. Aber ich konnte das, da ich ihn als eine der ersten geschaut habe…als es ihn nur in erbarmungswürdiger Qualität gab. Ich werde mir den Film auch kaufen und nochmal mit der Familie auf dem großen Fernseher ansehen, wenn er denn endlich mal bei uns erscheint.

Das Beste an Kimi no na wa war für mich aber eher die (Romance-)Handlung und ich erinnere mich an vergleichsweise weniger Shipping in dem Film, weswegen er hier bei mir auch nur auf Platz zwei landet. Außerdem war der Film halt auch einfach bombastisch inszeniert.

Shuumatsu nani shitemasu ka? Isogashii desu ka? Sukutte Moratte Ii desu ka?

Auf Platz 3 landet für mich das berüchtigte Schuhmatsch. Die Serie lief ebenfalls im Frühling 2017 und habe ich damals schon extrem gehyped, also solltet ihr eigentlich schon von dieser Serie wissen. Schuhmatsch ist eine dieser Serien, wo die Handlung eher um etwas anderes geht als Romance, nämlich um eine Art Krieg im Fantasy-Setting, allerdings nimmt die Romance hier einen so starken Anteil ein, dass sie die eigentliche Handlung sogar stark überwiegt. Als Ergebnis hat diese Serie einen der größten Awww-Faktor, den ich kenne und die Kriegs-Szenen machen es eigentlich nur besser für mich.

Außerdem sind die Charaktere in der Serie einfach verdammt liebenswert und verhalten sich halt nicht wie verklemmte Mittelschüler. Das macht diese Awww-Momente auch so extrem besonders und originell. Man gönnt ihnen ihre Liebe richtig und ist dann immer wegen des Kriegs besorgt, der sie auseinanderzureißen droht. Zementiert hat sich die Serie bei mir aber vor allem durch das unfassbar gute Ende, das für mich vielleicht sogar zu den besten Anime-Finale überhaupt zählt. Die Serie kann eben beides, Romance und Story. Auch wenn sie das Drama vielleicht manchmal überzieht, aber dann jedenfalls auf eine unterhaltsame Weise.

Koi wa ameagari no you ni

Also wer diese Serie jetzt zum ersten Mal sieht, der hat sicher noch nie meinen Blog besucht. Die Serie lief erst letzte Saison und ich habe praktisch jede Folge aufs Neue gehyped. Love After the Rain beeindruckte mich immer wieder mit seiner überragenden Inszenierung, vielleicht eine der besten, die Anime je gehabt haben, und besticht zudem mit ebenfalls sehr überzeugenden Charakteren, die man einfach mögen muss. Die Serie benutzt außerdem einen Altersunterschied als Hindernis zwischen den Charakteren und geht auch ziemlich gekonnt damit um.

Die Serie ist bei mir nur auf dem vierten Platz, weil die Romance in der zweiten Hälfte ein wenig in den Hintergrund gerät und es dann mehr um die individuellen Schicksale der Charaktere geht. Ich fand diese Folgen dann zwar nach wie vor richtig gut, weil die Charaktere einfach so viel hergaben, allerdings bedeutet das halt, dass es mit der Zeit weniger Shipping gab, weswegen es halt trotzdem eine erstklassige Serie blieb, als Romance-Serie aber dann halt den anderen Vertretern etwas nachsteht.

Zutto mae kara suki deshita

Kommen euch diese Charaktere vielleicht irgendwie bekannt vor? Ja, mir auch! Auf diesen Film bin ich gestoßen, als ich MAL nach Romance-Serien durchforstet habe. Im Herbst 2017 lief eine Serie namens Itsudatte Bokura no Koi wa 10cm datta, welche nur sechs Folgen umfasste, von denen die ersten beiden wirklich gut waren, doch dann hat die Serie es mit drei Folgen unterirdischem Drama ruiniert und nach der sechsten Folge beschwerte ich mich, dass die Handlung der Nebencharaktere viel interessanter erschienen und ich hätte lieber die Geschichte von dem Best Girl gesehen.

Und siehe da! In diesem Film von 2016 geht es genau darum! Deswegen habe ich mir den Film vor Kurzem angesehen und ich bekam auch genau das, was ich wollte. Zwar kommt auch dieser Film nicht ohne Highschool-Cringe aus, allerdings fand ich den überhaupt nicht störend und der Movie hat in Sachen Shipping wirklich geliefert. Ich glaube zwar, dass ich die Awww-Momente in der Serie am Ende noch mehr mochte, allerdings war die Handlung hier eben viel weniger urgh und der Film hat es gekonnt mit den Nebenships aufgelockert.

Es gibt übrigens noch einen zweiten Film, den ich auch noch geschaut habe und das Franchise beruht auf einer ganzen Reihe an HoneyWorks-Songs, von denen ich auch gar nicht mehr loskomme. Deswegen gibt es hier auch so viele Insert Songs. Ich fand den zweiten Film deutlich weniger unterhaltsam, er hat zwar einen interessanten Handlungsverlauf, allerdings gab es dort bei Weitem weniger Shipping und ich finde auch, der Film funktioniert nur so richtig, wenn er noch eine Fortsetzung bekommt. Da es erst vor kurzem eine neue Serie dazu gab, ist das zumindest nicht unwahrscheinlich. Ich würde auf jeden Fall unbedingt noch mehr von dem Franchise sehen wollen, aufgrund der Songs gibt es halt eine Unmenge an Lore und man will einfach mehr von den Charakteren wissen – vor allem einen Film oder Serie zu dem dritten Main Ship müssen sie doch unbedingt noch bringen!

Plastic Memories

Die letzte Serie, die von mir eine besondere Nennung bekommt, ist Plastic Memories. Diese lief im Frühling 2015 und habe ich damals auch ziemlich positiv bewertet. Die Serie hat zwar auch ein paar Macken, aber Romance konnte die Serie wirklich gut! Ich habe die Serie sogar mal vor kurzem gerewatched und finde meinen damaligen Eindruck immer noch gerechtfertigt, ich mochte sie jetzt vielleicht sogar ein wenig mehr als damals. Auch, weil ich jetzt genau weiß, es gibt wirklich kaum bessere Romance-Serien als diese hier, denn alles andere in der Liste lief ja erst danach.

Aber auch die Comedy hatte ich nicht so unterhaltsam in Erinnerung und auch die Charaktere sind wirklich sehr originell und sympathisch gewesen. Zwischendrin gab es zwar auch ein paar schwächere Folgen, aber das Shipping ist es finde ich Wert und wirklich schlecht ist der Rest auch nicht gewesen. Aber ich verstehe schon, damals war es halt noch cool, nach Fehlern in Serien zu suchen, die ein wenig Drama haben. Aber wie gesagt, ein paar Schwächen hat die Serie und deshalb steht sie in dieser Liste auch an unterster Stelle.


Und damit schließe ich meine Top-Liste bei der recht ungewöhnlichen Zahl von sechs Einträgen. Warum? Ganz einfach, weil ich keine weitere Romance-Serie habe, hinter der ich auch vollstens dahinterstehe und für die ich wirklich eine Empfehlung aussprechen würde, wenn jemand nach einer guten Romance-Serie sucht. Ich will aber noch ein paar Ehrennennungen an Serien vergeben, die ich zwar gut finde, aber aus dem ein oder anderen Grund nicht in die Liste mit reinnehmen wollte.

Akagami no Shirayukihime – Von allen Serien hätte ich dieser am ehesten den siebten Platz gegeben. Warum ich es letztlich nicht getan habe, liegt daran, dass ich die Romance zwar sehr gut finde, aber die (Nicht-Romance-)Handlung doch einen relativ großen Anteil ausmacht, weswegen der Awww-Faktor doch insgesamt etwas gering ausfällt.

Spice & Wolf – aus praktisch denselben Gründen. Die Serie ist gut – aber ist sie das wegen der Romance? Die Wirtschafts-Anteile sind doch recht tragend in der Serie.

Working – Eine Serie mit wirklich viel und wirklich gutem Shipping, das eigentlich eine Überlegung Wert wäre, ob es nicht doch einen Platz in der Liste verdient hat. Comedy ist aber auch sehr präsent in der Serie.

Tsurezure Children – hat wie schon erwähnt keine Handlung.

Yahari ore no seishun Love Come wa Machigatteiru – würde ich sehr gerne mit aufführen, aber in den bisherigen Staffeln hat die Romance noch nirgends hingeführt. Und ich finde, das ist schon das absolute Minimum, das eine Romance-Serie bringen muss, weil einen nichts mehr enttäuscht, wenn es einfach mittendrin endet. Wenn sie das mal tut, nehme ich die Serie gerne in die Liste auf. Ich will ja auch mal wenigstens eine Top10 haben.

Just Because – ebenfalls eine überdurchschnittliche Romance-Serie. Hat auch alles, was eine Romance-Serie haben sollte, nur finde ich nicht ganz auf dem Niveau von Tsuki ga Kirei oder Zutto mae kara.

Toradora – Vor langer Zeit mal geschaut, damals gemocht, aber heute nicht mehr sicher, wie sich die Serie noch gegen die heutigen Serien schlägt. Müsste ich erst mal rewatchen und nach meinen heutigen Standards betrachten.

Ookami-san to shichinin no nakamatachi – Toradora 2.0. Ich mochte das Shipping damals total, die Serie hat aber auch eine eigene Handlung, die nicht immer mit der Romance zu tun hat. Könnte dadurch wohl nicht mit dem Rest mithalten.

Oreimo – Dazu brauche ich denke ich gar nichts erst zu sagen.

Ano natsu de matteiru – Schaute ich vor kurzem auf Empfehlung von jemanden hin auf der Suche nach Romance Anime. War für mich nicht viel mehr als eine mittelmäßige Harem(-artige) Serie, hatte allerdings zugegeben einige überraschend gute Shipping-Momente und die Serie ist konsequenter, als es sich eine Harem-Serie je trauen würde, weshalb ich es mal hier mit erwähne.

Sakurasou no pet na Kanojo – Hatte ebenfalls seine überraschenden Momente, aber auch seine Schlechten. So ziemlich die untere Grenze, die ich noch einer Randbemerkung Wert finde.

Und das war es dann endlich mit diesem unerwartet umfangreichen Artikel. Wie immer gab es einfach viel zu viele unnötige Exkurse und viel zu wenig Shipping. Aber ich konnte euch zumindest erklären, worum es aus meiner Sicht im Romance-Genre geht, was die meisten Romance-Serien falsch machen und habe euch einige Serien genannt, die es richtig machen. Jetzt wo ihr wisst, worauf es mir bei Romance-Serien ankommt und was ich eher nicht so gerne darin sehe, könnt ihr mir vielleicht auch ein paar Serien nennen, die ich verpasst habe und vielleicht habe ich sogar dem ein oder anderen Lust auf eine der genannten Serien gemacht. Oder vielleicht habt ihr auch eure ganz eigenen Gedanken zu dem Thema. Ich würde mich jedenfalls über euer Feedback freuen und.. Thank you for wa– nein halt, falsches Medium.

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18 Kommentare zu “Romance done right?

  1. Eisigerhauch sagt:

    Für mich liegt die Liebe im Detail. Wenn es kleine Bewegungen gibt, kleine Eingeständnisse.

    Aber man möchte auch irgendeine Form von Spannung oder Konflikt erleben. Nicht alle Dreiecksbeziehungen sind schlecht.

    „Koi Kaze“ ist halsabschnürrend schmerzvoll und immer eine Empfehlung wert. Ansonsten suche ich wohl eher andere Dinge in solchen Serien. „Shipping“ empfand ich in der Regel immer sehr uninteressant – intime Charaktermomente hingegen als sehr wichtig.
    Ai Monogatari: 9 Love Stories, Aoi Hana, Cross Game, Hourou Musuko, Touch, Hyouka, Kaze Tachinu, Kimi ga Nozomu Eien um einfach ein paar Namen fallen zulassen.
    Das Problem ist, dass das was ich eigentlich anstrebe kaum in stringenter Form (abgesehen vielleicht von Akai Ito) umgesetzt werden kann. Ai (1963) und 1001 Nights (1999) assoziiere ich eindeutig mit der Thematik, ich glaube aber kaum das sie auf Deinen „Romance“ Begriff passen. Für mich gehören zu den Momenten der Anziehung wohl auch die des Abstoßens und noch soviel mehr.
    Hibike! Euphonium und Ballroom e Youkoso sind voll mit Momenten der Anziehung und trotzdem würden sie kaum unter diesen Schirm geraten.
    Gefühle der Liebe, der Wärme des Schwärmens und allem was damit verbunden ist benötigt zwar zwischenwesenliche Beziehungen aber nicht unbedingt solche, welche sich in klassischen Beziehungen ausdrückt.
    Wie groß das Thema ist und wie unterschiedlich es assoziiert wird sieht man ja eindeutig an der Art wie das Genre Schildchen auf den Plattformen verwendet wird.

    • StarlinM00N sagt:

      „Für mich liegt die Liebe im Detail. Wenn es kleine Bewegungen gibt, kleine Eingeständnisse.“
      Sofern ich das richtig deute, ist das eine Sache, die ich auch noch irgendwie ansprechen wollte, aber einfach nirgendwo unterbringen konnte. Und zwar finde ich auch nicht, dass das intensivste Shipping auch gleich unbedingt das Beste ist, also sprich: Ein Kuss muss nicht unbedingt mehr Awww sein als eine Umarmung oder einfach nur Händchen Halten, es hängt am meisten davon ab, wie es gemacht ist. Selbst interessierte Blicke aus der Ferne können bereits den maximalen Effekt erzielen, das ist mir zum Beispiel bei Zutto mae kara aufgefallen, wo meine Lieblingsszenen zwischen zwei Charakteren stattfanden, die noch kaum miteinander gesprochen hatten und sich eigentlich kaum kannten. Was meiner Idealvorstellung eigentlich widerspricht.
      Ein anderes Beispiel was mir einfällt ist diese Szene aus der ersten Folge Vollmetallpanik, zu der es auch ein Bild im Artikel gibt, welche ich mehr Awww fand als zum Beispiel Kuzu no Honkai, wo sie schon in der zweiten Folge oder so glaube ich Sex hatten. Ebenfalls passend dazu ist Citrus, wo es auch schon immer wieder während der ganzen Serie Yurisex gab, aber für das Ende ließen sie die Mädchen Händchen halten und haben die Confession mit einem Kuss beendet, der uncharakteristisch pure war.
      Was halt heißen soll, dass es nicht zwingend eine Steigerung gibt von Handholding < Hugs < Kiss < Sex, auch wenn viele Serien und Fans den Kuss als das größte Highlight handhaben, der deshalb häufig auch benutzt wird, um der Lovestory ein gewisses Maß an closure zu geben. Auch wenn Liebe da eigentlich nicht endet.

      „Aber man möchte auch irgendeine Form von Spannung oder Konflikt erleben. Nicht alle Dreiecksbeziehungen sind schlecht.“
      Nicht alle, aber leider Gottes so gut wie. Die wichtigste Frage ist aber was unterscheidet die wenigen Guten von den Schlechten?

      „„Koi Kaze“ ist halsabschnürrend schmerzvoll und immer eine Empfehlung wert.“
      Sieht interessant aus, werde ich mir demnächst mal geben.

      „„Shipping“ empfand ich in der Regel immer sehr uninteressant – intime Charaktermomente hingegen als sehr wichtig.“
      …Aber intime Charaktermomente sind doch Shipping? Also zumindest in meinem Buch. Beziehungsweise genauer gesagt, Shipping ist das, was man als Zuschauer tut, wenn die Charaktere intime Momente miteinander haben. Hätte nicht gedacht, dass es darüber unterschiedliche Meinungen gibt.

      „Ai Monogatari: 9 Love Stories, Aoi Hana, Cross Game, Hourou Musuko, Touch, Hyouka, Kaze Tachinu, Kimi ga Nozomu Eien um einfach ein paar Namen fallen zulassen.“
      Viele von diesen sagen mir überhaupt nichts, Cross Game sieht mehr nach Sport aus, Hourou Musuko und Aoi Hana wecken mein Interesse und Kaze Tachinu muss ich mal probieren, auch weil es Ghibli ist. Was Hyouka angeht, ging es da nicht um etwas anderes? Gibt es da auch irgendwie closure oder ist das mehr nur so ein wenig Shipping am rande?
      Kimi ga Nozomu Eien fand ich dagegen einfach nur schrecklich. Wirklich, ich habe es mehrere Male probiert, die Serie zu schauen, musste es aber jedes Mal nach kurzer Zeit abbrechen.

      „Das Problem ist, dass das was ich eigentlich anstrebe kaum in stringenter Form (abgesehen vielleicht von Akai Ito) umgesetzt werden kann.“
      Und was wäre das, was du anstrebst?

      „Hibike! Euphonium und Ballroom e Youkoso sind voll mit Momenten der Anziehung und trotzdem würden sie kaum unter diesen Schirm geraten.“
      Was bei Hibike daran liegt, dass die Momente in der Serie bewusst nur angedeutet werden und die Romantik eigentlich nur im Kopf des Yuri-Fangirls existiert, weshalb es leider diesbezüglich auch keine Entwicklung oder Closure geben kann. Ballroom e Youkoso ist ein schwieriger Fall, weil für die Handlung zwischenmenschliche Beziehungen notwendig waren, diese aber nicht unbedingt romantischer Natur sein müssen (es aber durchaus könnten). Allerdings hatte Romantik viel zu geringe Relevanz neben den Hauptattributen der Serie wie Sportsgeist oder Siegeswille, als dass man die Serie als Romance bezeichnen könnte.
      Zuneigung und Liebe sind halt zwei verschiedene Sachen.

      • Eisigerhauch sagt:

        Hyouka ist eine Serie die zwar hauptsächlich um das Erwachsenwerden geht, aber eben auch um die Dinge die dazu gehören (sic). Gerade bei zwischenmenschlichen Momenten ist sie wirklich gut. Die Mysterien sind nicht schlecht, aber ich glaube für die wenigsten der eigentlich Grund. Wie zufrieden man dann am Ende damit ist – sei dahingestellt. Es gibt jedenfalls viele kleine Momente welche hingebungsvoll animiert sind und auf der „Romance“ Seite gibt es auch „closure.“

        „Shipping“ ist „hnnnnggh“ und ein Feuerwerk aus all den Möglichkeiten? „Was wäre Wenn? Wie wird es wohl? Wann wird es? Wird es?“ etc. Das impliziert für mich immer eine Vorstellung wie es weiter geht und einen Gedankengang in der Hinsicht – ein Unterstützen der Beziehung von Charakteren, aber vielleicht stellen wir uns auch einfach andere Dinge unter dem Begriff vor und was ich da als Faszination bezeichnen würde, wäre bei Dir schon Teil von „Shipping.“

        Cross Game ist das beste seitdem es 16mb/s Leitungen gibt und wurde dann erst von 200mb/s Leitungen wieder verdrängt, um es mal überspitzt zu schreiben. Es geht nicht um Sport sondern um zwischenmenschliche Beziehungen, dass sieht man vor allem an der Stelle an der Adachi die Serie enden lässt. „Sportserien“ eignen sich nur besonders gut um so eine Art von Geschichte zu erzählen.

        „Kimi ga Nozomu Eien fand ich dagegen einfach nur schrecklich.“ Das kann ich auch nachvollziehen. Mittlerweile zeigt die Serie auch ihr Alter und das was sie so besonders macht wird in anderen Serien stellenweise, aber immer noch nicht in der Gänze, besser umgesetzt. Handwerklich ist die Serie selten gut, eben nur an den Stellen in denen sie phänomenal ist, ansonsten maßt sie an sehr durchschnittlich zu sein.

        Was eine Dreiecksbeziehung gut macht:
        Sie schafft ein echtes Dilemma, eine Problemstellung unter gleichwertigen Charakteren. Die Auswahl hat echte Auswirkungen auf die Handlung und Charaktere, sie ist nicht von vorne rein offensichtlich. Das heißt auch das die Entstehung der Beziehung von Anfang an glaubhaft sein muss.

        „Und was wäre das, was du anstrebst?“
        Das ist schwierig in Worte zu fassen, intime Charakter Momente ist schon die deutlichste Art es auszudrücken, glaube ich. Mir ist noch ein anderes Beispiel eingefallen welches das in stringenter Form abliefert:

        Die Problematik sollte eindeutig sein. Ohne das Drumherum hat die Intimität kaum Bedeutung. Stringenz ist hier äußert schwierig und auch gar nicht wirklich wünschenswert.

        „Zuneigung und Liebe sind halt zwei verschiedene Sachen.“
        Ist das wirklich so? Gibt es da tatsächlich irgendwelche Qualitäten die dabei eindeutig zuordenbar sind?
        Ich persönlich sehe jedenfalls keinen echten Unterschied. Liebe ist eben ein unglaublich weiter Begriff der die familiären Bande, Freundschaft, intellektuelle Anziehung, sexuelle Anziehung und so vieles mehr umfasst.
        Der Unterschied scheint mir eher eine Illusion zu sein, welche im Sinne des sozialen Vertrags Ordnung bringt und anleitet wie mit welchem Wesen umzugehen ist.
        Mir fällt diese nervöse Frage von jungen Menschen ein: ob es sich denn jetzt eigentlich um eine „Beziehung“ handelt. Es wird Sicherheit gesucht wo keine zu finden ist.

        Hibike! Euphonium hat Momente der Anziehungen, auch der Erotik – was für Serien fast schon ein Novum ist. Daran kann man vielleicht auch auf den Unterschied zwischen Shipping und nicht Shipping eingehen. Man kann sich diese Szenen anschauen und fasziniert davon sein – wie sie inszeniert sind, wie gefühlvoll, ergreifend, manchmal sogar überwältigend. Diese Wirkung die man selbst mitfühlen kann, durch das Medium erlebt. Herzrasen, Sehnsucht, Einsamkeit, Freude, Euphorie, Schwermut um einige Gefühle zu nennen. Das Shipping fängt dann an, wenn aus diesem Gefühl was man oben auf dem Berg erlebt, während man dieses Feuerwerk und den Umgang zwischen den zwei jungen Frauen beobachtet einen weiteren Gedankengang entwirft:
        Was wäre wenn das der Anfang einer „Liebe“ ist? Die beiden passen so gut zueinander.
        Manche Leute bezeichnen solche Szenen dann als „Yuri bait“ dabei sind das Szenen die schlechtweg genial sind. Sie sind so unglaublich ausdrucksstark und eine echte Intimität zeigend. Der „Yuri bait“ entsteht dabei durch eine Erwartungshaltung, solche Intimität jedoch kann auch einfach (oder komplex?) freundschaftlicher Natur sein, ohne dabei echte Anziehungskraft zu mißen.

        • Eisigerhauch sagt:

          Heute habe ich Honobono Log geguckt. Das wäre noch ein Beispiel für eine Serie die stringent zeigt was ich sehen möchte. 10 Folgen je zwei Minuten Charakter-Momente. An sich habe ich die Serie „nur“ mit 7/10 bewertet, weil eben mehr als Stringenz und schöne Präsentation dazu gehören um die Sachen Rund zu machen. Würde ich jedenfalls auch empfehlen.

      • StarlinM00N sagt:

        Ich habe als Reaktion auf diesen Post eine Analyse von einer Anime-Folge auf Mondsternlein Seasons gepostet, die ich auch ein wenig als Reaktion auf deine Antwort sehe. Trotzdem will ich den Kommentar nicht ewig unbeantwortet lassen.

        „Es gibt jedenfalls viele kleine Momente welche hingebungsvoll animiert sind und auf der „Romance“ Seite gibt es auch „closure.““
        Klingt eigentlich nach etwas das ich mir durchaus mal ansehen könnte.

        „„Shipping“ ist „hnnnnggh“ und ein Feuerwerk aus all den Möglichkeiten? „Was wäre Wenn? Wie wird es wohl? Wann wird es? Wird es?“ etc. Das impliziert für mich immer eine Vorstellung wie es weiter geht und einen Gedankengang in der Hinsicht – ein Unterstützen der Beziehung von Charakteren, aber vielleicht stellen wir uns auch einfach andere Dinge unter dem Begriff vor und was ich da als Faszination bezeichnen würde, wäre bei Dir schon Teil von „Shipping.““
        Ich weiß nicht genau, was du meinst. Für mich zählt in der Situation nur der Moment. Ich denke nicht darüber nach, ob am ende etwas aus den Charakteren wird, das setze ich auch lieber vorher schon voraus (weswegen ich auch keine nicht primäre Romance-Serie für die Romance schauen möchte, ohne vorher zu wissen, ob es „closure“ gibt). Es ist für mich wie im Artikel schon geschrieben keine richtige Romance, wenn das fehlt und ich finde das nur frustrierend. Das ist einfach, als ob das Ende fehlt und es ist eigentlich sehr schade, dass dies so häufig vorkommt, dass man das überhaupt sicherstellen muss.

        „Was eine Dreiecksbeziehung gut macht:
        Sie schafft ein echtes Dilemma, eine Problemstellung unter gleichwertigen Charakteren. Die Auswahl hat echte Auswirkungen auf die Handlung und Charaktere, sie ist nicht von vorne rein offensichtlich. Das heißt auch das die Entstehung der Beziehung von Anfang an glaubhaft sein muss.“
        Das klingt nach etwas, das ich noch nie gesehen habe und lustigerweise maximal aus Nebenquests in Xenoblade kenne.

        „Ist das wirklich so? Gibt es da tatsächlich irgendwelche Qualitäten die dabei eindeutig zuordenbar sind?“
        Ich würde sagen, nein. Nicht eindeutig. Aber ich denke doch, es ist möglich, das am Einzelfall zu entscheiden. In der Regel jedenfalls. Natürlich gibt es da auch Fälle, wo die Grenzen verschwimmen und Unsicherheit besteht, aber diese auszuloten ist dann doch meistens Teil der Handlung.
        Es gibt auf die Frage hin „Würdest du [die Person] heiraten?“ eine klare Antwort, die entweder ja oder nein heißen muss. Würde ich meinen Bruder heiraten? Nein. Demnach existiert eine klare Trennung zwischen romantischer Liebe und Liebe in der Familie, die irgendwo gezogen wird, auch wenn wir vielleicht nicht genau sagen können, wo sie liegt. Aber es gibt sie.
        Und ich denke, wir ziehen diese Linie auch zwischen Charakteren in Geschichten. Basierend auf unseren eigenen Idealen und den Hinweisen, welche uns die Charaktere geben. Hibike setzt bewusst die Hinweise so ein, dass die eigenen Ideale entscheiden, ob Romantik vorliegt oder nicht. So ein Balanceakt ist in der Tag beeindruckend.

        Wenn ich so genau überlege, klingt das eigentlich wie ein Widerspruch. Vielleicht sollte ich noch ausführen, dass die Frage nach der Heirat nur ein Mittel zum Zweck sein sollte, die Frage verkörpert nicht die Linie selbst, sie sollte nur veranschaulichen, dass es diese Linie gibt, die irgendwo zwischen den Antworten Ja und Nein zu verlaufen scheint. Sonst könnte dieser Unterschied nicht existieren.

        „Heute habe ich Honobono Log geguckt. Das wäre noch ein Beispiel für eine Serie die stringent zeigt was ich sehen möchte. 10 Folgen je zwei Minuten Charakter-Momente. “
        Klingt für mich stark wie Tsurezure Children. Wird mir daher sicher ähnlich gefallen, aufgrund der Kürze wäre es mir aber auch Wert, das aus rein informativen Zwecken mal anzusehen.

        • Eisigerhauch sagt:

          Wenn ich meinen kleinen Bruder heiraten könnte, würde das wohl das ganze Dilemma, was mit einer Scheinehe daherkommen könnte, auf einen Schlag lösen. Nun gut, Sinn der Sache ist es wohl nicht sich über die Institution Ehe zu unterhalten oder über irgendwelche Steuervorteile und noch weniger über die Trennung von Staat und Kirche.

          Ich bin mir jedenfalls nicht sicher, ob es einen qualitativen Unterschied in der Erfahrung gibt. Die Literatur ist auch wenig ergiebig. Es gibt viele unterschiedliche Konzepte von Unterklassifizierungen von Liebe und letztlich sind sie unzureichend. Das bisschen Ordnung was dabei entsteht, erscheint mir kaum einen Mehrwert zu haben.
          Wenn ich Sehnsucht empfinde, Wärme, Zusammengehörigkeit – was auch dazu gehört – ändert das etwas an der Qualität des Gefühls – wenn ich mir von dem einem einen Kuss und von dem anderem eine Umarmung wünsche? Wie sieht das bei Asexualität aus, dürfen solche keinen Begriff in einer auf das eigene Sein bezogene romantischen Liebe haben?
          Es gibt wohl unbedingt einen Unterschied in dem Umgang von unterschiedlichen Beziehungen, ist das so gemeint?
          Es muss ja auch keine kategorische Unterscheidung getroffen, keine Linie gezeichnet werden, wo man sich vielleicht eine wünscht, weil es Dinge einfacher machen würde als sie es sind. Vielleicht ist da auch eine Linie, ich sehe jedenfalls keine und kann mich bestenfalls auch nur an einzelne Entscheidungen erinnern, die man vielleicht im Nachhinein mit einem Kreidestück um-malen könnte.
          Gut, meine eigene Ansicht ist da auch gewiss offener als bei vielen welche eine sehr enge Vorstellung von Geschlecht, Sexualität, Beziehung und allgemeinem Miteinander haben – oder schwammiger, wenn man es so konnotiert haben möchte.
          Für mich klingt ein solches Abstecken einfach nach einem zweifelhaften Wunsch nach Gewissheit, an Stellen an denen Ungewissheit herrscht.

          Ich verstehe wohl nicht warum es dort eine Linie geben sollte, außer wenn es um irgendeine Form der rationalen Absicherung anstatt dem Empfinden geht.

      • StarlinM00N sagt:

        „Es gibt viele unterschiedliche Konzepte von Unterklassifizierungen von Liebe und letztlich sind sie unzureichend. Das bisschen Ordnung was dabei entsteht, erscheint mir kaum einen Mehrwert zu haben.“
        Also ich finde jede Art von Erkenntnis ist wertvoll. Wenn wir sagen, dass kleine Schritte nichts bringen, hören wir gleich auf zu Laufen und werden auch nie irgendwo hinkommen.

        „Ich verstehe wohl nicht warum es dort eine Linie geben sollte, außer wenn es um irgendeine Form der rationalen Absicherung anstatt dem Empfinden geht.“
        Ich habe das einzig und allein an meinem eigenen Empfinden festgemacht. Selbst wenn wir davon ausgehen es ist im Prinzip alles dasselbe und nur die Intensität – oder irgendeine andere Variable – unterscheidet sich, also praktisch sowas wie „Liebe = Freundschaft, nur halt stärker“, selbst dann führt diese unterschiedliche Intensität zu einer für mein Leben relevanten Distinktion. Mit jemanden, in den ich nur „ein bisschen“ verliebt bin, gehe ich nicht ins Bett. Das hat Einfluss auf meine Entscheidungen und da können wir aus meiner Sicht gleich sagen, dass eine gewisse Intensität konstitutiv für das Konzept „Liebe“ ist.
        Also wenn du mir sagen willst, dass das Gefühl, was der Ursprung dieser Fragen ist, in allen möglichen Veräußerungen dasselbe ist und sich lediglich in seiner Form, Farbe, Geschmack und was auch immer noch von Relevanz sein könnte unterscheidet, dann gehe ich soweit mit. Aber ich finde auch, dass eine bestimmte Konstellation dieser Variablen vorhanden sein muss, damit die Rede von Liebe sein kann.
        Ist Liebe überhaupt ein Gefühl? Eher eine Kombination aus Mehreren, oder nicht? Wie könnte es dann nicht etwas anderes sein als vielleicht ähnliche, aber dennoch variierende Kombinationen?

        • Eisigerhauch sagt:

          Das hätte ich spezifischer schreiben sollen, mein Fehler. Es ist ärgerlich, dass ich dabei glaubte, eine Wortwahl verwenden zu müssen, in der ich mich nicht ausdrücken möchte, daher hatte ich mich für eine schwammige, nicht hinreichende, Formulierung entschieden.
          Es geht spezifisch um die Klassifizierung von dem Unterschied, denn ich nicht anerkenne, vom Empfinden „einer romantischer Liebe“ und jedweden „anderen“ Formen von Liebe, deren Klassifizierung ich als sinnvoll empfinde. Also eine Unterklassifizierung der empfundenen Qualität der Liebe, welche ich ablehne. Der Kontext des vorausgehenden Satzes war der entscheidende Bezug, dass ich das nicht eindeutig ausgedrückt habe tut mir leid.
          Um einen Unterschied und der Ordnungswillen zu beschreiben, dass eine Liebe jener oder solcher Natur, z.B. geschwisterlich, freundschaftlich sei, ist sinnvoll. Ich würde Dir z.B. vorwerfen, dass Du einen Menschen so sehr Lieben kannst, dass Deine Welt für eine Weile untergeht, ohne jemals ein Bedürfnis von Sex oder Romantik mit ihr zu haben. Ich würde behaupten, dass das zu dem großen Feld der „Liebe“ gehört, von der eben Freundschaft ein Teil ist – das ist eine Form der Ordnung der Welt.

          „Aber ich finde auch, dass eine bestimmte Konstellation dieser Variablen vorhanden sein muss, damit die Rede von Liebe sein kann.“
          Ich sehe das eher als eine unbestimmte Konstellation von solchen Variablen, es sei denn man betrachtet den chemischen Prozess. Wenn man das tut, dann kann man sagen das unter jenen und solchen Umständen bestimmt Hormone ausgeschüttet werden, die man mit viel Zeit und Aufwand wahrscheinlich klassifizieren kann. Ich schreibe jedoch vom eigenem Empfinden. Eine Ausschüttung von irgendwelchen Hormone in einer bestimmten Form liegt außerhalb des Gedankens, ob es sich um Liebe handelt.

          „Ist Liebe überhaupt ein Gefühl? Eher eine Kombination aus Mehreren, oder nicht? Wie könnte es dann nicht etwas anderes sein als vielleicht ähnliche, aber dennoch variierende Kombinationen?“
          Die Frage ist doch eher, ob es feststehende Kombinationen gibt, die Gewissheit darüber verleihen, dass es sich gerade um eine spezifische Form der Liebe handelt.

          Es gibt vielleicht zwei Situationen, in denen ich die Linie als sinnvoll sehen könnte. 1. Bei einem chemischen Prozess, der analysiert und bezeichnet wird. 2. Falls von vergangenen Ereignissen die Sprache ist um das Gespräch zu vereinfachen.

          Dazu eine Anekdote. Als ich 19 Jahre alt war, bin ich mit einem Mann ausgegangen, der 46 Jahre alt war. Wir haben uns über Gespräche in Foren kennengelernt. Unsere Beziehung entwickelte sich durch mehrere Treffen, die man als „Dates“ bezeichnen kann. Man kann sie allerdings auch als Unternehmungen bezeichnen. Die Gefühle von Zuneigung und Anziehung waren von Anfang an vorhanden. Wir hatten viele Gespräche über komplexe Themen, allen voran die Spiritualität. In den ersten Monaten unserer Treffen waren wir uns zwar körperlich nah, haben uns aber weder geküsst, noch miteinander geschlafen. Der Übergang dazu war fließend, die Gefühle haben sich nicht in ihrer Qualität verändert. Was sich verändert hat, war der Umgang unter uns. Etwa ein halbes Jahr verging, bis er mich dann fragte, ob ich mit ihm in die Niederlande und dann nach Hawaii gehen möchte. Er sagte mir, die Tür zu seinem Herzen stünde mir offen – in Sanskrit. Ich entschied mich dagegen und für mein Studium. Meine Entscheidung veränderte unsere Beziehung nur in einer Hinsicht – als ihn das Fernweh wenige Monate später umschlungen hatte, ging er ohne mich.

          Den Unterschied sehe ich also in der Handlung anstelle der Qualitäten der Empfindung Liebe. Damit ist die Gesamtheit der charakteristischen Eigenschaften, von denen die Intensität nur eine ist, gemeint. Ein qualitativer Unterschied zwischen Zuneigung und Liebe lässt sich nicht ableiten.

        • StarlinM00N sagt:

          „Es geht spezifisch um die Klassifizierung von dem Unterschied, denn ich nicht anerkenne, vom Empfinden „einer romantischer Liebe“ und jedweden „anderen“ Formen von Liebe, deren Klassifizierung ich als sinnvoll empfinde. Also eine Unterklassifizierung der empfundenen Qualität der Liebe, welche ich ablehne.“
          Ich verstehe nicht, was das ändern sollte. Von Qualität war bei mir doch nie die Rede, nur von Intensität, was aus meiner Sicht eher Quantität als Qualität ist. Also mehr von demselben.

          „Ich würde Dir z.B. vorwerfen, dass Du einen Menschen so sehr Lieben kannst, dass Deine Welt für eine Weile untergeht, ohne jemals ein Bedürfnis von Sex oder Romantik mit ihr zu haben.“
          Ach so meinst du das. Wie immer scheinen wir was Begrifflichkeiten angeht einfach nicht auf derselben Wellenlänge gewesen zu sein.
          Ich schätze mal, das stimmt.

          „es sei denn man betrachtet den chemischen Prozess. Wenn man das tut, dann kann man sagen das unter jenen und solchen Umständen bestimmt Hormone ausgeschüttet werden, die man mit viel Zeit und Aufwand wahrscheinlich klassifizieren kann.“
          Wenn das geht, was es sicher tut, hat das eigentlich schonmal jemand gemacht? Ich schätze mal nicht, denn finde dafür mal ausreichend viele verliebte Versuchskaninchen. Und messe deren Hormonspiegel während sie intime Momente haben.

          „Ich schreibe jedoch vom eigenem Empfinden. Eine Ausschüttung von irgendwelchen Hormone in einer bestimmten Form liegt außerhalb des Gedankens, ob es sich um Liebe handelt.“
          Das Empfinden liegt aber letztlich darin begründet und würde sich damit so beschreiben lassen wie der Rest vom menschlichen Verstand auch. So gerne wir Liebe romantifizieren würden, den Naturgesetzen folgen wird sie trotzdem.

          „Die Frage ist doch eher, ob es feststehende Kombinationen gibt, die Gewissheit darüber verleihen, dass es sich gerade um eine spezifische Form der Liebe handelt.“
          Und ich würde sagen ja.

          „Dazu eine Anekdote.“
          Ich verstehe. Ich musste eine Weile überlegen, wie ich auf diese Anekdote reagieren soll. Ich will zwar nicht, dass sich dieser Artikel zu einer Nähkästchenplauderstunde entwickelt, in der jeder seine romantischen Erfahrungen schildert, allerdings kommt man dem Thema auch nicht näher, wenn man nur rein theoretische Überlegungen äußerst und den eigentlichen Kern meidet, weil einem das zu privat ist.
          Wie ich schon sagte, bestimmen unsere eigenen Erfahrungen auf dem Gebiet unsere Ansicht davon, was Liebe ist und deshalb kommt man eigentlich nicht drumrum, irgendwann auf die eigenen Erfahrungen zurückzukommen, wenn man ihre Tiefen ergründen will.
          Deshalb kann ich nur sagen, dass sich meine eigenen Erfahrungen von deinen insofern unterscheiden, dass ich sehr wohl eine Intensivierung des Empfindens mit der Zeit feststellen konnte bis zu einem Punkt, wo ich es schon fast nicht mehr ausgehalten habe. Und daraus schließe ich, dass sich nicht nur das Verhalten, sondern auch das Empfinden von Person zu Person unterscheidet, wir fühlen also im Fall von Liebe nicht alle das gleiche. Stichprobe zwei Menschen. Verallgemeinerbarkeit gering.

          P.S.: Herr Hauch wird für mich trotzdem immer der Herr Hauch bleiben.

        • Eisigerhauch sagt:

          „Wie immer scheinen wir was Begrifflichkeiten angeht einfach nicht auf derselben Wellenlänge gewesen zu sein.“

          Wir verstehen zumindest genügend, um es unterhaltsam zu machen und nicht so viel, dass die Kommunikation nur der Unterhaltung dient. Stichwort: Aktivitätskopplung, wie könnte man die eigenen Gedanken besser ordnen? Nun gut, zugegeben, Du könntest meine Kommentare auch als furchtbar empfinden und das Beantworten als Deine Pflicht im Medium verstehen, das spräche für eine andere Sequenz.

          „hat das eigentlich schonmal jemand gemacht? Ich schätze mal nicht,“

          Es gibt zahlreiche Studien dazu. Umfassend wurde aber noch nicht viel erreicht. Eine der Kernproblematiken liegt gerade in der Differenzierung von unterschiedlichen Prozessen die untersucht werden. Welche Hormone während dem Kuscheln oder dem Bürsten der Haare deines Kindes entstehen in etwa. Wir verstehen kaum etwas über das Gehirn. Wir können z.B. mit Tomographie Sektionen des Gehirns untersuchen und Dinge feststellen wie: Wenn Frau/Mann einen Orgasmus erlebt sieht das Bild ähnlich aus wie das Hoch eines Heroinsüchtigen. Diese und jene Bereiche sind aktiver, aber warum und wie genau ist unklar. Oxytocin welches gerne als Bindungshormon betitelt wird, wird sowohl beim Bürsten, beim Kuscheln und während dem Orgasmus ausgeschüttet.
          Dazu gibt es lustige Forschungen, wie: steigert inhaliertes Oxytocin die Aufmerksamkeit von Männern die mit ihren Kindern spielen? (Die Antwort ist übrigens ja.) Im Endeffekt können wir manche Dinge damit erreichen, aber Verstehen bleibt aus.
          Oxytocin wird etwa auch während den Wehen und während dem Stillen ausgeschüttet und steigert bei Männern die Libido. Die Treue und der empfundene Wert gegenüber der eigenen Gruppe steigt, gibt es zwei Gruppen im Konflikt ist sowohl der Zusammenhalt als auch die Abgrenzung gegenüber der anderen Gruppe stärker, die Abgrenzung ist auch aggressiver. Viel Umschlag für eine kurze Aussage und dabei nicht mal ausreichend ausführlich.
          Hier haben wir also ein Hormon was zwar untersucht werden kann, über das man Aussagen treffen kann, deren Wechselwirkungen allerdings ein noch größeres Rätsel als die Tiefsee birgt. Eine Variable, die wir nicht wirklich verstehen geschweige denn wo nun die spezifische Unterscheidung des Hormons während dem Haarbürsten und dem Orgasmus liegt. Da sind dann auch keine Thesen überzeugend, welche „die romantische Liebe“ als tyrannisch bezeichnen oder ähnliches. Ist das jetzt ein „romantisches“ Hormon?
          Welche von den zigtausenden Definitionen möchte man als Grundlage nehmen?
          Das ist ähnlich komplex wie über „die“ Gerechtigkeit zu reden.

          „So gerne wir Liebe romantifizieren würden, den Naturgesetzen folgen wird sie trotzdem.“

          So wenig wir das Eine als auch das Andere verstehen, natürlich. Wir haben eben nur kaum eine Ahnung von beidem. „Romantifizierung“ in der Hinsicht ist eine Ordnung. Mir wäre es lieber, wenn sie eine Literaturgattung beschreibt.

          Ich würde eben behaupten, dass die Zuneigung, die Du empfunden hast eine Form der Liebe ist. Diese Liebe kann ruhig immer intensiver werden. Wenn Du dann rückblickend diese Liebe betrachtest magst Du vielleicht den 11. November als den Tag identifizieren an dem eine Linie überschritten worden sei, genau um 7:52, als Du vor dem Schultor in Tränen ausgebrochen bist. Pure Frustration, ohne Kondition. Völlig konstruiert. Herzzerreißend und herzlich irrelevant da eine Linie zu ziehen, weil sich gar nicht soviel geändert hat. Man kann gerne eine Linie zwischen Zuneigung und Obsession ziehen oder zwischen Zuneigung und Sex – egal ob die Zuneigung jetzt sehr intensiv oder als Pflaster einer Wunde dient. Gut, ich belasse es vielleicht bei einer letzten Aussage, wenn es da eine Liebe gibt, die tatsächlich mehr ist als ein anderer Teil der Liebe, dann ist es wahrscheinlich die Liebe, welche eine Mutter mit ihren ungeborenem oder neugeborenem Kind teilt.

          Eine Anekdote aus der man mit Neugierde und Laune viel lesen kann. Der Herr Hauch hat ja auch nicht geheiratet und ist dabei weder Herr Hut noch Herr Wolke geworden, da muss Frau Mond sich keine Sorgen machen – Herr Hauch ist ja auch nicht einer der Herren Hauch geworden. Wobei das natürlich erklären würde, warum Herr Hauch so einen durchwachsenen Humor hat. Herr Hauch hat eben den Vorteil, dass er sich keine Sorgen um Katzenfische und Gestaltwandel machen muss, jedes Wesen hat Reize und eine Anziehungskraft. 

          Wenn jetzt Liebe und nicht Glück das höchste aller Güter ist und sich durch Intensität bestimmt, dann steht auch am Ende die Geburt? Nun, Glücklicherweise ist die Tomographie gut genug um uns mitzuteilen, dass der Teil des Gehirns den wir mit der rationalen Vernunft verbinden nichts mehr damit zu-tun hat. Also während dem Prozess.

          „wir fühlen also im Fall von Liebe nicht alle das gleiche.“

          Wir empfinden nicht dasselbe. Stichprobe von zwei Wesen. Verallgemeinerbarkeit evident. Aber wahrscheinlich das Gleiche in vielen Varianten und komplexen Zusammenhängen. „Stichprobe zwei Menschen. Verallgemeinerbarkeit gering.“

  2. […] 7 möchte ich in Anknüpfung an meinen Romance-Artikel ein wenig genauer Kommentieren. In der Folge lag der Fokus auf Yamashida Dog und der kleinen […]

  3. Hentai Senpai sagt:

    Kimo no was? Ist das echt so berühmt? Hab ich nämlich noch nie gehört.

    • StarlinM00N sagt:

      Berühmtheit oder Bekanntheit ist immer so eine Sache. Hängt halt immer davon ab, in welche Richtung man schaut, denn niemand kennt wirklich alle Menschen und deren Meinung, um darüber sachgerecht urteilen zu können. Gerade Anime-Filme, die generell schon leichter untergehen, weil sie unregelmäßig erscheinen und Ewigkeiten brauchen, um gesubbt zu werden, gehen sicher auch an viele Anime-Fans einfach vorbei.
      Aber dahin wo ich geschaut habe und die Leute, die ich kenne, haben alle den Film bejubelt und darüber geredet, wie beliebt er ist. Und nicht zu Unrecht, wie ich finde. Demnächst poste ich vielleicht ein paar Screenshots auf Twitter.

  4. Neuling sagt:

    So, nun bin ich endlich auch mal dazu gekommen deinen Artikel durchzulesen… Das Thema Romance-Anime ist, aus recht offensichtlichen Gründen, immer ein recht heikles Thema, zumindest ist es mir oft so vorgekommen in Diskussionen.

    „Die andere Möglichkeit […] ist die Romance einfach nicht zur Haupthandlung zu machen. Stattdessen geht es in der Handlung der Serie um etwas ganz anderes […] und die Romance existiert sozusagen einfach nebenbei.“
    Hier bin ich sehr skeptisch… Der Aussage würde ich zwar im Allgemeinen so zustimmen, aber mir zumindest fallen nicht viele Serien ein, die das geschafft haben, ohne den Romance-Part komplett zu versauen. Schaut man sich mal die von dir empfohlenen Titeln an so kenne ich leider nur die ersten zwei (vielen Dank für die Empfehlungen, ich werde wohl bald einmal einen Blick in den Rest werfen, oder zumindest in einen Teil davon) und bei einem ist der Romance-Plot komplett im Zentrum und beim anderen so gut wie.
    Ich bin mir nicht ganz sicher wie ich das jetzt beschreiben soll, aber grundsätzlich lerne ich die Charaktere gerne zuerst kennen, bevor ich direkt mit irgendwelchen Liebesproblemen ebendieser überflutet werde. Ich will also ein Gefühl dafür bekommen wer diese Personen sind, was sie ausmacht und wieso sie interessiert sind an der anderen Person. In der Theorie liest sich das so, als würde man das eigentlich wunderbar umsetzen können indem man die Romance-Handlung als Nebengeschichte erzählt. Es gibt sicher gute Beispiele, vlt. die Monogatari-Reihe oder Bakuman, aber oftmals geht der Versuch einfach in die Hose, wie z.B. bei Guilty Crown, Mahouka Koukou no Rettousei, Gekkan Shoujo Nozaki-kun, etc.
    Ich für meinen Teil bin wesentlich glücklicher damit, wenn sich einen Serie dazu entschliesst den Romance-Plot ins Zentrum zu stellen und diesen dann abzuhandeln.

    Ein anderer Punkt den du durch den Artikel immer wieder angesprochen hast ist „Drama“. Um ehrlich zu sein ist das der Punkt wo mich die meisten Serien verlieren. Die ganze Zeit wird überdramatisiert, ohne Ende. Das ich inzwischen so gut wie nie aus eigener Hand einen High-School-Romance-Anime schaue kann man auf genau das zurückführen, diesen Cringe, wie du es so schön treffend genannt hast, kann und will ich mir einfach nicht mehr antun. Als kleines Beispiel hierzu fällt mir die ganze „indirekter Kuss“-Thematik ein, welcher sich „Tada-kun“ ja auch bedient hat.. Muss sowas sein? Bzw. was genau erhofft man sich von diesem „unschuldigen, puren“ Ansatz, wenn er doch so realitätsfern ist…

    „Jetzt wo ihr wisst, worauf es mir bei Romance-Serien ankommt und was ich eher nicht so gerne darin sehe, könnt ihr mir vielleicht auch ein paar Serien nennen, die ich verpasst habe und vielleicht habe ich sogar dem ein oder anderen Lust auf eine der genannten Serien gemacht.“
    -5cm per second. Ich kann mir zwar nur sehr schwer vorstellen, dass du den nicht gesehen hast, aber aus meiner Sicht Shinkais bester Film zum Thema Romance und einer meiner persönlich Favoriten. Ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber definitiv einen Blick wert.

    -Fune wo Amu. Ich muss ehrlich sein, ich habe keine Ahnung ob das deinen Geschmack treffen wird, aber hier haben Romance und Haupthandlung ungefähr den gleichen Stellenwert und die ganze Thematik wird etwas „erwachsener“ behandelt.

    -Kara no Kyoukai-Reihe. Auch hier bin ich mir sicher, dass du den Titel kennst, aber genau so etwas stelle ich mir unter einer Liebesgeschichte vor, die im Hintergrund erzählt wird.

    Und das wären auch schon alle aus dem Anime-Medium die mir zum Thema einfallen.. Zugegebenermassen lese ich deutlich mehr Manga als ich Anime schaue, vor allem in diesem Genre, von daher hätte ich dort einiges mehr zu empfehlen.^^

    • StarlinM00N sagt:

      „So, nun bin ich endlich auch mal dazu gekommen deinen Artikel durchzulesen…“
      Besser spät als nie. Ich sag mal so, da ich im Moment selbst eine halbe Ewigkeit brauche, um meinen nächsten Artikel fertig zu bekommen, habt ihr dafür auch mehr als genug Zeit. Ist doch ganz gut, wenn meine Leser und ich einen ähnlichen Rhythmus haben. Wäre blöd, würde ich einen Artikel nach dem anderen raushauen und niemand hat die Zeit, sie zu lesen.

      „Das Thema Romance-Anime ist, aus recht offensichtlichen Gründen, immer ein recht heikles Thema, zumindest ist es mir oft so vorgekommen in Diskussionen.“
      Mir ist fast unangenehm es trotzdem fragen zu müssen: Warum denn das? Weil die Leute starke Gefühle für ihre Lieblingsserien haben und es deshalb nicht gerne sehen, wenn jemand die Meinung nicht teilt?

      „Hier bin ich sehr skeptisch… Der Aussage würde ich zwar im Allgemeinen so zustimmen, aber mir zumindest fallen nicht viele Serien ein, die das geschafft haben, ohne den Romance-Part komplett zu versauen.“
      Womit du vollkommen Recht hast. Bis auf die zwei genannten auf Platz 3 und 5 weiß ich auch keine guten Beispiele. Hauptaussage des Artikels war ja, dass Romance quasi häufiger schiefgeht, als nicht.

      „Ich bin mir nicht ganz sicher wie ich das jetzt beschreiben soll, aber grundsätzlich lerne ich die Charaktere gerne zuerst kennen, bevor ich direkt mit irgendwelchen Liebesproblemen ebendieser überflutet werde. Ich will also ein Gefühl dafür bekommen wer diese Personen sind, was sie ausmacht und wieso sie interessiert sind an der anderen Person.“
      Das finde ich auch ganz gut so, aber das ist vielleicht eine der am schwersten umzusetzenden Dinge in dem Genre überhaupt. Ich glaube, ich wüsste selbst nicht, wie ich das überzeugend auffahren würde. Auf alle Fälle finde ich es sehr wichtig, dass die Gefühle der Charaktere auch rüberkommen und sie kein „hottest girl at school likes plain, boring anime MC ‚cause anime“-Mist abziehen. Womit leider schon die meisten Serien ausscheiden…

      „Als kleines Beispiel hierzu fällt mir die ganze „indirekter Kuss“-Thematik ein, welcher sich „Tada-kun“ ja auch bedient hat.. Muss sowas sein? Bzw. was genau erhofft man sich von diesem „unschuldigen, puren“ Ansatz, wenn er doch so realitätsfern ist…“
      Also, meines Wissens – ich kann das letztlich nicht genau sagen, da ich nie in Japan war oder genug Japaner kenne, aber soweit ich gehört habe, ist das eher ein gesellschaftlicher Unterschied zwischen uns und Japan. Soll heißen, in Japan macht man sich wirklich Gedanken um solche Sachen wie indirekte Küsse und für uns wirkt das nur realitätsfern, weil wir aus einer anderen Tradition kommen. Wird sicherlich in Anime noch etwas zelebriert und aufgehübscht, aber auf einen Japaner sollte so eine Szene jedenfalls anders wirken als auf uns.
      Aber wie gesagt, ob das wirklich stimmt weiß ich nicht, ich weiß es nur vom Hörensagen.

      „5cm per second. Ich kann mir zwar nur sehr schwer vorstellen, dass du den nicht gesehen hast, aber aus meiner Sicht Shinkais bester Film zum Thema Romance und einer meiner persönlich Favoriten. Ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber definitiv einen Blick wert.“
      Den habe ich tatsächlich zusammen mit einigen anderen Shinkais kurz nach Kimi no na wa geschaut und war von 5cm/s ehrlich nicht so begeistert. Es fühlte sich irgendwie wie derselbe Plot an, nur weniger ausgeführt und es fühlte sich für mich so an, als ob das Ende einfach fehlt. Als der Abspann lief dachte ich was hier endet der Film? Ich weiß aber, dass viele den Film sehr mögen.

      „Fune wo Amu. Ich muss ehrlich sein, ich habe keine Ahnung ob das deinen Geschmack treffen wird, aber hier haben Romance und Haupthandlung ungefähr den gleichen Stellenwert und die ganze Thematik wird etwas „erwachsener“ behandelt“
      Das ist mal eine Überlegung wert. Ich habe damals nur eine oder zwei Folgen gesehen und da war noch keine Romantik in Sicht. Wenn es da sowas gibt könnte mich das echt noch interessieren. Mal sehen, vielleicht brauche ich in der nächsten Saison immer wieder mal was zum Schauen.

      „Kara no Kyoukai-Reihe. Auch hier bin ich mir sicher, dass du den Titel kennst, aber genau so etwas stelle ich mir unter einer Liebesgeschichte vor, die im Hintergrund erzählt wird.“
      Kenne ich und fand ich auch wunderbar.

      • Neuling sagt:

        „Warum denn das? Weil die Leute starke Gefühle für ihre Lieblingsserien haben und es deshalb nicht gerne sehen, wenn jemand die Meinung nicht teilt?“
        So ziemlich. Mir persönlich ist es immer so vorgekommen als hätten die Leute gerade bei diesem Genre Einwände gegen ihre Favoriten sehr persönlich bzw. emotional genommen. Dabei kommt mir vor allem ein Gespräch in den Sinn, bei welchem jemand völlig begeistert war von „Toradora“, welchen ich zwar auch nicht schlecht fand, viel mehr aber auch nicht. Als ich dann versucht habe nachzuhaken, wieso er diesen Anime denn so toll findet, ist das Gespräch recht schnell eskaliert, obwohl ich ihn eigentlich als sehr gesprächsbereite und diskussionsfreudige Person kenne. Ähnliche Erfahrungen durfte ich auch mit anderen machen, wenn auch nicht so extreme.
        Man muss ja nicht mal so weit gehen und die Serie als Ganzes kritisieren, es genügt ja oft schon wenn man ein Pairing kritisiert, dass der Gesprächspartner shippt. In der Regel endet das in einer wüsten Diskussion…

        „Das finde ich auch ganz gut so, aber das ist vielleicht eine der am schwersten umzusetzenden Dinge in dem Genre überhaupt. “
        Das auf jeden Fall.. Die Problematik ist halt, dass ich die Dinge gezeigt haben möchte und nicht gesagt. Ich brauche keinen MC oder Sidecharacter, der mir die Gefühle der Personen erklärt, das deutet doch in aller Regel nur darauf hin, dass dem guten Autor/Director kein besser Weg eingefallen ist. Das ändert aber nicht wirklich etwas an dem was du gesagt hast, so etwas mit Bildern zu zeigen ist und bleibt verdammt schwierig.

        „Aber wie gesagt, ob das wirklich stimmt weiß ich nicht, ich weiß es nur vom Hörensagen.“
        Ich habe soweit Ähnliches gehört, wobei ein Freund der eine Weile dort gelebt hat, dass das wohl auch mit der Zeit immer mehr abgenommen hat.
        Schlussendlich kann ich nachvollziehen, dass es gewisse kulturelle Unterschiede gibt und man diese einfach akzeptieren muss, aber es wäre schön, wenn man auf diesen „Problemen“ nicht so sehr herumreiten würde (was man ja z.B. in Tada-kun auch nicht gemacht hat).

        „Den habe ich tatsächlich zusammen mit einigen anderen Shinkais kurz nach Kimi no na wa geschaut und war von 5cm/s ehrlich nicht so begeistert. Es fühlte sich irgendwie wie derselbe Plot an, nur weniger ausgeführt und es fühlte sich für mich so an, als ob das Ende einfach fehlt. Als der Abspann lief dachte ich was hier endet der Film?“
        Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. Inwiefern fühl es sich denn wie derselbe Plot an, bzw. wo siehst du denn dort die Parallelen?
        Zwar war „Kimi no Na wa“ eine deutliche Steigerung im Vergleich zu „Kotonoha no Niwa“, aber schlussendlich bleibt 5cm/s mein Favorit unter Shinkais-Filmen, gerade auf Grund wie die Geschichte erzählt wurde, was gezeigt wurde und was nicht.

      • StarlinM00N sagt:

        „Als ich dann versucht habe nachzuhaken, wieso er diesen Anime denn so toll findet, ist das Gespräch recht schnell eskaliert, obwohl ich ihn eigentlich als sehr gesprächsbereite und diskussionsfreudige Person kenne. Ähnliche Erfahrungen durfte ich auch mit anderen machen, wenn auch nicht so extreme.“
        Das kann ich jetzt sogar verstehen. Die eigene erste Liebe ist heilig und wenn man die ähnlich in einem Anime sieht, gilt das schnell mal auch für diesen Anime. Für mich ist das aber glaube ich lange genug her, dass ich nichts Besonderes für die Serien hier empfinde, also wenn du dir davon was angesehen hast und kritisieren willst, nur zu.
        Aber danke für die Warnung. Ich werde aufpassen was ich über die Serien sage, die mir infolge dieses Artikels empfohlen wurden.

        „Ich habe soweit Ähnliches gehört, wobei ein Freund der eine Weile dort gelebt hat, dass das wohl auch mit der Zeit immer mehr abgenommen hat.“
        Bestimmt sieht man sowas deshalb in letzter Zeit nicht mehr so oft wie früher, wo das jeder zweite Anime beinhaltete.

        „Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. Inwiefern fühl es sich denn wie derselbe Plot an, bzw. wo siehst du denn dort die Parallelen?“
        Das ist jetzt schon eine Weile her, dass ich den gesehen habe und weil er halt nicht so mein Ding war, blieb auch nicht alles bei mir gespeichert, aber ging es da nicht auch um eine Fernbeziehung? Wenn ich mich richtig erinnere, wurden verschiedene Etappen dargestellt, oder waren es gar verschiedene Charaktere? Zwei Kids verlieben sich, sie trennen sich, sie bleiben getrennt. Punkt. So war das doch, oder? Das ist wie Kimi no na wa, nur ohne Körpertausch und Meteor und starke Szenen, also alles was irgendwie originell und eindrucksvoll an Kimi no na wa war. Mir gefiel jedenfalls insbesondere die Etappe am Ende nicht, sie fühlte sich so unnötig an, es gab keinen Höhepunkt, keine nennenswerte Struktur und keinen Konflikt, der irgendwie überwunden werden musste. Keine Handlung. Als es zu Ende war fragte ich mich, worum es überhaupt ging in dem Film. Aber meine Erinnerung ist ziemlich schwammig und deswegen kann ich das auch nicht besser artikulieren. Der Film sah aber dennoch wirklich schön aus, weswegen ich ihn auch nicht wirklich schlecht fand, all das Lob was er bekommt verdient er aber aus meiner Sicht auch nicht.

        „Zwar war „Kimi no Na wa“ eine deutliche Steigerung im Vergleich zu „Kotonoha no Niwa“, aber schlussendlich bleibt 5cm/s mein Favorit unter Shinkais-Filmen, gerade auf Grund wie die Geschichte erzählt wurde, was gezeigt wurde und was nicht.“
        Also mein Favorit ist definitiv Kimi no Na wa, Platz zwei ist bei mir Children who Chase Lost Voices, den irgendwie jeder hasst, weil er ähnlich wie ein Ghibli-Film ist, obwohl jeder Ghibli-Filme zelebriert wie sonstwas und CwCLV all das richtig gemacht hat, was mir an 5cm/s fehlte. Garden of Words und The Place promised in our early days hab ich beide noch nicht gesehen, ersteres sieht aber mehr nach einer Fanservice-OVA für Leute mit Fußfetisch aus und letzteres würde ich bestimmt mehr mögen als 5cm/s, aber weniger als CwCLV. Gucke ich mir sicher irgendwann noch an.

        • Neuling sagt:

          „Zwei Kids verlieben sich, sie trennen sich, sie bleiben getrennt. Punkt.“
          Die Aussage erinnert mich ein bisschen an diesen Tweet hier:

          Es steht dir natürlich frei den Film darauf zu reduzieren und rein oberflächlich gesehen kann ich dir auch nicht widersprechen, immerhin passiert genau das, aber ich glaube der Film hat durchaus mehr zu bieten als diese kurze Beschreibung vermuten lassen würde.

          Der Film wird, wie du schon festgestellt hast, in Etappen erzählt, wobei hier wichtig anzumerken ist, dass der Erzähler der „erwachsene“ Takaki ist. Dieser Umstand ist nicht ganz unwichtig, da sich Shinkai auch problemlos dazu hätte entscheiden können den Film, als aktives Erlebnis zu erzählen.
          Der erste Teil des Films „Cherry Blossom“ gibt uns die Einführung und erklärt in erster Linie wie sich die beiden kennen gelernt haben, sich verliebt haben (oder wie auch immer man das äquivalent in diesem Alter gerne nennen will) und wieso sie nicht mehr zusammen sind. Interessant ist hier, dass der erwachsene Takaki immer wieder die Naivität seines jungen Ichs anspricht. Genauso spannend ist, dass auch Akari in ihrem Brief Andeutungen macht, dass es vlt. schwierig werden könnte sich in Zukunft zu treffen, da sie nun besonders weit weg voneinander ziehen. Diese negative Einstellung zu einer Liebe steht im kompletten Gegensatz zu der idealisierten Fantasie, dass „Liebe alles mögliche überwindet und am Ende immer besteht“. Und auch wenn der junge Takaki die „Aussichtslosigkeit“ (das ist vlt. ein etwas hartes Wort) ihrer Situation bewusst ist, entscheidet er sich dafür sich an die Hoffnung zu klammern, dass vlt. doch etwas daraus werden könnte.

          In diesem Teil der Geschichte hat mir einfach gefallen wie realistisch Shinkai an die Thematik der Fernbeziehung gegangen ist. Keiner der Charaktere hat sich in irgendeiner Weise unlogisch verhalten, alle haben das gemacht, gesagt und getan, was ihrem Alter und Charakter entsprochen hat. Die Tatsache, dass er das erwachsene Ich, die Geschichte erzählen hat lassen, hat dem Ganzen nur einen besonders bitteren Nachgeschmack verliehen.

          Der zweite Teil „Cosmonaut“ stellt auf eine sehr schöne Art dar, was es heisst in jemanden verliebt zu sein, aber zu wissen, dass die eigenen Gefühle nicht erwidert werden.
          Weiter sehen wir in diesem Teil einen Takaki, welcher sich nicht mehr sicher ist wie er fühlt und sehen, dass er von gegensätzlichen Gefühlen geplagt wird. Nichtsdestotrotz hält er aber immer noch an seiner Liebe zu Akari fest, wohl wissend, dass daraus nie etwas werden wird.
          Und wieder verhält er sich nachvollziehbar und seinem Alter entsprechend! Egal wie bitter so etwas mit anzusehen ist, so hat es immerhin etwas Reales, bzw. lässt mich etwas fühlen.

          Für mich persönlich war der zweite Teil wohl der Schwächste der Drei, aber auf jeden Fall notwendig für das Ende.

          „Mir gefiel jedenfalls insbesondere die Etappe am Ende nicht, sie fühlte sich so unnötig an, es gab keinen Höhepunkt, keine nennenswerte Struktur und keinen Konflikt, der irgendwie überwunden werden musste. Keine Handlung.“
          Für mich persönlich gab es durchaus einen Höhepunkt, kurz vor Ende des Films, die Szene am Gleis. Der letzte Teil „5 Centimeter per Second“ ist in meinen Augen die Quintessenz des Films: Einer Fantasie aus der Vergangenheit, die niemals die Chance hatte Realität zu werden, nachzutrauern lässt dich als Menschen „kaputt“ gehen. Mit „kaputt“ meine ich hier, dass Takaki nicht in der Lage war andere bedeutungsvolle Beziehungen einzugehen, es nicht geschafft hat sich erfolgreich in die Arbeitswelt zu integrieren und in einen schon fast an Depression erinnernden Zustand eingetreten ist, wohingegen Akari glücklich verlobt ist. Er schottet sich immer weiter von den Menschen um ihn herum ab (oder vlt. besser gesagt von der ganzen Welt um ihn herum), dass er schlussendlich nicht einmal Akari bemerkt, als sie an ihm vorbeiläuft. Als er sie schliesslich bemerkt ist sie schon wieder verschwunden. Als Zuschauer muss ich mich natürlich fragen ob er sich besagtes Person vlt. nur eingebildet hat oder ob sie wirklich dort war.

          Der dritte Akt hat für mich vor allem die Message des Films noch einmal betont: Egal wie sehr wir uns gegen gewisse Dinge im Leben wehren, manches können wir einfach nicht beeinflussen. Es mag ein pessimistisches Portät einer Liebesgeschichte sein, aber ein reales, was auf jeden Fall mich beim Schauen berührt hat. Ein Vergleich zu Kimi no Na wa fällt mir wirklich schwer, da sie wirklich komplett andere Herangehensweisen an die gleiche Grundthematik haben, aber müsste ich mich für einen entscheiden, so wäre es 5cm/s, hauptsächlich weil mir der oben erklärte Realismus so gefallen hat und ich die pessimistische Herangehensweise doch sehr zu schätzen weiss.

          Das ist nun doch ein etwas langes Plä­do­yer für den Film geworden, nichtsdestotrotz hoffe ich, dass ich dir etwas näher bringen konnte, wieso der Film so hoch bei mir im Kurs steht.

          PS: CwCLV habe ich noch gar nicht gesehen, von daher kann ich dazu leider keinen Kommentar machen..

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