Kann man ein Spiel auch falsch spielen?

Als Kind hätte ich auf diese Frage definitiv mit „nein“ geantwortet, beziehungsweise hätte sich mir diese Frage gar nicht gestellt. Inzwischen denke ich jedoch anders darüber. Woran mag diese Entwicklung liegen? Bin ich vielleicht einfach älter geworden und sehe die Dinge jetzt anders? Oder haben sich die Games verändert? Diese Fragen, die Erklärung, was es denn überhaupt heißt, ein Spiel „falsch“ zu spielen, und was das heißt für diejenigen, die Spiele bewerten, will ich mit diesem Artikel klären.

Zunächst einmal, ja, natürlich kann man ein Spiel „falsch“ spielen. Wenn ich in Super Mario Bros. unentwegt in den ersten Gumba laufe und einfach keine Konsequenzen daraus ziehe, dann spiele ich das Spiel logischerweise falsch und werde gerechterweise vom Spiel mit einem Game Over bestraft. Wenn man es nicht richtig macht, verliert man, das ist der Kernaspekt jedes Games. Eine solche, eindeutige Art von „falsch Spielen“ meine ich in diesem Artikel aber nicht. Das „falsch Spielen“, von dem ich rede, erlaubt es einem, das Game sachgerecht durchzuspielen und zu gewinnen, aber dennoch hat man dabei etwas falsch gemacht.

Zur Erklärung ein kurzer Exkurs in meine Kindheit. Früher habe ich Spiele noch ganz anders gespielt als heute. Als ich ganz klein war und meine ersten Spiele gezockt habe, da habe ich die Spiele immer von vorne bis hinten gespielt. Wenn ich ein neues Game bekommen habe, dann war ich davon enorm begeistert und habe das meistens nicht aus der Hand gelegt, bis ich es durch hatte. Was nicht heißt, dass es immer eine angenehme Erfahrung war. Damals war ich auch noch nicht so gut in Spielen und deshalb haben mich Spiele auch öfters mal gefrustet. Aber ich habe sie dann meistens trotzdem weitergespielt, selbst wenn ich deswegen dauernd nur am ragen und verlieren war und es mir eigentlich überhaupt keinen Spaß mehr gemacht hat.

Das hat damals funktioniert, weil damals meine Umstände einfach anders waren. Damals war ich um neue Spiele zu bekommen auf meine Eltern angewiesen, weshalb ich meistens immer nur ein neues Game gleichzeitig hatte und das habe ich dann eben solange gespielt, bis ich es durch hatte. Und nunja, wir hatten bis ich sechzehn war oder so auch kein Internet und wenn nicht gerade Freunde zu Besuch waren, waren Videospiele so ziemlich meine einzige Beschäftigung neben Hausaufgaben und Fernsehen. Ich hatte halt keine anderen Hobbys und da hieß es für mich entweder ich zocke auf Teufel komm raus das Spiel weiter das ich gerade habe, egal ob es mich nur dazu bringt meinen Controller in die Ecke zu klatschen, oder ich sitze rum und langweile mich für den Rest des Tages. Was werde ich wohl gemacht haben?

Inzwischen hat sich aber einiges verändert. Heute besitze ich mein eigenes Geld und kann selbst entscheiden, was ich mir kaufe und was nicht. Es ist schon ne Weile her, da habe ich mir einen 3DS gekauft und einfach mal weil ich es konnte drei bis vier Spiele dazu, und da merkte ich wie anders es sich anfühlte, mehr als ein Game gleichzeitig zu haben, denn da konnte ich immer das spielen auf das ich einfach gerade den meisten Bock hatte! Selbst wenn ich da an einer Stelle hing, was natürlich auch nicht mehr so oft der Fall ist weil man einfach mit der Zeit besser wird, könnte ich einfach ein anderes Game zocken und müsste mich nicht mehr durchquälen so wie früher.

Vor allem hat sich aber auch mein Lebensstil geändert und nun übernehme ich selbst die Verantwortung, wofür ich meine kostbare Freizeit aufwenden möchte und wofür sie mir zu Schade ist. Das heißt, dass ich darüber urteile, was meine Zeit wirklich wert ist und ich habe generell mehr Dinge, die ich in meiner Freizeit anfangen könnte, als ich freie Zeit habe. So ist das eben, wenn man älter wird. Wenn mir etwas an einem Spiel nicht gefällt, dann überlege ich also, ob ich nicht doch lieber was anderes tun sollte.

Als Kind habe ich immer in jedem Game so ziemlich alles gemacht, das mir möglich war, das heißt wenn ich nicht zu blöd war, etwas zu schaffen oder zu finden, dann habe ich Games immer zu 100% gespielt. Schließlich hat man ja auch für das ganze Spiel bezahlt, warum sollte man sich also mit weniger zufrieden geben? Inzwischen treffe ich aber auf mehr und mehr Spiele, wo ich mir denke, dass ich eigentlich mehr Spaß mit ihnen gehabt hätte, wenn ich nicht versucht hätte, sie möglichst komplett zu spielen – einfach, weil das heißt, dass man dann auch die weniger spaßigen Stellen des Spiels erlebt.

Früher hatte ich mit dieser Spielweise keine Probleme, da ich größtenteils nur Nintendo-Games gespielt habe und Nintendo hat eigentlich immer darauf geachtet, dass ihre Spiele von Anfang bis Ende Fun blieben oder haben es zumindest versucht. Aktuell erscheint mir jedoch so ein Trend, dass die Spiele (auch bei Nintendo) immer umfangreicher werden und mit dem Umfang steigt leider auch der Anteil an Spielabschnitten oder Elementen die nicht ganz so Fun sind. Zelda: Breath of the Wild hat zum Beispiel eine riesige Spielwelt und im Prinzip massig an Content, aber ein Großteil dieses Contents besteht leider aus recht langweiligem Rumgelaufe und Krogs-Sammeln und auch viele der Schreine empfand ich als ziemlich enttäuschend.

Ähnlich haben Hyrule Warriors oder Fire Emblem Warriors genug Content um einen ein Jahr lang zu beschäftigen, wenn man das will, aber da wiederholen sich auch einfach nur die Maps hundertmal. Auch Super Mario Odyssey hatte einige Monde, die einem quasi einfach hingeschenkt wurden und hätte mit halb so vielen Mondern genauso funktioniert, auch wenn die Monde zu sammeln trotzdem noch zu jeder Zeit Spaß machte, im Gegensatz zu den Krogs in BotW. Und auch bei Xenoblade Chronicles 2 frage ich mich, ob es mir wirklich Wert ist, tagelang Kernkristalle zu farmen um auch die restlichen Blades zu bekommen und deren Harmonieerfolge vollzumachen. Es wirkt halt so ein wenig, als würde die Quantität langsam über die Qualität gestellt werden.

Aber mit dem steigenden Umfang werden die Spiele auch immer offener und frei begehbarer. Es zwingt mich ja schließlich niemand dazu, in Breath of the Wild alle 900 Krogs zu sammeln und genauso kann ich mich in Xenoblade Chronicles 2 auch einfach mit den Blades zufriedengeben die ich habe und werde dann viel mehr Spaß mit dem Spiel gehabt haben. Wenn ich jetzt die Verantwortung für meine freie Zeit übernehmen kann, dann sollte ich das auch innerhalb eines Spiels wirklich tun und nur das Spielen, worauf ich wirklich Lust habe.

Wichtig wird das insbesondere, wenn es an die Frage geht, wie man diese Spiele bewerten würde. Wie ihr ja mitbekommen habt, habe ich die meiste Zeit im Artikel nur über mich geredet, also darüber wie ich die Spiele spiele, und nicht über die Spiele selbst. Es lag also eher an meinen Entscheidungen als am Spiel selbst, ob und wie sehr das Spiel Spaß gemacht hat. Es wäre nicht richtig, das dem Spiel dann negativ anzurechnen, wenn es eigentlich meine eigene Schuld ist. Es braucht sich ja auch keiner zu beschweren, dass ihm ein RPG langweilig und zu leicht wäre, wenn er erst mal stundenlang grinden gegangen und dann für den Rest des Games 20 Level überlevelt ist. Dann hat er das Spiel einfach „falsch“ gespielt.

Bei einem Anime bin ich der Meinung, dass man ihn am angemessensten bewerten kann, wenn man auch wirklich jede Folge gesehen hat. Ich dachte immer, dasselbe gilt auch für Videospiele, aber nun bin ich mir nicht mehr so sicher. Es ist schließlich nicht umsonst ein Spiel und das Besondere an diesem Medium ist, dass man selbst darauf einwirken kann. Dass meine Handlungen in dem Spiel selbst bestimme. Solange die nervige oder frustrierende Stelle nicht ein Teil der Hauptstory des Spiels ist, kann ich ja selbst entscheiden, ob ich mir das antun will. Ich sehe optionale Inhalte eher als ein Angebot für die Fans des Gameplays, die dieses wahrnehmen können um noch ein wenig mehr von ihrem Spiel zu haben, aber wer das nicht möchte, muss es auch nicht. Ein solches Angebot ist deshalb immer was Positives, auch wenn man damit vielleicht nichts anfangen kann.

Es geht also letztlich um die Frage, ob man das Auf-Teufel-Komm-Raus-Auf-Hundert-Prozent-Spielen als „falsch“ spielen wertet, oder ob man der Ansicht ist, wenn es ein Teil des Spiels ist, dann gehört der zum Spiel dazu und dementsprechend in die Wertung mit rein, ungeachtet ob er nun optional ist oder nicht. Allerdings gehört es wie schon gesagt genauso zu einem Spiel dazu, dass man gewisse Freiheiten hat. Natürlich ist man ein Dödel, wenn man in New Super Mario Bros. einfach durchrennt, nach keinen Sternmünzen sucht und am besten noch mit ein paar Secret Exits ganze Welten überspringt und dann behauptet, das Spiel wäre viel zu kurz und viel zu einfach – einfach, weil man das meiste an Herausforderungen und Content gar nicht gesehen hat.

Aber das heißt umgekehrt auch nicht, dass man auch wirklich jeden Pixel abgelaufen sein muss, auf jede Plattform mindestens einmal gesprungen sein muss oder in einem RPG erst das Maximallevel ergrindet haben muss, bevor man sagen darf, man hätte alles gesehen. Wie entscheidet man also, wo die Grenzen liegen und was „falsch“ Spielen ist oder was wirklich die Schuld des Games ist? Ich würde sagen, die Antwort ist einfacher als gedacht: Ein Kritikpunkt ist nur dann gültig, wenn das Spiel einem nicht die Möglichkeit bietet, diesen Kritikpunkt durch anderes Spielverhalten selbst auszumerzen.

Man kann also nicht über fehlenden Content jammern, wenn dieser Content eigentlich da ist und man ihn einfach nur nicht wahrgenommen hat, oder rummeckern dass das Spiel zu leicht ist, wenn man es nicht auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad gespielt hat (oder umgekehrt). Komplizierter wird es bei Spielen wie Breath of the Wild, denn man muss zwar nicht alle Krogs sammeln, aber ohne verliert die Spielwelt auch einen Großteil ihres Reizes und was die Schreine angeht, weiß man ja vorher nicht, ob der Schrein jetzt megacool ist oder nur eine blöde Kraftprobe. Von daher liefert das Spiel einen keine ideale Lösung, auch wenn ich das Spiel viel besser empfunden hätte, wenn ich früher aufgehört hätte. Da bleibt der Kritikpunkt also erhalten.

Also, abschließend lässt sich sagen: Ja, man kann ein Spiel auch falsch spielen, sogar auf sehr viele verschiedene Weisen und je umfangreicher ein Spiel ist und je mehr optionale Inhalte es gibt, umso mehr kann man auch falsch machen, ohne dass das Spiel einen mit einem Game Over darauf hinweist, dass man etwas falsch gemacht hat. In gewisser Weise ist das nicht anders als das Leben auch. Denn z.B. kann man auch im Studium zwar einen Einser-Durchschnitt haben, aber trotzdem in Wirklichkeit viele Dinge, die man im Studium eigentlich lernen sollte, übergangen, einfach weil sie nicht praktischerweise in einer Klausur einfach abgefragt werden können.

Und das heißt letztlich, dass jede Art von Review fehleranfällig ist. Jeder spielt auf seine eigene Weise und die kann bei den verschiedensten Games wunderbar funktionieren, doch bei anderen dann wieder „falsch“ sein. Deswegen sollte man niemals auf eine Wertung etwas geben, deren Gründe man nicht kennt und bei den Gründen stets überlegen, ob sich diese nicht durch einen anderen Spielstil vermeiden ließen. Was leider schwer ist, wenn man das Spiel nicht selbst kennt und eigentlich dienen Reviews ja dazu, einen die Kaufentscheidung leichter zu machen… eine verzwickte Sache, das.

Was sich dafür allerdings sehr gut eignet, sind Videos von Let’s Playern. Dort kann man das Spiel aus nächster Nähe sehen und bekommt als unbeteiligter Zuschauer meistens als erster mit, wenn der LPer etwas „falsch“ spielt. Anhand der Anzahl der Parts kann man auch die ungefähre Länge des Spiels ausloten und wenn einem der Inhalt der ersten drei Parts zusagt, kann man es sich auch kaufen und selbst spielen. Ich habe dadurch schon ein paar Spiele für mich entdecken können, die ich sonst aufgrund von negativen Kritiken gemieden hätte, wie Paper Mario Color Splash oder die neueren Kirby-Spiele, die für dieses „falsch“ spielen irgendwie so anfällig sind, dass sich das schon in die Allgemeinheit einbürgert, dass sie schlecht wären. Leider wird man durch YT-LPs auch immer ein wenig über die Games gespoilt – aber das lässt sich auch nicht vermeiden, wenn man seine Vorurteile ausräumen möchte.

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19 Kommentare zu “Kann man ein Spiel auch falsch spielen?

  1. Kero sagt:

    Ich finde deinen Artikel nicht sonderlich gut. Du beschäftigst dich bei der Frage „Kann man ein Spiel auch falsch spielen“ mit vielen Thematiken die nicht ganz dazu passen. Zum einen ob ein Spieler das Spiel durchspielt oder nicht. Zum anderen passt die Vergangenheit auch nicht wirklich rein.
    Bezüglich letzteres kann ich ja behaupten, dass du damals und heute nie richtig Mario gespielt hast, womit ich die eigentliche Diskussion beginnen würde. Deine Frage sollte mehr über das Gameplay abzielen, denn ob ich als Spieler alle Fragmente sammle oder nicht, ist mir ja eh freigestellt. Aber ob ich da im Stealth Modus oder als Duke Nukem Style durch die Levels rushe ist doch der entscheidendere Punkt.
    Und bezüglich Lets Play… ich will ja nicht sagen, aber mittlerweile kann man sich Lets Play von großen YouTubern gar nicht mehr anschauen, da wird das Spiel immer als super toll angepriesen, da sind meistens die Kommentare unter den Lets Plays kritischer. Darüber hinaus kann der Lets Player das Spiel selbst falschspielen, wodurch der Zuschauer falsche Vorstellungen vermittelt bekommt.
    Insgesamt weiß ich nicht worauf du hier hinaus möchtest. Ich gebe dir mal ein klassisches Beispiel vom falschspielen. Bei einem Koop Game, nehmen wir ein Taktik Shooter, in der ein Mitspieler meint im Solo durch zu rushen und dann verreckt. Kein Teamplayer und zieht das Team offensichtlich runter. Oder wenn bei Counter Strike alle zustimmen nach A zu rushen und einer trotzdem meint nach B zu laufen.
    Grade bei Multiplayer Games gibt es unzählige Beispiele, wie man das Game nicht richtig zockt. Ich denke, dass das die eigentliche Grunddiskussion sein sollte und nicht, ob ich optionalen Content mitnehme oder nicht.
    Es wäre auch interessant ob man im Singleplayer überhaupt falschspielen kann.

    • StarlinM00N sagt:

      „Ich finde deinen Artikel nicht sonderlich gut.“
      Das Gefühl hatte ich beim Schreiben auch, weswegen es mir echt schwer fiel diesen Artikel zu beenden. Von daher stimme ich dir soweit zu, aber deine Kritikpunkte im Detail kann ich nicht wirklich akzeptieren. Gleich zu Beginn:

      „Du beschäftigst dich bei der Frage „Kann man ein Spiel auch falsch spielen“ mit vielen Thematiken die nicht ganz dazu passen. Zum einen ob ein Spieler das Spiel durchspielt oder nicht.“
      Das stimmt nämlich nicht, Durchspielen war nie irgendwo Thema des Artikels. Zentral war vielmehr was man über das Durchspielen hinaus tut, also quasi alles andere.

      „Bezüglich letzteres kann ich ja behaupten, dass du damals und heute nie richtig Mario gespielt hast, womit ich die eigentliche Diskussion beginnen würde.“
      Und warum würdest du das tun wollen und was würde das bringen? Das verstehe ich absolut nicht.

      „Aber ob ich da im Stealth Modus oder als Duke Nukem Style durch die Levels rushe ist doch der entscheidendere Punkt.“
      Das ist es finde ich absolut nicht. In MGS3 gibt es Erfolge die man sich gerade dadurch freispielt, dass man durchrushed oder sich Zeit lässt und das Spiel reagiert auch dementsprechend (z.B. ist ein Bosskampf dann anders). Von daher sind beide Spielweisen in dem Spiel völlig legitim und jeder kann das machen, was ihm am meisten Spaß macht.

      „Insgesamt weiß ich nicht worauf du hier hinaus möchtest. Ich gebe dir mal ein klassisches Beispiel vom falschspielen. Bei einem Koop Game, nehmen wir ein Taktik Shooter, in der ein Mitspieler meint im Solo durch zu rushen und dann verreckt. Kein Teamplayer und zieht das Team offensichtlich runter. Oder wenn bei Counter Strike alle zustimmen nach A zu rushen und einer trotzdem meint nach B zu laufen.“
      Das ist genau die Art von Falschspielen, um die es mir im Artikel eben nicht geht, weil es eben einfach eindeutig falsch ist und es sich doch gar nicht lohnt überhaupt darüber zu reden. Worüber sollte man da diskutieren? Es gibt da keine Kontroverse oder verschiedene Meinungen, die man diesbezüglich haben kann.

      „Es wäre auch interessant ob man im Singleplayer überhaupt falschspielen kann.“
      Worüber ich ja auch so ziemlich im ganzen Artikel rede, oder etwa nicht?

      Also ich kann aus deinem Kommentar folgendes rauslesen: Du besitzt deine Auffassung vom „Falschspielen“ und hast gemerkt, dass das Thema des Artikels nicht viel damit zu tun hat, woraus du geschlossen hast, dass der Artikel an dem Thema vorbeiredet. Aber es sollte mir in dem Artikel im Vornherein um eine Art des Falschspielens gehen, das über das einfache Sich-Wie-Der-Letzte-Idiot-Verhalten hinausgeht, also kann man ein Spiel auch dann falschspielen, wenn man eigentlich alle grundlegenden Dinge richtig macht. Also vielleicht ohne, dass man es auch als logisch denkende, intelligente Person mit gesundem Menschenverstand sofort merkt? Ich wollte damit das Verständnis vom „Falschspielen“ auf diesem Wege erweitern.

      Ich halte deine Kritik daher für ein Missverständnis. Mir ist klar, dass dieses Missverständnis an der fehlenden Klarheit meines Artikels liegt, ich sagte ja, dass ich ihn selbst nicht sonderlich gut finde. Deswegen ist es wichtig, das jetzt in den Kommentaren zu klären.

      Edit: Mal ein genaues Beispiel: Ich schaue das LP von Bruugar zu „Dino Crisis 2“ , ein Spiel dass ich in meiner Kindheit sehr gemocht habe. In dem Spiel kommen auf Schwer Gegner, sobald man bestimmte Areale betritt, und wenn man zurückgeht, kommen diese Gegner wieder. Der LPer rennt in seinem LP immer wieder absichtlich vor und zurück, um neue Gegner zu spawnen, und beschwert sich dann, dass das Spiel ihm „zu viel Geballer“ ist. (Als Referenzpunkt hier Part 6 des LPs in dem er dies anspricht). Das, obwohl er viel weniger ballern müsste, würde er eben nicht immer wieder andauernd zurückgehen, sondern einfach versuchen, sich ins nächste Areal vorzukämpfen.
      Er spielt das Spiel damit nicht literally falsch (ohne Anführungszeichen), denn auch mit dieser Spielweise kann man durch das Spiel kommen und bekommt auf die Weise sogar Punkte durchs Gegner-Töten. Er hätte aber nach eigenen Aussagen mehr Spaß, würde er nicht andauernd zurückrennen und daher spielt er das Spiel aus meiner Sicht „falsch“. „Falsch“ spielen, das heißt das Spiel auf eine Weise spielen, dass man weniger Spaß damit hat, obwohl das Spiel einem die Möglichkeit bietet, anders zu spielen. Die Aussage, dass das Spiel nur Geballer wäre, ist somit einfach falsch, da er freiwillig mehr ballert als nötig wäre und daher kein Kritikpunkt, der dem Spiel, sondern seiner „falschen“ Spielweise anzulasten ist. Ich hoffe, damit konnte ich das Problem deutlich machen.
      Edit Ende.

      Separat möchte ich jetzt noch auf deine Meinung zu Let’s Plays eingehen:
      „Und bezüglich Lets Play… ich will ja nicht sagen, aber mittlerweile kann man sich Lets Play von großen YouTubern gar nicht mehr anschauen, da wird das Spiel immer als super toll angepriesen, da sind meistens die Kommentare unter den Lets Plays kritischer.“
      Beziehst du dich auf jemand bestimmtes? Mein Eindruck von den LPern die ich kenne ist da etwas anders. Gut, Gronkh neigt wirklich dazu, auch jeden Mist zu hypen, aber damit ist er unter den LPern die ich kenne eher die Ausnahme (und der spielt eigentlich eh selten Games, die mich interessieren zu kaufen). In den Kommentaren habe ich indes eher selten eine Meinung gefunden, die ich unterstützten würde.
      Aber davon abgesehen bedeutet die Meinung des LPers ja nicht, dass man sich nicht selbst eine Meinung bilden kann – was die von dir angesprochenen im Gegensatz dazu Kritischen Kommentare sogar beweisen! Man sollte halt primär auf das Spiel achten und nicht auf die Meinung des LPers.

      „Darüber hinaus kann der Lets Player das Spiel selbst falschspielen, wodurch der Zuschauer falsche Vorstellungen vermittelt bekommt.“
      Ja das kann vorkommen, weswegen ich auch geschrieben habe, dass es einfacher ist, wenn man das Spiel selbst kennt. Aber ich finde auch so kann man merken, wenn der LPer das Spiel falsch spielt oder einfach anders als man selbst spielen würde, und sich dann überlegen ob es mit der eigenen Spielweise für einen interessant wäre.
      In jedem Fall liefert ein Let’s Play einen besseren Eindruck vom Spiel als eine schlichte Zahlenwertung oder auch ein geschriebenes Review, bei dem man nicht mal mitbekommt, wie der Schreibende nun gespielt hat und ob er im Zweifelsfall überhaupt das Spiel mehr als ein paar Minuten in der Hand gehabt hat.

      • Kero sagt:

        „Das stimmt nämlich nicht, Durchspielen war nie irgendwo Thema des Artikels. Zentral war vielmehr was man über das Durchspielen hinaus tut, also quasi alles andere.“

        Du sagst aber:

        „Als Kind habe ich immer in jedem Game so ziemlich alles gemacht, das mir möglich war, das heißt wenn ich nicht zu blöd war, etwas zu schaffen oder zu finden, dann habe ich Games immer zu 100% gespielt. Schließlich hat man ja auch für das ganze Spiel bezahlt, warum sollte man sich also mit weniger zufrieden geben?“

        Danach unterscheidest du aus meiner Sicht, inwiefern dein Playstyle sich mit deiner Kindheit unterscheidet oder verstehe ich das falsch? Du gehst ja schon sehr stark drauf ein. Also nirgendwo ist übertrieben, ob es zentrale Thematik war lässt sich auch streiten meines Erachtens

        „Das ist es finde ich absolut nicht. In MGS3 gibt es Erfolge die man sich gerade dadurch freispielt, dass man durchrushed oder sich Zeit lässt und das Spiel reagiert auch dementsprechend (z.B. ist ein Bosskampf dann anders). Von daher sind beide Spielweisen in dem Spiel völlig legitim und jeder kann das machen, was ihm am meisten Spaß macht.“

        Diese Aussage überrascht mich jetzt aber, weil beim Mario Beispiel hast du ganz klar gesagt, dass gegen den Gumba laufen falsch ist. Ich zitiere nochmal.
        „Zunächst einmal, ja, natürlich kann man ein Spiel „falsch“ spielen. Wenn ich in Super Mario Bros. unentwegt in den ersten Gumba laufe und einfach keine Konsequenzen daraus ziehe, dann spiele ich das Spiel logischerweise falsch und werde gerechterweise vom Spiel mit einem Game Over bestraft.“
        „Von daher sind beide Spielweisen in dem Spiel völlig legitim und jeder kann das machen, was ihm am meisten Spaß macht.“
        Demnach ist Spaß am Spiel = richtigen Spielen oder steckt da viel mehr hinter? Ich finde die zwei Aussagen widersprechen sich sehr stark. Was machst du denn, wenn jemand Spaß dran hat gegen den Gumba zu laufen? Es hört sich absurd an, aber bedeutet Spaß = richtig spielen?

        „Das ist genau die Art von Falschspielen, um die es mir im Artikel eben nicht geht, weil es eben einfach eindeutig falsch ist und es sich doch gar nicht lohnt überhaupt darüber zu reden. Worüber sollte man da diskutieren? Es gibt da keine Kontroverse oder verschiedene Meinungen, die man diesbezüglich haben kann.“

        Ich finde die Aussage davor passt hier immer noch.
        „Von daher sind beide Spielweisen in dem Spiel völlig legitim und jeder kann das machen, was ihm am meisten Spaß macht“
        Für mich als Spieler kann das egoistische Verhalten doch total viel Spaß machen. Oder im Multiplayer cheaten und alle anderen fertig machen. Es kann auf jeden Fall Spaß machen, aber wir sind uns ja beide einig, dass das nicht richtiges spielen ist oder etwa doch? Die Aussage mit Spaß haben beißt sich jetzt hier wieder.

        Bezüglich der Lets Play Thematik möchte ich nicht wirklich drauf eingehen, weil das ein eigenes Thema für sich werden könnte. 🙂

      • StarlinM00N sagt:

        „Du sagst aber:“
        Ah, dadurch kommst du darauf. Interessant, kennst du das nicht so? Mit „100%-Spielen“ meinte ich alles in dem Spiel komplettieren, also alle Sammelgegenstände finden, alle Nebenquests erledigen, alle Fähigkeiten und Waffen aufrüsten und allgemein alles in dem Spiel tun, was geht, sodass einem das Spiel idealerweise eine „100%“ auf dem Spielstand anzeigt. Das schließt also alle optionalen Inhalte mit ein.
        „Durchspielen“ heißt bei mir einfach nur die Hauptstory beenden. Dafür muss man meistens nicht alle Items gefunden, alle Level gespielt, etc. haben. Verwendest du die Begriffe anders? Eingehen wollte ich nur auf das 100%-Spielen.

        „ob es zentrale Thematik war lässt sich auch streiten meines Erachtens“
        Streiten können sich darüber höchstens zwei Unbeteiligte. Ich selbst sollte aber schon wissen, worum es in meinem eigenen Artikel gehen solle.

        „Diese Aussage überrascht mich jetzt aber, weil beim Mario Beispiel hast du ganz klar gesagt, dass gegen den Gumba laufen falsch ist. Ich zitiere nochmal.“
        Das Mario-Beispiel stammte auch aus dem Abschnitt, wo es um die Art des Falschspielens geht, die eben nicht das zentrale Thema des Artikels sein sollte. Also das Falschspielen, das in einem Game Over endet. Das eigentliche Thema des Artikels ist eine Spielweise, mit der man weniger Spaß hat, als das Spiel einem erlaubt. Es würde sich wohl anbieten, zwei verschiedene Begriffe dafür anzuwenden.
        Ich nehme Herrn Hauchs Vorschlag an und nenne die „Falschspielen = Game Over“-Variante lieber „Versagen“. Oder machen wir, dass es weniger gemein klingt: „Scheitern“. Wer in den ersten Gumba in Mario läuft, der scheitert. Wer wie ein aufgestochenes Huhn in einem Shooter-MMO rumläuft und dauernd abgeknallt wird, der scheitert auch. Wer aber in MGS Rambo-Mode geht und damit durchkommt, der ist aber nicht gescheitert und macht damit erstmal auch nichts falsch.
        Wie nennen wir jetzt die zweite Variante? „Sich-selbst-den-Spaß-vermiesen?“ Es klingt ungelenk, macht es aber vielleicht etwas deutlicher.
        Jedenfalls sind das zwei verschiedene Dinge und die Aussagen, die du da zueinander ins Verhältnis setzt, bezogen sich jeweils auf verschiedene Arten des Falschspielens. Sie sind nicht in Zusammenhang zu bringen.

        „Ich finde die zwei Aussagen widersprechen sich sehr stark. Was machst du denn, wenn jemand Spaß dran hat gegen den Gumba zu laufen?“
        Das ist ein interessanter Gedanke. Ich glaube ja nicht, dass auch nur irgendjemand daran Spaß haben würde, stundenlang an derselben Stelle eines Spiels zu scheitern – das sagt mir unter anderem auch die Erfahrung.
        Aber ich schließe jetzt mal nicht aus, dass man auch am Scheitern in bestimmten Fällen Spaß haben kann. Etwa wenn man auf lustige Weise stirbt, sich durch den Boden glitcht oder manchmal haben Spiele auch interessante Sterbeanimationen oder gar elaborierte Bad Endings. Daran habe ich wirklich nicht gedacht.
        Ist aber auch kein Problem, wenn wir Scheitern und Sich-selbst-den-Spaß-vermiesen voneinander trennen.

        „bedeutet Spaß = richtig spielen?“
        Man spielt, um Spaß zu haben, oder etwa nicht? Deswegen finde ich nach wie vor, dass Falschspielen keine allzu schlechte Ausdrucksweise für Sich-selbst-den-Spaß-Vermiesen ist, denn wenn man beim Spielen keinen Spaß hat und dies die eigene Schuld ist, dann macht man ganz eindeutig etwas falsch.

        „Für mich als Spieler kann das egoistische Verhalten doch total viel Spaß machen. Oder im Multiplayer cheaten und alle anderen fertig machen. Es kann auf jeden Fall Spaß machen, aber wir sind uns ja beide einig, dass das nicht richtiges spielen ist oder etwa doch? Die Aussage mit Spaß haben beißt sich jetzt hier wieder.“
        Also Sich-selbst-den-Spaß-Vermiesen ist es dann schonmal nicht. Das ist ja dann schon eher Anderen-Spielern-den-Spaß-Vermiesen. Und das würdest du als Falschspielen bezeichnen? Wenn er damit sein Team benachteiligt, wäre es auf jeden Fall Scheitern. Dass Scheitern Falschspielen ist, müssen wir nicht erst diskutieren, oder? Das Spiel sagt einem ja eindeutig, dass man etwas falsch gemacht hat, indem man Leben verliert, Game Over geht, etc.
        Wenn er jetzt aber „cheatet und alle anderen fertig macht“, dann gewinnt er ja. Das ist unfaires Spielen, egoistisches Spielen, aber ist es falsch? Was macht er denn falsch?

        Für ne kurze Zusammenfassung, bisher haben wir erarbeitet:

        Oberbegriff „Falschspielen“:
        – Variante A: Scheitern
        – Variante B: Sich-selbst-den-Spaß-vermiesen (Arbeitsbegriff – bessere Bezeichnung sollte dafür gefunden werden)
        – Variante C: Cheaten?

        Also bisher wurde zumindest eine Aussage aus meinem Artikel bekräftigt:

        „Ja, man kann ein Spiel auch falsch spielen, sogar auf sehr viele verschiedene Weisen“

        (:

        „Bezüglich der Lets Play Thematik möchte ich nicht wirklich drauf eingehen, weil das ein eigenes Thema für sich werden könnte. “
        Eine gute Entscheidung.

  2. Eisigerhauch sagt:

    Wenn ein Buch nicht stringent geschrieben ist, dann lese ich es nicht falsch. Ich mache mir höchstens den Aufwand die wertvollen Zeilen aus dem Buch-Sumpf zu ziehen. Es gibt eine große Anzahl von Spielen welche eine Menge von sehr flachem Inhalt haben, besonders wenn es sich um „offene Welt“ Spiele handelt. Die Frage ist dann, was kann man in diesem Spiel machen?
    Daraus folgt:
    Sind die Hauptspielsequenzen unterhaltsam?
    Wie-viel Zeit muss ich in schlechte Abschnitte investieren um zu den guten Abschnitten zu gelangen?
    Welche Hilfsmittel benötige ich um die interessanten Abschnitte oder Sequenzen zu erleben?
    Kommuniziert das Spiel die unterhaltsamen Inhalte in angemessenem Maße?
    Verleiht mir das Spiel die nötigen Werkzeuge um eine unterhaltsame Zeit zu erleben?

    Aus meiner Sicht ist „falsch spielen“ kein Begriff den man hier so anwenden kann. Auch in den ersten Gegner eines Spiels zu laufen bedeutet nur zu versagen. Versagen heißt nicht einmal, dass man es schlecht spielt.

    Dinge die man auch in einem Spiel machen kann, mit oder ohne Publikum:

    Sich nicht über Mechaniken informieren oder sonstige Dinge missverstehen.
    Absichtlich Spielmechaniken ausnutzen um die Intention des Spieleentwicklers nicht wahrzunehmen (wenn man dann ein Publikum hat, welches man mit diesem Drama unterhalten kann – egal ob harmlose Macke, Rekorde jagendes schnell-durch-spielen oder absichtliches Ausnutzen mit vermeintlicher Ignoranz – liefert das wenig aufwändigen Inhalt).
    Mehr Zeit in eine alternative Spielweise investieren die nicht der Spielart der meisten Spieler entspricht.
    Spielzeit nicht lösungsorientiert einsetzen.

    Hier Arten wie man ein Spiel tatsächlich falsch spielen kann:

    1. Man kann ein Spiel emulieren. Diese Emulation entspricht nicht dem eigentlichen Produkt. Das Gespielte ist falsch.
    2. Man kann einen Rechner besitzen welcher die Mindestanforderungen eines Spieles nicht leisten kann. Das Spiel hat nicht die erforderlichen Ressourcen.
    3. Man kann die Programmierung des Spieles ändern um auf Inhalte zuzugreifen welche nicht verfügbar sein sollten oder um Parameter zu verändern. Es werden betrügerische Absichten verfolgt (nicht zu verwechseln mit dem unterstütztem modifizieren von Inhalten).

    Sollte man sich nicht eher fragen in wie weit es relevant ist, dass man für die eigene Empfindung gegenüber einem Spiel oder Spielinhalten verantwortlich ist? Kann man es „schuld sein,“ wenn der Inhalt als weniger unterhaltsam angesehen wird oder ein Missverständnis von Mechaniken etc. entsteht?

    • Baphomehmet sagt:

      Ist das dann aber tatsächlich falsch Spielen oder „bloß“ (nicht abwertend gemeint) eine falsche Herangehensweise an das Spiel? Du sprichst z. B. von Mindestanforderungen, aber die kann man ausreizen – man kann z. B. bis zu einem gewissen Grad Abstriche in der Darstellungsqualität hinnehmen und trotzdem das Spiel wie jeder andere spielen und am Spielgeschehen Spaß haben. Sieht halt nur scheiße aus. Und auch bei der Emulation ändere ich ja nichts am Spielinhalt, ich nutze nur ein anderes Eingabe- und Darstellungsmittel. Oft genug nehmen die Spielentwickler einem diese Arbeit durch spätere Portierungen sogar ab.

      Bei den Trainern (dein 3. Punkt) muss ich aber zustimmen, damit treibt man definitiv ein falsches Spiel.

      • StarlinM00N sagt:

        „damit treibt man definitiv ein falsches Spiel“
        Wortspiele sind zwar lustig, aber wenn wir das Wort „falsch“ noch weiter überstrapazieren, dann versteht bald keiner mehr, was überhaupt Sache ist. Ich hoffe, wir kriegen das noch aufgeräumt.

    • StarlinM00N sagt:

      „Wenn ein Buch nicht stringent geschrieben ist, dann lese ich es nicht falsch. “
      Außer, du liest: „Hurensohn“ obwohl da steht: „guter Lohn“.

      „Daraus folgt:
      Sind die Hauptspielsequenzen unterhaltsam?
      Wie-viel Zeit muss ich in schlechte Abschnitte investieren um zu den guten Abschnitten zu gelangen?
      Welche Hilfsmittel benötige ich um die interessanten Abschnitte oder Sequenzen zu erleben?
      Kommuniziert das Spiel die unterhaltsamen Inhalte in angemessenem Maße?
      Verleiht mir das Spiel die nötigen Werkzeuge um eine unterhaltsame Zeit zu erleben?“
      Schöne Beispiele für Fragen, mit denen sich entscheiden lässt ob fehlender Spaß jetzt am Spiel liegt oder auf Sich-selbst-den-Spaß-vermiesen zurückzuführen ist.

      „Aus meiner Sicht ist „falsch spielen“ kein Begriff den man hier so anwenden kann.“
      Und warum nicht?

      „Auch in den ersten Gegner eines Spiels zu laufen bedeutet nur zu versagen. Versagen heißt nicht einmal, dass man es schlecht spielt.“
      Versagen führt aber dazu, dass das Spiel einen sanktioniert und kommuniziert, dass man etwas falsch gemacht hat. Weiterhin hindert es einem am weiterkommen und demnach am Erreichen von weiteren, unterhaltsamen Abschnitten.
      Man spielt.
      Man macht dabei etwas falsch.
      Ergo hat man falsch gespielt.

      „Sich nicht über Mechaniken informieren oder sonstige Dinge missverstehen.“
      …kann zu einer falschen Spielweise führen.

      „Absichtlich Spielmechaniken ausnutzen um die Intention des Spieleentwicklers nicht wahrzunehmen“
      Ein interessanter Punkt, wäre noch zu überlegen ob ein Spiel nicht in der Vorgesehenen Weise zu spielen falsch ist. Wäre deiner Analogie mit dem Buch ja nicht der Fall: Solange das Spiel es einen ermöglicht, ist es egal ob der Autor oder in diesem Falle der Entwickler beabsichtigt hat.

      „Mehr Zeit in eine alternative Spielweise investieren die nicht der Spielart der meisten Spieler entspricht.“
      Kann falsch sein, muss es aber nicht. Ist insofern erstmal nur anders Spielen und ob das jetzt richtig oder falsch ist, hängt davon ab, ob man mit dieser Spielweise scheitert oder Sich-selbst-den-Spaß-vermiest.

      „Spielzeit nicht lösungsorientiert einsetzen.“
      Ebenfalls ein interessantes Phänomen das sich noch lohnen würde separat zu diskutieren. Habe ich als Kind einfach nicht gekonnt einfach Zeit in ein Spiel zu investieren ohne auf irgendetwas hinzuarbeiten. In gewisser Weise ähnelt das ja dem Scheitern, da man auch damit nicht weiterkommt; allerdings verliert man auch nicht – in anderen Worten: Man macht damit nichts falsch, allerdings auch nicht richtig. Sollte demnach nicht als Falschspielen bezeichnet werden, zumal diese Spielweise auch Spaß machen kann.

      „Hier Arten wie man ein Spiel tatsächlich falsch spielen kann:

      1. Man kann ein Spiel emulieren. Diese Emulation entspricht nicht dem eigentlichen Produkt. Das Gespielte ist falsch.“
      Das ist allerdings falsch ausgedrückt. Das Spiel wird dadurch nicht geändert, wie Bapho schon sagt, das Gespielte ist also echt, es ist eher die Konsole, die falsch ist. Schwierig, ob das als Falschspielen bezeichnet werden kann, oder nicht. Man führt schließlich als Spieler keine Handlungen durch, die sich vom normalen Spielen unterscheiden und daher stets als falsch bezeichnet werden können, es ist vielmehr die Art und Weise, wie das Spielen zustande kommt, die nicht so vorgesehen ist. Die Art und Weise des Spielens ist falsch. Könnte man als Falschspielen bezeichnen. Illegales Spielen scheint aber angebrachter.

      „2. Man kann einen Rechner besitzen welcher die Mindestanforderungen eines Spieles nicht leisten kann. Das Spiel hat nicht die erforderlichen Ressourcen.“
      Kann man ein Spiel dann nicht einfach gar nicht spielen?

      „3. Man kann die Programmierung des Spieles ändern um auf Inhalte zuzugreifen welche nicht verfügbar sein sollten oder um Parameter zu verändern. Es werden betrügerische Absichten verfolgt (nicht zu verwechseln mit dem unterstütztem modifizieren von Inhalten).“
      Also Cheaten. Haben wir ja oben schon und überlasse ich deshalb mal der Diskussion mit Kero, es sei denn, du hast da noch etwas hinzuzufügen?

      „Sollte man sich nicht eher fragen in wie weit es relevant ist, dass man für die eigene Empfindung gegenüber einem Spiel oder Spielinhalten verantwortlich ist? Kann man es „schuld sein,“ wenn der Inhalt als weniger unterhaltsam angesehen wird oder ein Missverständnis von Mechaniken etc. entsteht?“
      Du meinst also… genau wie das, worüber ich im Artikel die ganze Zeit rede? Langsam glaube ich ich lebe mal wieder in einer Parallelwelt in der in meinem Artikel etwas ganz anderes steht, als bei euch.

      • Eisigerhauch sagt:

        Es geht mir einerseits um eine begriffliche Ebene, andererseits was daraus folgt.
        Wenn man das Wort falsch verwendet dann gibt es diese Ebenen auf denen etwas „falsch“ sein kann laut https://de.wiktionary.org/wiki/falsch:

        [1] unrichtig (durch Irrtum oder Unwissenheit), tatsächlich anders
        [2] gelogen, nicht den Tatsachen entsprechend
        [3] beim Spiel: betrügerisch
        [4] nachgemacht
        [5] als Charakter: verlogen
        [6] als Wahrheitswert in der Logik: nicht wahr

        Wenn man also einen solchen Begriff nimmt sollte man sich dem bewusst sein, was es impliziert. Das kann man mit dem Spielen in Verbindung setzten und man merkt schnell das es viele Ebenen gibt auf die man Versuchen kann diesen Begriff anzuwenden. Das ist sehr unpräzise.

        Baphomehmet schreibt:
        „Ist das dann aber tatsächlich falsch Spielen oder „bloß“ (nicht abwertend gemeint) eine falsche Herangehensweise an das Spiel?“
        Das ist der Punkt in dem ich mich hauptsächlich in meinem ersten Beitrag beschäftige.

        Kommt man dann zu meinen 3 Punkten wie etwas „tatsächlich falsch“ (gespielt, existent?) sein kann sieht man die Problematik, zumindest war das meine Intention.

        Wenn ich formal logisch in einen Gumba rein-laufe, dann ist das ein Zustand der dem Spiel und dem vorgesehen Rahmen entspricht, bzw. zutreffen kann und soll. Er ist wahr. Das Scheitern ist ein Teil des Spiels, wie in anderen Artikeln auch argumentiert wurde, ein Teil der den Spiel-Ethos erst überhaupt definiert – z.B. bei visuellen Novellen.
        Wenn ich das immer wieder mache, ich laufe wieder und wieder in den Gumba rein, dann erfahre ich nur nicht mehr von dem Spiel. Irgendwann habe ich vielleicht keine Lust mehr und höre auf das Spiel zu spielen. Das hat nicht mit einem Wahrheitswert zu-tun. Bei dem Spiel handelt es sich auch um das „echte“ in welchem dieser Teil des Spiels vorgesehen ist (bei Crash Bandicoot z.B. lohnt es sich sogar sehr die witzigen Szenen zu sehen).
        Auch wenn Dein Artikel diese Art von „falsch spielen“ nicht als zentrales Thema hat, definierst Du so-etwas als falschspielen. Hier haben wir schon einen Konflikt. Anscheinend meinst du gar nicht „falsch“ oder „falsch“ heißt hier nicht: nicht der Wahrheit entsprechend.

        Deine Definition folgt:
        „von dem ich rede, erlaubt es einem, das Game sachgerecht durchzuspielen und zu gewinnen, aber dennoch hat man dabei etwas falsch gemacht.“

        Das kann man so zunächst stehen lassen und akzeptieren. Wenn wir also auf 1-6 zurückschauen können wir uns fragen, was auf eine solche Aussage anwendbar ist:
        1. Tatsächlich anders durch Irrtum oder Unwissenheit trifft also nicht ein, Scheitern ist Teil des Spieles – 6. hat die gleiche Argumentation zum Ausschluss.

        Spielen wir auf eine betrügerische Art und Weise? Spielen wir auf eine Art und Weise die nicht dem Ethos des Spiels entspricht? Ist das Spiel selbst nicht das richtige und unser Spielen wird durch eine Art Spiegelbetrachtung nachgemacht?

        Was hier interessant erscheint sind Folgende Punkte:
        1. „sachgerecht“ also auf eine angemessene Art und Weise.
        2. „zu gewinnen?“ Günstige Umstände, einen Preis, Wohlwollen – etwas wünschenswertes/erstrebenswertes erlangen.

        Wenn man das genau ließt hat man hier wieder einen Konflikt. Man kann hier nämlich etwas tatsächlich anders, durch Irrtum oder Unwissenheit, erlangen – uns-zwar das, was nicht erstrebenswert/wünschenswert ist.
        Also eigentlich etwas, was wir vorher ausgeschlossen hatten?

        Wir befinden uns hier auf einer anderen Ebene. Die erste ist das reine Spielen. Die zweite ist das zielgerichtete Spielen.
        Hier, auf der zweiten Ebene, entpuppt sich eine weitere Problematik, die des Wünschenswerten/Erstrebenswerten.

        Im Verlauf der nächsten Abschnitte gehst Du auf auf Aspekte ein, welche das Wünschenswerte/Erstrebenswerte beeinflussen können. Eine Auflistung:
        Die Zugänglichkeit (Abhängigkeiten, Verfügbarkeit, Alternativen).
        Der Qualitativen Wahrnehmung (Aufwand, Alternativen, Freiheit).

        Das äußert sich dann in Ansichten wie:
        „Natürlich ist man ein Dödel, wenn man in New Super Mario Bros. einfach durchrennt, nach keinen Sternmünzen sucht und am besten noch mit ein paar Secret Exits ganze Welten überspringt und dann behauptet, das Spiel wäre viel zu kurz und viel zu einfach“

        und endet dann in der Aussage:
        „Ein Kritikpunkt ist nur dann gültig, wenn das Spiel einem nicht die Möglichkeit bietet, diesen Kritikpunkt durch anderes Spielverhalten selbst auszumerzen.“

        Das ist aus meiner Sicht eine kaum fassbare Aussage.
        Darauf folgt dann eine kurze Auseinandersetzung mit Opportunitätskosten. Das Ganze soll ich dann auch auf Rezensionen übertragen können. Diese Rezensionen seien dann plötzlich „fehleranfällig.“

        Warum fragt man sich?
        Weil das eigene Verständnis, von dem was Erstrebenswert/Wünschenswert ist, subjektiv ist. Dieses Subjektive kann man intersubjektiv vergleichen, anhand von Aspekten der Zugänglichkeit und der Qualitativen Wahrnehmung. Dieser intersubjektive Vergleich lässt sich allerdings nicht objektiv auf das Subjekt nach einem Raster anwenden, weil die zu vergleichenden Daten Subjekt-gebunden sind.
        Das ist ziemlich kompliziert.

        Trotzdem frage ich mich woher diese Argumentation ihre Legitimität nimmt:

        ‚Weil das Spiel umfangreich ist liegt die Verantwortung bei dem Spieler um den Teil des Spieles zu spielen welcher den qualitativen Ansprüchen des Spielers entspricht, es sei denn es gibt keine Möglichkeit andere Inhalte, welche nicht den Ansprüchen genügen, zu umgehen.‘

        An dieser Stelle könnte man sich dann fragen womit man sich überhaupt beschäftigt. Ach-ja, mit dem „falsch“ Spielen. „Von daher liefert das Spiel einen keine ideale Lösung,“ warum sollte die Verantwortung dann beim Spieler liegen? Aus welchem Umkehrschluss?

        „Du meinst also… genau wie das, worüber ich im Artikel die ganze Zeit rede? Langsam glaube ich ich lebe mal wieder in einer Parallelwelt in der in meinem Artikel etwas ganz anderes steht, als bei euch.“
        Du sprichst viele unterschiedliche Dinge in deinem Artikel an. Darunter gibt es einige logische Sprünge die ich nicht nachvollziehen kann.
        Die Themen hängen alle lose zusammen und haben auch etwas miteinander zu-tun, genau wie Kaffee und Tee. Beides sind tolle Getränke, beide haben übrigens auch eine anregende/beruhigende Wirkung, haben auch manchmal eine ähnliche Farbe, werden meistens heiß getrunken – aber nicht unbedingt.
        Der rote Faden geht verloren. Ich weiß im Endeffekt nicht mehr ohne Weiteres wovon Du eigentlich redest. Mit Deinem eigenem Vorwissen mag das einfach zu erfassen sein, mit meinem ist es das nicht.

        Für mich steht da dann am Ende, entweder war es richtig in den Gumba rein-zulaufen und dann nach dem Scheitern aufzuhören, weil ich mir dann noch mehr Scheitern an anderen Stellen ersparen konnte oder ich Idiot konnte den Gumba nicht schaffen, hätte vorher eine Anleitung zum im-Rhythmus-einer-Bewegung-springen lesen sollen, dann 5 Wochen lang Knöpfe-im-Rhythmus-drücken üben sollen um eine Chance zu haben mehr als keine Sternmünze zu finden, die wenn ich sie nicht einsammle, meine Wahrnehmung des Spiels beeinflusst. Aber ich sollte auch aufpassen, dass ich dann nicht mehr einsammle als es für eine 5-Wochen-Trainingshandlung angemessen wäre. Wenn ich also an dem ersten Gumba sterbe, kann ich auch einfach aufhören, mir denken „das war ein tolles Intro und die Pixel vor dem Gumba sind alle sehr hübsch, dann habe ich jetzt aber auch alles richtig gemacht, weil ich keine Zeit habe um 5 Wochen lang zu üben.“

        In der Regel lese ich Deine Artikel gerne, Du schreibst sinnvolle Dinge und machst gute Argumente, auch hier. Dieser Artikel kommt mir sehr ambitioniert vor und hätte auch 10%, von den Dingen welche du angesprochen hast, enthalten können und wäre dann verständlicher gewesen. Das ist etwas was ich häufig sehe, Essays die zu-viele Dinge behandeln wollen, weil alles davon interessant ist. Am Ende hat man dann viele schöne Ansätze aber nichts greifbares.
        Dieser Kommentar hier, also meiner, hat auch ein ähnliches Problem – ich hätte ihn anstatt dem ersten Beitrag schreiben können, aber der erste hat dann doch eher die mir wichtigeren Dinge angesprochen und das auf eine zugängliche Art.

        Du hast geschrieben:
        „Schöne Beispiele für Fragen, mit denen sich entscheiden lässt ob fehlender Spaß jetzt am Spiel liegt oder auf Sich-selbst-den-Spaß-vermiesen zurückzuführen ist.“
        Ich frage mich dann ob Dir genau das oder ein Versuch an einer Definition vom „falsch“ Spielen wichtiger ist. Ersteres ist dir aus meiner Sicht gelungen; Letzteres jedoch nicht.

        Anstatt den Beitrag nochmal Korrektur zu-lesen schicke ich ihn jetzt ab, dass war mehr Aufwand als eingeplant war. Ich hoffe, dass ich mich zumindest überwiegend nachvollziehbar ausgedrückt habe.

      • Kero sagt:

        „Ah, dadurch kommst du darauf. Interessant, kennst du das nicht so? Mit „100%-Spielen“ meinte ich alles in dem Spiel komplettieren, also alle Sammelgegenstände finden, alle Nebenquests erledigen, alle Fähigkeiten und Waffen aufrüsten und allgemein alles in dem Spiel tun, was geht, sodass einem das Spiel idealerweise eine „100%“ auf dem Spielstand anzeigt. Das schließt also alle optionalen Inhalte mit ein.
        „Durchspielen“ heißt bei mir einfach nur die Hauptstory beenden. Dafür muss man meistens nicht alle Items gefunden, alle Level gespielt, etc. haben. Verwendest du die Begriffe anders? Eingehen wollte ich nur auf das 100%-Spielen.“
        Ich weiß immer noch nicht worauf du hinaus möchtest mit dem Durchspielen, aber der Content vom Game muss ja zum Spieler geführt werden und nicht anders rum. Hier reden wir ja mehr über Level Design etc. Und nicht, ob man das Spiel falsch oder richtig spielt.

        „Das Mario-Beispiel stammte auch aus dem Abschnitt, wo es um die Art des Falschspielens geht, die eben nicht das zentrale Thema des Artikels sein sollte. Also das Falschspielen, das in einem Game Over endet. Das eigentliche Thema des Artikels ist eine Spielweise, mit der man weniger Spaß hat, als das Spiel einem erlaubt. Es würde sich wohl anbieten, zwei verschiedene Begriffe dafür anzuwenden.“
        Das Wort falschspielen ist doch im einem falschen Kontext verwendet, ob Mario stirbt und ein Game Over erscheint heißt ja nicht, dass das falsch gespielt wurde. Im Grunde ist es ein misslungener Versuch im Lauf.

        „Ich nehme Herrn Hauchs Vorschlag an und nenne die „Falschspielen = Game Over“-Variante lieber „Versagen“. “
        Ah, ja dann dem stimme ich dann auch zu.

        „Wie nennen wir jetzt die zweite Variante? „Sich-selbst-den-Spaß-vermiesen?“ Es klingt ungelenk, macht es aber vielleicht etwas deutlicher.“
        Verstehe das nicht ganz hier. Vor allem ist die Benennung etwas zu lang.

        „Und das würdest du als Falschspielen bezeichnen?“
        Na ja es kommt darauf an, ob wie man falschspielen definiert. Wenn es lediglich drauf ankommt Spaß zu haben. Nein, dann ist das kein falschspielen. Wenn es aber darum geht im Team was zu erreichen, dann auf jeden Fall.

        „Oberbegriff „Falschspielen“:– Variante A: Scheitern– Variante B: Sich-selbst-den-Spaß-vermiesen (Arbeitsbegriff – bessere Bezeichnung sollte dafür gefunden werden)– Variante C: Cheaten?“

        Ich würde Scheitern als ein Unterbegriff zu Falschspielen gar nicht nehmen, weil Scheitern eine Erfahrung sein kann. Zumindest ist das Wort „falsch“ für mich fundamental bestückt bzw. grundlegend, während Scheitern mehr „am Ende hat es einfach nicht geklappt“ ist. Verstehst du was ich meine?
        Zu Variante B sei wie zuvor gesagt, dass ich nicht wirklich glaube, dass man sich den Spaß vermiesen kann, obwohl jetzt fällt mir doch was ein: Wenn ich ein Story Game habe und das in sehr kleinen Häppchen Spiele mit langen Pausen zwischendrin, dann könnte man sich das Game wirklich kaputt machen.
        Variante C: Cheaten und Out Of Roleplay/Character sind für mich verschiedene Sachen. Ob ich jetzt egoistisch meine Ziele bestreite, statt im Team zu spielen oder ob ich cheate sind für mich grundlegend zwei verschiedene Sachen.
        Mein Vorschlag wäre demnach D: „Out of Character“ nenne ich das mal.

        • StarlinM00N sagt:

          @Kero
          „Ich weiß immer noch nicht worauf du hinaus möchtest mit dem Durchspielen“
          Wenn man halt den die Hauptstory beendet, den Final Boss besiegt und die Credits ablaufen, dann signalisiert einem das Spiel: Du bist jetzt fertig (durch) mit mir. Bei Mario wäre das, wenn man Bowser besiegt und Peach rettet. Trotzdem haben Mario-Spiele meistens noch Bonuslevel, die man nach dem Final Boss freischaltet, Sternmünzen oder andere Dinge zu sammeln, etc. und wenn man das getan und abgeschlossen hat, hat man ein Spiel zu 100% gespielt.

          „Das Wort falschspielen ist doch im einem falschen Kontext verwendet, ob Mario stirbt und ein Game Over erscheint heißt ja nicht, dass das falsch gespielt wurde. Im Grunde ist es ein misslungener Versuch im Lauf.“
          Wie ich schon auch Eisigerhauch erklärt habe, beharre ich nicht auf den Begriff, wenn wir es also stattdessen Scheitern nennen wollen, dann ist das fine by me.

          „Zu Variante B sei wie zuvor gesagt, dass ich nicht wirklich glaube, dass man sich den Spaß vermiesen kann“
          Das geht auf jeden Fall, ich müsste inzwischen doch schon mindestens drei Beispiele genannt haben. Sich zwingen, ein Spiel zu 100% zu machen, obwohl es einen keinen Spaß macht, einen zu hohen oder zu niedrigen Schwierigkeitsgrad wählen, obwohl es einen dann nur frustriert bzw. langweilt, oder stumpfsinnig in einem RPG zu grinden, obwohl man es eigentlich gar nicht müsste. Außerdem das Dino Crisis-Beispiel, sogar mit Videomaterial, also anschaulicher kann ich es weiß Gott nicht mehr machen.

      • StarlinM00N sagt:

        @Herrn Hauch
        „Wenn man das Wort falsch verwendet dann gibt es diese Ebenen auf denen etwas „falsch“ sein kann laut
        https://de.wiktionary.org/wiki/falsch:“
        Ich muss leider schon an dieser Stelle die Definition anfechten, denn es geht hier letztlich nicht um das Adjektiv „falsch“, sondern um das Adverb „falsch“ spielen oder allgemein „falsch machen“. Die angegebenen Begriffsebenen sind für diese Verwendung vollkommen unangebracht. Fünf der sechs Begriffsinhalte beschäftigen sich mit „falsch“ im Sinne von „lügen“ und ähnliches, diese Verwendungen besitzt das Wort als Adverb nicht, also kein „falsch machen“ im Sinne von: Etwas Falsches erzeugen bzw. etwas, das Richtig war zu etwas Falschem verkehren, denn dafür gibt es den Begriff „fälschen“. Es bleibt die erste Ebene, die jedoch im Wiktionary so unklar ausgedrückt wird, dass ich dir nicht übel nehme, wenn sie dir entgeht, obwohl ich meine dass an jeder Stelle in meinem Artikel der intendierte Sinn des Begriffes deutlicher zu sehen ist als hier. DUDEN liefert auf eine Suche hin viel hilfreichere Ergebnisse: https://www.duden.de/suchen/dudenonline/falsch%20machen
        Direkt unter den Einzelergebnissen liefert DUDEN verwandte Begriffe: danebentreffen, vergeigen, Missgriff.

        „Etwas falsch machen“ heißt, bei einer Handlung einen Fehler zu machen/irren. Diese Handlung ist in unserem Falle das Spielen von Videospielen. Die von mir im Artikel und in den Kommentarantworten durchgezogene Verwendungsweise ist so wie ich das sehe eigentlich vollkommen logisch transparent und erschließt sich aus den Einzelbestandteilen ebenso wie aus dem Kontext. Ich verstehe wirklich nicht, wie da so viele Missverständnisse auftreten können. Der Begriff „falsch“ kann vieles bedeuten, ja, aber „falsch machen“ eigentlich nicht. Ich gebe zu, dass sich das leicht verwechseln lässt und habe deswegen ja auch eingelenkt und nach anderen Begriffen dafür gesucht, aber ich finde inzwischen schon, dass man den Unterschied bemerkt, wenn man aufmerksam liest.

        „Das Scheitern ist ein Teil des Spiels, wie in anderen Artikeln auch argumentiert wurde, ein Teil der den Spiel-Ethos erst überhaupt definiert – z.B. bei visuellen Novellen.“
        In anderen Artikeln? Aber das sind dann nicht Artikel von mir, oder? Aus meiner Sicht habe ich sowas nämlich nie geschrieben.

        „Wenn ich das immer wieder mache, ich laufe wieder und wieder in den Gumba rein, dann erfahre ich nur nicht mehr von dem Spiel. Irgendwann habe ich vielleicht keine Lust mehr und höre auf das Spiel zu spielen. Das hat nicht mit einem Wahrheitswert zu-tun.“
        Weil es auch nie um einen Wahrheitswert ging. Du verbeißt dich viel zu sehr in diese Definition und erkennst daher das Offensichtliche nicht. „Etwas Falsch machen“ heißt nichts anderes, als einen Fehler zu begehen und beim Spiel zu scheitern ist einfach genau das. Verwende doch bitte nicht ein ganz anderes Wort und behaupte dann, meine Beispiele passen zu der Bedeutung des Wortes nicht.

        „Auch wenn Dein Artikel diese Art von „falsch spielen“ nicht als zentrales Thema hat, definierst Du so-etwas als falschspielen. Hier haben wir schon einen Konflikt. Anscheinend meinst du gar nicht „falsch“ oder „falsch“ heißt hier nicht: nicht der Wahrheit entsprechend.“
        Ganz Recht und das ist auch gut und richtig so.

        Ich finde, der Großteil deines Kommentars erübrigt sich. Du versuchst meine Worte immer wieder mit einer schlichtweg falschen Definition in Verbindung zu bringen und erzeugst dadurch – natürlich – Ungereimtheiten. Nimm mich doch ganz einfach mal wörtlich und du wirst sehen, schon ergibt alles sehr viel mehr Sinn.

        Zitat aus dem Artikel: „Ein Kritikpunkt ist nur dann gültig, wenn das Spiel einem nicht die Möglichkeit bietet, diesen Kritikpunkt durch anderes Spielverhalten selbst auszumerzen.“

        „Das ist aus meiner Sicht eine kaum fassbare Aussage.“

        Und sag mir dann, ob du das dann immer noch so siehst. Darüber würde ich nämlich gern diskutieren wollen. Es bringt aber nichts jetzt darüber zu diskutieren, wenn du meilenweit am Artikel vorbeischießt.

        „An dieser Stelle könnte man sich dann fragen womit man sich überhaupt beschäftigt. Ach-ja, mit dem „falsch“ Spielen. „Von daher liefert das Spiel einen keine ideale Lösung,“ warum sollte die Verantwortung dann beim Spieler liegen? Aus welchem Umkehrschluss?“
        Also bitte, jetzt muss ich dir aber mal wirklich vorwerfen, dass du einfach völlig unaufmerksam gelesen hast. Mein Abschnitt lautete wie folgt:

        Von daher liefert das Spiel einen keine ideale Lösung, auch wenn ich das Spiel viel besser empfunden hätte, wenn ich früher aufgehört hätte. Da bleibt der Kritikpunkt also erhalten.“

        In dem Satz danach steht, der Kritikpunkt bleibt erhalten. Er ist nicht die Verantwortung des Spielers, denn das Spiel gab ihm nicht die Möglichkeit, auf eine spaßbringendere Weise zu spielen. Das Spiel ist also an dem fehlenden Spaß Schuld. Demnach ist es auch fair, das am Spiel zu kritisieren. Es handelte sich hier um ein Gegenbeispiel.

        „Du sprichst viele unterschiedliche Dinge in deinem Artikel an. Darunter gibt es einige logische Sprünge die ich nicht nachvollziehen kann.“
        Ich nehme konstruktive Kritik gerne entgegen. Deswegen habe ich meinen Artikel umgehend auf seine logische Struktur überprüft. Ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

        Kurz gesagt fehlen in dem Artikel ganz klar an einigen Stellen die Bezüge zum Titel, weswegen sich der Leser zu Recht fragt: „Was hat das überhaupt mit Falschspielen zu tun?“, und vor allem im letzten Drittel gibt es ein paar fehlende logische Verknüpfungen, die zu einem logischen Sprung führen. Wie ich schon mehrmals eingestanden habe, ist das nicht der beste Artikel.
        Allerdings bin ich nichtsdestotrotz der Meinung, dass du den Artikel als schlechter einstufst, als er wirklich ist, weil du – wenn ich das mal parallel zum Inhalt des Artikels formulieren darf – bei der Handlung „Lesen“ schlichtweg Fehler gemacht hast, die nicht auf die mangelnde Klarheit des Artikels zurückzuführen sind. Derartige Schnitzer sind ja anhand des letzten von mir zitierten Abschnitts evident. Ich hoffe aber mal, dass die Absatzanalyse ein wenig Klarheit schaffen kann, die war auch nicht gerade wenig Aufwand. Aber den habe ich mir selbst zuzuschreiben, wenn der Artikel offensichtlich fehlerhaft ist.

        „Für mich steht da dann am Ende [schreibt kompletten Schwachsinn hin, der nicht im Geringsten irgendwas mit dem Inhalt des Artikels zu tun hat]“
        Bitte hör auf damit.

        „In der Regel lese ich Deine Artikel gerne, Du schreibst sinnvolle Dinge und machst gute Argumente, auch hier.“
        Ich fange eher an auch an meine vergangenen Artikel zu zweifeln, wenn du jetzt sowas schreibst.

        „Dieser Artikel kommt mir sehr ambitioniert vor und hätte auch 10%, von den Dingen welche du angesprochen hast, enthalten können und wäre dann verständlicher gewesen.“
        Das stimmt allerdings absolut nicht. Ich hätte den Exkurs kürzer fassen können, aber ansonsten steckt in diesem Artikel kein bisschen zu viel, eher zu wenig, da die Verknüpfungen fehlen durch die klar werden würde, warum dies und genau dies für das Thema gerade relevant ist. Kürzungen hätten niemals irgendwo eine Verbesserung herbeigeführt.

        Sag mir nur eins, kommt dir das nur hier so vor, oder denkst du was ähnliches über viele andere meiner Artikel? Wenn ja, dann weine ich.

        „Dieser Kommentar hier, also meiner, hat auch ein ähnliches Problem – ich hätte ihn anstatt dem ersten Beitrag schreiben können, aber der erste hat dann doch eher die mir wichtigeren Dinge angesprochen und das auf eine zugängliche Art.“
        Und hat zu nichts geführt, wie du gemerkt hast. War der erste Kommentar besser? Dann können wir ja gleich aufgeben, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, wir werden ja doch wieder nur mehr Probleme geschaffen haben, als wir gelöst haben.

        „Ich frage mich dann ob Dir genau das oder ein Versuch an einer Definition vom „falsch“ Spielen wichtiger ist. Ersteres ist dir aus meiner Sicht gelungen; Letzteres jedoch nicht.“
        Mit den Definitionen habe ich nur deshalb angefangen, weil jeder an meiner Verwendung von „falsch“ spielen zu meckern hatte. Es sollte nur der Aufklärung dienen und war wenn überhaupt nur ein zufälliges Nebenprodukt. Mein eigentliches Anliegen sollte spätestens mit der Abschnittsanalyse klar geworden sein. Ich weiß jedenfalls nicht, was ich sonst noch tun könnte.

        Edit: Keros Kommentar kam während ich diesen schrieb. Ich antworte darauf später noch separat, die Kommentare rutschten nur so zusammen.

        • Eisigerhauch sagt:

          Danke für den Aufwand.

          „Sag mir nur eins, kommt dir das nur hier so vor, oder denkst du was ähnliches über viele andere meiner Artikel?“
          Das kam mir nur hier so vor.

          Die Verwendung des Wortes falsch, im Artikel, akzeptiere ich nicht. Man kann gerne Fehler machen, betrügen, Nicht Regelkonform spielen, eine fehlerhafte Strategie besitzen, man kann Spiele auf eine unangemessene Art spielen, eventuellen Mitspielern den Spaß verderben usw.

          Wenn man etwas sachgerecht durchspielt, egal ob man gewinnt oder nicht – dann hat man diese Ebene hinter sich, welche im Artikel in den darauffolgenden Abschnitten behandelt wird.

          Das kann ich in so fern akzeptieren als das Dein „Falschspielen“ auch „palim palum“ heißen könnte. Mit der Bedeutung von falsch und auch falsch machen hat das nur nicht mehr viel zu-tun. Das ist eine umgangssprachliche Anwendung die einfach am Kern der Sache vorbei geht.

          Um diese Diskussion aus einer distanzierten Ebene zu betrachten habe ich eine unabhängige Meinung eingeholt und unverändert übernommen:

          „Das wesentliche Problem, aus dem sich, nach meiner Meinung, alle anderen Probleme der Diskussion ergeben, liegt daran, dass eingangs ein Begriff, der des „falsch“ spielen benutzt wird, der in der Umgangssprache verwendet wird, in diesem Zusammenhang aber einfach nicht passend ist.

          Man kann in einem Spiel „Fehler“ machen und/oder eine Strategie anwenden, die zu einem wenig erfolgreichen Ergebnis führt und zu einem u. U. spassfernem Verlauf des Spieles. Man hat dann aber nichts „falsch“ sondern nur Fehler gemacht, unklug gespielt, zu wenig Übung gehabt, seine skills nicht gut genutzt, die Erfahrung im Spiel war nicht ausreichend, notwendiges Wissen stand nicht zur Verfügung oder war einem gerade nicht präsent…

          Das sind alles Faktoren, die Auswirkungen darauf haben, wie das gespielte Spiel empfunden und bewertet wird. Eben im Kontext der eigenen Möglichkeiten, die natürlich auch die eigene Herangehensweise an das Spiel bestimmt.

          „Falsch spielen“ hat per Definition immer einen missbräuchlichen Charakter mit der Absicht sich unberechtigte Vorteile zu verschaffen.

          Generell kann man noch zu diesem Beitrag sagen, dass es immer ein wenig problematisch ist, aus einem persönlichen Erfahrungsansatz heraus allgemein gültige Aussagen treffen zu wollen. Die Verwendung eines inkorrekten Begriffes bietet dann zusätzliche Fehlerquellen.“

        • Baphomehmet sagt:

          Kurz mal eine Frage an alle Hobby- und Berufsphilosophen und -philologen, auch die Externen: seit wann ist „falsch“ ausschließlich das Gegenteil von „wahr“ und gar nicht mehr das Gegenteil von „richtig“? Letzteres ist doch die einzig mögliche Verwendung von „falsch“ in diesem Artikel, und ich weiß nicht, wieso man auf Teufel komm raus die andere erzwingen muss.

  3. shinobakura sagt:

    „Kann man ein Spiel auch falsch spielen?“
    Diese Überschrift erinnert mich direkt daran wie Leute einem manchmal vorschreiben wollen, wie man bestimmte Serien zu schauen hat oder wie es nur einen richtigen Weg gäbe, ein Spiel zu spielen. Ich bin mir ziemlich sicher, dies ist nicht das, worauf du hier hinaus möchtest, aber ich kann dir direkt sagen, es gibt genug Leute, die dieser Ansicht wären, wenn vielleicht auch ganz anderen Gründen.

    „Inzwischen denke ich jedoch anders darüber.“
    Okay scheinbar geht es also doch in diese Richtung? Na ich bin gespannt.

    „und es mir eigentlich überhaupt keinen Spaß mehr gemacht hat.“
    Wo hast du bitte ein Bild davon hier, wie ich aussehe, wenn ich die Kommentare in meinem SAO Artikel durchgehe?

    „Ähnlich haben Hyrule Warriors oder Fire Emblem Warriors genug Content um einen ein Jahr lang zu beschäftigen“
    Und das schlimme bei Hyrule Warriors schien das nicht einmal ein Problem zu sein, sondern nur der unfaire Schwierigkeitsgrad, der einfach Bullshit war wegen ein Hit = 4 Herzen Weg und Mission neustarten.

    „oder ob man der Ansicht ist, wenn es ein Teil des Spiels ist, dann gehört der zum Spiel dazu und dementsprechend in die Wertung mit rein“
    Das ist interessant, weil ich hatte auf meinem Blog ja mal das Thema mit Filler Episoden bei Anime und wie die in die Wertung mit reinzählen sollten. Und bevor du jetzt sagst die beiden Dinge lassen sich nicht vergleichen. In einem Spiel kannst du wählen etwas bestimmtes nicht zu tun und ebenso könntest du auch wählen, eine Filler Folge nicht zusehen, also wenn man das denn vorher weiß, aber sowas zu wissen ist möglich. Besonders bei Serien, die sowas betrift. Wird Naruto also schlechter, weil es 100 optionale Filler Folgen hat, die man sich aber nicht antun muss? Ist dies das gleiche wie mit den 900 Krogs bei Zelda?

    „In gewisser Weise ist das nicht anders als das Leben auch.“
    Spiele sind das Leben, da du dich entschieden hast, Zeit deines Lebens mit diesem Spiel zu verbringen.

    „Und das heißt letztlich, dass jede Art von Review fehleranfällig ist.“
    Ganz ehrlich, ich glaube dies sollte sowieso jedem klarsein.

    Meine Meinung zu diesem Thema ist übrigens, man spielt ein Spiel dann falsch, wenn es einem keinen Spaß oder Erfolge mehr bringt und man trotzdem weitermacht. Hatte ich Lust dazu in Tales of Eternia aufs max Level zu grinden, für die ultimative Herausforderung des letzten Secret Bosses, der je nach Level stärker wurde? Oh ja! Hatte ich Lust bei Tales of Graces auf max Level zu spielen, für einen Fight gegen einen letzten Boss, der anders einfach zu krass gewesen wäre? Nein. Ansonsten gibt es für mich aber kein richtig und kein falsch. Wenn Leute gerne grinden dann bitte. Wenn Leute gerne auf Rekordjagd bei DK oder Mario gehen dann bitte. Wenn es das ist, was sie in ihrem Leben anfangen wollen, dann sollen sie es machen. Ich habe auch viele Spiele so unfassbar doof gespielt, wo viele Leute sagen würden ich mache da was falsch, aber Scheiß drauf. Solange es mir so Spaß machte, habe ich alles richtig gemacht!

    @ Kero
    „Zum einen ob ein Spieler das Spiel durchspielt oder nicht.“
    Es ging darum ob man ein Game mit 100 % abschließt oder nicht.

    „Zum anderen passt die Vergangenheit auch nicht wirklich rein.“
    Sowas passt in den Artikel eines Blogs immer rein.

    „Insgesamt weiß ich nicht worauf du hier hinaus möchtest.“
    Und dabei wurde genau dies perfekt erklärt.

    „Es wäre auch interessant ob man im Singleplayer überhaupt falschspielen kann.“
    Kommt darauf an wie man „falschspielen“ definiert. So wie Starlin es gemacht hat, geht es.

    @ Eisigerhauch
    „Auch in den ersten Gegner eines Spiels zu laufen bedeutet nur zu versagen. Versagen heißt nicht einmal, dass man es schlecht spielt.“
    Der Meining bin ich übrigens auch. Denn wenn man fun dabei hat doof in den ersten Gegner zu laufen, dann spielt man richtig. Ich erinnere mich wie ich meiner Mutter mal den Controller zu DK in die Hand gegeben habe und sie dann 5x beim ersten Gegner gestorben ist und die hatte total Spaß dabei und sich mega gefreut, als die den mal geschafft hat. Klang für mich nach spielen.

    Die restlichen 500 Zeilen an Kommentaren lese ich jetzt mal nicht, weil das würde mir keinen Spaß machen, womit ich dann also was falschmachen würde.

    • StarlinM00N sagt:

      „Diese Überschrift erinnert mich direkt daran wie Leute einem manchmal vorschreiben wollen, wie man bestimmte Serien zu schauen hat oder wie es nur einen richtigen Weg gäbe, ein Spiel zu spielen.“
      Kann ich mir gut vorstellen, auch wenn ich noch nie an solche Leute geraten bin. Aber eigentlich würde ich mir mal gerne anhören, was diese Leute denn meinen, wie man ein Spiel zu spielen hat und warum. Also angenommen, sie haben dafür überhaupt Gründe.

      „Wo hast du bitte ein Bild davon hier, wie ich aussehe, wenn ich die Kommentare in meinem SAO Artikel durchgehe?“
      Eine Yandere findet für alles einen Weg.

      „Und das schlimme bei Hyrule Warriors schien das nicht einmal ein Problem zu sein, sondern nur der unfaire Schwierigkeitsgrad, der einfach Bullshit war wegen ein Hit = 4 Herzen Weg und Mission neustarten.“
      Was aber nicht heißt, dass es nicht trotzdem immer wieder dieselben Maps und dieselben Gegner sind, die einfach nur anders angeordnet sind. Ich bin mir da nicht ganz sicher, aber es hätte sein können, dass mich das auch irgendwann angeödet hätte, wenn das Spiel nicht vorher schon durch die Vorgaben unspielbar geworden wäre.

      „Wird Naruto also schlechter, weil es 100 optionale Filler Folgen hat, die man sich aber nicht antun muss? Ist dies das gleiche wie mit den 900 Krogs bei Zelda?“
      Also ich würde sagen es ist nicht komplett das gleiche, aber durchaus vergleichbar. Der Unterschied ist halt, bei Anime muss man etwas tun, um die Folgen überspringen zu können, nämlich im Internet nachgucken. Das geschieht außerhalb des Anime. Bei den Krogs ist es eher so, dass einem das Spiel selbst die Möglichkeit bietet, die Krogs sein zu lassen (ironischerweise muss man eher im Internet nachgucken, um sie zu finden). Und das ist auch generell bei optionalen Inhalten in Games der Fall. Also ich finde zumindest bei Games lässt sich stärker argumentieren, dass die optionalen Inhalte nicht zur Erfahrung mit dazugehören, eben weil die Möglichkeit sie zu überspringen vom Game selbst geschaffen wird.

      „Ganz ehrlich, ich glaube dies sollte sowieso jedem klarsein.“
      Lass es mich dann so ausdrücken: Sie sind stärker Fehleranfällig als bei anderen Medien.

      „Meine Meinung zu diesem Thema ist übrigens, man spielt ein Spiel dann falsch, wenn es einem keinen Spaß oder Erfolge mehr bringt und man trotzdem weitermacht. “
      Endlich spricht mal einer dieselbe Sprache wie ich. Ich dachte ja langsam schon, ich hab den Artikel versehentlich in Chinesisch geschrieben.

      „Hatte ich Lust dazu in Tales of Eternia aufs max Level zu grinden, für die ultimative Herausforderung des letzten Secret Bosses, der je nach Level stärker wurde? Oh ja! Hatte ich Lust bei Tales of Graces auf max Level zu spielen, für einen Fight gegen einen letzten Boss, der anders einfach zu krass gewesen wäre? Nein.“
      Interessant…war Graces nicht eigentlich das Tales of mit dem genialen Kampfsystem? Was genau ist da der ausschlaggebende Unterschied? Dass der Boss nicht mitlevelt?

      Analog dazu kann ich gerade dasselbe zu Kirby sagen. Habe ich Lust, mehrere Tage in der ultimativen Auswahl zu versagen, um die Movesets der Bosse auswendig zu lernen, damit ich sie nahezu ohne einen Hit besiegen kann, um dann gegen einen epischen Secret Final Boss mit völlig übertriebenem Moveset zu gewinnen? Ohja das habe ich.
      Sowieso sind Secret Bosse eigentlich das coolste, womit man einen Spieler für optionale Inhalte belohnen kann. Also das und alternative Enden. Würde es dafür einen Secret Boss geben, würde ich sogar die 900 Krogs in BotW sammeln, auch wenn mir das absolut keinen Spaß machen würde, da ich die dann einfach im Internet nachgucken und ablatschen würde. Aber der Boss wäre das vielleicht dann Wert. Oder stell dir vor, Rex oder Pyra würden am Ende von Xenoblade sterben, und man müsste die 100% machen, um ein gutes Ende zu kriegen wo sie überleben dürfen. Ich würde so hart Harmonieerfolge farmen, wenn das der Fall wäre. Aber ich glaube fast die Games sind so besser, wenn sie einen nicht zwingen, diese nervigen Dinge zu machen.

      “ Ich habe auch viele Spiele so unfassbar doof gespielt, wo viele Leute sagen würden ich mache da was falsch“
      Wo wir bei dem Thema sind, ich bin der Ansicht, du hast Breath of the Wild falschgespielt, weil du noch nie in der Gerudowüste und im Schloss Hyrule warst, und deine Meinung zu dem Game zählt deshalb nicht. Fite me.

  4. Eisigerhauch sagt:

    Leider gibt es keinen „antworten“ Knopf unter Baphomehmets Antwort, daher hier.
    @Baphomehmet

    Adverbial heißt „richtig“ „tatsächlich“ oder „wahrhaftig.“ Als Adjektiv „fehlerfrei,“ den „Regeln“ entsprechend, bzw. den „Tatsachen“ entsprechend (die Herleitung ist von „zu recht“).
    Wenn Du „richtig“ als einer spezifischen Moral entsprechend meinst, dann bin ich überfragt. Moralphilosophie gehört nicht unbedingt zu meinen Fachgebieten, bzw. ist sie nicht mein Fokus.
    Ich könnte Dir höchstens sagen, dass wenn Produktivität telos einer Weltanschauung ist, dann ist es „richtig“ (überhaupt) zu spielen. Das Spielen erhöht die Produktivität des Subjekts.
    Vielleicht könnte man aus utilitaristischer Sicht argumentieren, dass erstrebenswerte Charaktereigenschaften durch das spielerische Lernen oder auch das Spiel, allein, gefördert werden – und zwar in einem Maße welches größer für das allgemeine Wohl ist, als ein kontinuierliches Produzieren es wäre.

    Es wurde, ich betone es wieder, schon als einleitende Definition bestimmt, dass es sich um eine sachgerechte Auseinandersetzung handelt.

    Es gibt immer die Möglichkeit ein Regelwerk des „richtigen“ Spielens zu kreieren und dann innerhalb diesem konsequent zu sein. So etwas zu-tun ist sehr aufwendig und geht aller Wahrscheinlichkeit nach über den Umfang eines Blogeintrages hinaus, auch wenn der Blogeintrag konzise geschrieben ist.
    Ich würde mir so ein Heftchen auch kaufen, wenn es so um die 80 Seiten hätte, gedruckt verfügbar wäre und nicht mehr als 10€ kosten würde. So ein Heftchen im Reclam-Stil fände ich schön. Könnte man dann „Eine Einleitung in das richtige Spielen von Videospielen“ nennen, macht sich bestimmt schick im Regal. Das würde mir gefallen, ich könnte dann einen Ethik-Beitrag dazu schreiben.

    • StarlinM00N sagt:

      An den Herrn Hauch:
      „Die Verwendung des Wortes falsch, im Artikel, akzeptiere ich nicht.“
      Ich verstehe weißgott nicht, warum der sonst so eloquente Herr Hauch hier Wortschatzdefizite hat. Ich habe fünf verschiedene Leute aus verschiedenen Regionen befragt und sie alle versicherten mir, dass dies eine vollkommen gebräuchliche, ja alltägliche Verwendung von „falsch machen“ ist. Traurigerweise kamen dabei anregendere Diskussionen zustande, die auch mal den Kern der Sache betrafen, anstelle dieses oberflächlichen Herumgemäkel an der Verwendung eines Begriffes.

      „Es wurde, ich betone es wieder, schon als einleitende Definition bestimmt, dass es sich um eine sachgerechte Auseinandersetzung handelt.“
      Liegt es daran, dass ich das Wörtchen sachgerecht da oben verwendet habe? Dann hast du eher an diesem Wort herumzumeckern als am ganzen Rest des Artikels. Ich wollte damit, wie ich in der Abschnittsanalyse eigentlich schon eindeutig markiert habe, lediglich die Abgrenzung zu der Verwendung von Falschspielen schaffen, die das „Scheitern“ umfasst. Ich wollte damit nicht jegliche andere Verwendung von Falschspielen, die nichts mit dem Wahrheitswert zu tun hat, ausschließen, was sich eigentlich jeder sofort denken können müsste, weil ich das schlichtweg im ganzen Artikel auch nicht tue. Normalerweise zweifelt man zuerst die Einzelverwendung an und nicht den ganzen Artikel an sich.
      Das Artikelbild zusammen mit dem Titel steckt doch eigentlich schon das angepeilte Gebiet anschaulich ab. Was ist auf dem Bild zu sehen? Jemand, der den Controller falsch herum hält. Ganz recht, „falsch“ herum. Sieht das aus wie jemand, der sich auf betrügerische Weise einen unfairen Vorteil verschaffen möchte? Nein, das sieht aus wie jemand, der schlichtweg nicht weiß, wie es richtig geht.
      Und wenn ich eine Klausurfrage falsch beantworte, will ich dann betrügen? Habe ich irgendwas davon?

      Sollte „falsch machen“ aber partout einfach nicht in deinem Wortschatz existieren, warum auch immer, dann schlage ich vor du lässt es einfach und ersetzt für dich jede Verwendung des Wortes „falsch“ im Artikel mit „Fehler machen“ oder meinetwegen auch „palim palum“, wenn dir das mehr zusagt. Wie schon gesagt geht es mir um den Inhalt des Artikels, und nicht darum, ihm unbedingt das Etikett „etwas falsch spielen“ aufzudrücken.

  5. […] Kritik empfinde ich als größtenteils unberechtigt und das zum Teil aus den Gründen, die ich im letzten Artikel zum Falschspielen angesprochen habe. Wenn man das Spiel mit drei Computergehilfen zu einfach oder unübersichtlich […]

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