Deconstructing Deconstruction

Den Titel hat bestimmt schon jede andere Person vor mir verwendet, die dieses Thema behandelt. Aber es bietet sich halt einfach so hart an. Heute behandle ich ein Thema, das im Internet ziemlich große Wellen geschlagen hat, mir aber mal wieder bis vor kurzem völlig entgangen ist. Vielen von euch dürfte das Thema also längst ein Begriff sein. Es geht um „Dekonstruktion“, ein beliebter Terminus um einer Serie anzudiktieren, dass sie ein Meisterwerk ist und die Welt verändert hat. Aber was ist Dekonstruktion überhaupt und kann es wirklich die Welt verändern? Darum geht es mir in diesem Artikel.

Fangen wir damit an, wie ich auf dieses Thema gekommen bin. Der Aufhänger war das folgende Bild, welches eben das Thema von Dekonstruktion behandelt, anhand von Beispielen erklärt und versucht, verbreitete Missverständnisse über Dekonstruktion aus dem Weg zu räumen. Ich finde dieses Bild zwar enorm informativ, finde aber auch, dass man vieles davon nicht einfach so stehen lassen kann und wollte es deshalb auch nicht verbreiten, ohne meinen persönlichen Beitrag zu dem Bild zu geben. Deswegen habe ich bis zu diesem Artikel damit gewartet. Hier ist es jedenfalls erstmal:

Wie ihr sehen könnt, ist das ein ganz schöner Wall of Text und vielleicht, oder ganz sicher sogar, habt ihr jetzt einfach nur runtergescrollt und stellt euch nun die Frage: Muss ich das alles wirklich lesen? Und ich kann euch da beruhigen, denn ich werde auf alles Wichtiges im Artikel selbst eingehen und wo ich es für nötig halte (also überall), meinen Brei dazugeben. Wenn euch das Thema wirklich interessiert und ihr euch eine eigene Meinung bilden wollt, ohne dass ich euch sofort dabei beeinflusse, könnt ihr euch das Bild aber dennoch aus informativen Gründen durchlesen.

Fangen wir doch mal mit der grundlegenden Erklärung an: Was ist Dekonstruktion überhaupt? Dieses hochtrabend kompliziert klingende Wort (nicht zuletzt wird es auch deswegen gerne verwendet, um ein Werk in den Olymp zu heben) lässt sich eigentlich auch problemlos eindeutschen: Wörtlich heißt es nämlich nichts anderes als „Auseinandernehmen“. Dekonstruktion heißt, etwas auseinander zu nehmen. Was nimmt man auseinander? Etwas, das veraltet und nicht mehr funktionstüchtig ist, eine alte Bruchbude zum Beispiel, in der niemand mehr wohnen kann, oder eine Maschine, die nicht mehr richtig funktioniert.

Dieses Konzept wendet man jetzt auf Literatur oder andere Werke an. Eine Dekonstruktion nimmt etablierte Klischees oder Genres auseinander. Dies geschieht, indem man das Klischee aufgreift, es selbst in einem realistischen Setting auf natürliche Weise ausspielt und damit zeigt, dass es in Wahrheit ganz anders oder einfach gar nicht funktionieren würde. Anders gesagt: Man zeigt, dass dieses Klischee eigentlich bullshit ist und in den betreffenden Serien nur funktioniert, weil der Plot es eben so will und der Autor es eben so geschrieben hat, und nicht, weil es unter natürlichen Umständen wirklich so ablaufen würde.

Man klopft den Autoren und Werken, die dieses Klischee ausspielen und verwenden, also in gewisser Wiese auf die Hände. Man übt Kritik an ihnen. Dekonstruktion ist also eine spezielle Form von Meta (wenn sich ein Werk auf bestimmte Aspekte des Schaffensprozesses von Werken bezieht): Es ist eine Serie, die Kritik an anderen Serien übt.

Das Bild erklärt dieses Phänomen anhand von einigen Beispielen: An The Witcher, an Game of Thrones, an NGE, an Madoka, Re:Zero, Hunter x Hunter und vielleicht auch deiner Mutter. Was mir dabei auffällt, ist dass das alles Werke mit einem enormen Hype sind. Jedes Werk, dass sich irgendwie mit Dekonstruktion in Verbindung bringen lässt, ist extrem beliebt und hoch gelobt. Daraus schließe ich, dass Dekonstruktion eine Eigenschaft ist, die wirklich viele begeistert, wenn nicht sogar ein sicherer Schlüssel zum Erfolg für ein Werk ist.

Das macht es natürlich zu einem verlockenden Instrument, um einen persönlichen Favoriten als „Meisterwerk“ zu rechtfertigen. So nach dem Motto: Dieses Werk dekonstruiert etwas und ist demnach auf eine Stufe zu stellen mit Game of Thrones und Hunter x Hunter! Dies wird letztlich auch der Aufhänger sein, warum der Ersteller des Bildes Dekonstruktion von ähnlichen Phänomenen abgrenzt und erklärt, warum es für Dekonstruktion nicht ausreicht, ein Werk einfach zu parodieren oder einfach nur darker and edgier zu sein.

Tokyo Ghoul ist zum Beispiel weiß Gott keine.

Ich sehe in diesen Erklärungen aber auch ein paar Probleme, und das einerseits darin, dass seine eigenen Beispiele für Dekonstruktion hin und wieder auch in die Richtung abdriften, von der er meint, das sei noch keine Dekonstruktion. Ich verstehe zum Beispiel nicht, wie Shinjis Vater in NGE irgendwas anderes sein soll als einfach ein darker and edgier robot scientist. Ähnliches lässt sich auch an vielen Stellen über Madoka sagen.

Ich sehe aber noch ein viel größeres Problem mit Dekonstruktion, nämlich dasselbe Problem, was Parodien auch haben: Für eine Dekonstruktion muss man das zu kritisierende Element in sein eigenes Werk aufnehmen und letztlich gegen die Wand fahren. Ihr seht das Problem, oder? Man fügt damit letztlich etwas in sein Werk ein, das man selbst gar nicht so toll findet und von dem man der Meinung ist, dass es eigentlich gar nicht funktionieren würde, und man lässt es dann letztlich auch Nicht-Funktionieren. Und wenn es nicht funktioniert, ist das….gut?

Dabei besteht die Gefahr, dass man den Fehler, den man eigentlich kritisieren möchte, selbst auch macht oder dass man in dem Versuch, es gegen die Wand zu fahren, letztlich sogar schlechter macht als die Originale, die man damit kritisieren möchte. Um die Parodie oder die Dekonstruktion richtig zu machen, muss der eigene Twist, also das Gegen-Die-Wand-Fahren, das Werk im direkten Vergleich besser machen als das besagte Element es in den einzelnen Werken tut. Und meistens sind weit verbreitete Klischees auch nicht ohne Grund so weit verbreitet. Ein Beispiel von mir, wo das nicht gelungen ist, ist Akame ga Kill.

Stellen wir uns die Frage aber mal mit den beiden größten Beispielen für Dekonstruktion in dem Bild. Was ist der Twist von NGE, der es besser macht als klassische Super Robot Anime? Was macht Madoka besser als klassische Magical Girl Serien? Also was würde passieren wenn man, realistisch betrachtet, kleine Jungs in riesige Roboter steckt und um das Schicksal der Welt kämpfen lässt? Ergebnis: Fucked up Shit happens. Was würde passieren, wenn man, realistisch betrachtet, kleine Mädchen mit Superkräften ausstattet und sie Monster bekämpfen lässt? Ergebnis: Fucked up Shit happens. Hmmmm?

Das sind die Fragen, die ich mir an dieser Stelle stellen muss: Zum einen, macht Fucked up Shit denn eine Serie wirklich besser und zum anderen, ist Dekonstruktion wirklich die enorme Leistung, welche diese Werke auszeichnet und zu so großer Beliebtheit verholfen hat, oder ist es nicht doch eher einfach der Fucked up Shit? Ich meine, ich verstehe, dass in diesen speziellen Beispielen der Fucked Up Shit wirklich und tatsächlich der realistischere Take ist als Kinder, die die Welt retten, was dann eben daran liegt, wie diese Genres einfach geartet sind, aber inwiefern ist das denn anders als einfach Darker and Edgier zu sein? Und trifft das nicht auch irgendwie auf die Beispiele The Witcher und Game of Thrones zu oder Re:Zero und Hunter x Hunter?

Wir kommen hier langsam dem nächsten und für mich tragenden Problem mit Dekonstruktion auf die Spur. Dekonstruktion lässt sich im Prinzip in Form einer Gleichung beschreiben, nämlich:

Dekonstruktion = Übliche Klischees + eine Prise Realität

Im Falle dieser Beispiele ist diese Prise Realität das Körnchen Edge. Umgestellt auf die Klischees heißt das einfach, dass den entsprechenden Werken dieses Körnchen Edge fehlt, sie sind also Realität minus Edge oder anders ausgedrückt: Super Robot oder Magical Girl Anime sind einen Ticken niedlicher oder süßer als die Realität. Ist das nicht auch eigentlich eine Leistung?

Wer hätte das bei diesem Design gedacht.

Für diese Gleichung werden also zwei Konzepte verwendet: Die Klischees und die Realität. Man muss also eine bestimmte Auffassung sowohl von diesen Klischees als auch von der Realität haben, um feststellen zu können, dass da eigentlich eine Diskrepanz zwischen den beiden herrscht. Und hier liegt das zweite Problem, denn abhängig vom eigenen Lebensumfeld und den Werken, die man kennt, wird sich dieses von den Auffassungen anderer unterscheiden.

Im Falle der Realität dürfte was weniger gravierend sein, schließlich leben wir ja alle in derselben Welt (hoffentlich) und dürften deshalb ungefähr dieselbe Auffassung davon haben, aber auch hier sind Unterschiede nicht undenkbar. Ich habe ja auch schon Leute gesehen, die mir ernsthaft erklären wollten, Inuyashiki würde in angemessener Weise die Realität der japanischen Gesellschaft widerspiegeln. Eine Realitätsauffassung, die offenbar ausschließlich auf wahllos herausgepickte Schreckensmeldungen fundiert ist, was wie wir alle wissen das einzige ist, was jemals in Japan passiert.

Gravierend wird es aber im Falle der Konzepte der Klischees, denn diese hängen stark davon ab, welche Werke man kennt und welche nicht, und keine zwei Menschen werden wirklich exakt dieselben Serien gesehen haben. Wer nur unübliche Serien gesehen hat, wird auch etwas komplett unübliches als Klischee ansehen. Wenn man da jetzt eine Kritik in Form einer Dekonstruktion an einem Genre durchführt, dann möchte man sich mit diesem Genre natürlich gut auskennen, schließlich basiert man auf seine persönlichen Erfahrungen, welche Elemente häufig vorkommen und somit „typisch“ für ein Genre sind. Aber selbst dann wird es immer Serien geben, auf welche dieses Klischee nicht zutrifft und demnach auch Leute, die eine solche Dekonstruktion für unpassend halten.

Man erreicht mit einer Dekonstruktion also nur diejenigen Rezipienten, welche eine ähnliche Auffassung von der Realität und von etablierten Klischees haben, also welche größtenteils dieselben Werke kennen, wie man selbst (was heißt, dass man eigentlich nur den Mainstream dekonstruieren kann). Eine Dekonstruktion spricht den von diesen Klischees saturierten und mit der Zeit genervten Rezipienten einfach aus der Seele. Die Große Beliebtheit, welcher sich NGE und Madoka und alle anderen erfreuen, verrät uns somit, dass viele Menschen die dort reflektierten Auffassungen von Klischees und Realität teilen.

Diesen Impact scheinen viele – und so auch der Ersteller dieses Bildes – ein wenig überzubewerten. Die verstehen dann die Dekonstruktionen als Revolutionen, nach denen die behandelten Genre oder Elemente komplett umgeworfen wurden und nie mehr so sein können, wie einmal waren. Ich verstehe die Notion, schließlich möchte man sich gerne einreden, dass das eigene Lieblingswerk die Welt verändert hat und dass dieses eine Element, für das man so viel Aufwand betrieben hat um es zu verstehen und beschreiben zu können, maßgeblich dazu beigetragen hat. Das wäre ja der Traum eines jeden Wissenschaftlers. Aber leider widerspricht das einfach den Fakten.

Dies hängt eng mit dem letzten Punkt zusammen, dass jeder eine eigene Auffassung von Klischees hat. Wer vertritt, dass eine Dekonstruktion eine Genre-Revolution ausgelöst habe, der besitzt praktisch die Auffassung, dass (nahezu) sämtliche Robot Anime vor NGE diesem Schema folgten und ab NGE dann so gut wie keiner mehr. Selbiges für die ganzen anderen Dekonstruktionen. Aber auch längst vor Madoka hat es schon ernstere Magical Girl-Serien gegeben (wie zum Beispiel Nanoha, welches auch verdammt beliebt ist) und es gab sicher auch schon vor NGE ernstere Robot-Anime. Und auch nach Madoka kann ich attestieren, dass es immer noch verdammt viele crappy kitschige Magical Girl-Serien gibt und ernstere MG-Serien wie MagiPro oder YuuYuu eher die Ausnahme bleiben. Nur fallen die dadurch eben stärker auf.

Wenn ich Magical Girl Google, fallen mir auch immer zuerst die Serien auf, die ich kenne.

Ich finde es halt enorm irritierend, wie Dekonstruktions-Anhänger sich auch gerne die Welt zurechtbiegen, um ihre Auffassung instand halten zu können und wie zum Beispiel jede Post-Madoka Magical Girl-Serie mit ein bisschen mehr Ernst dann einfach als eine schlechtere Imitation oder eine „Reaktion“ auf Madoka abgehakt wird, selbst wenn diese Serien eigentlich viel mehr leisten oder besser sind als Madoka. Das triggert mich genauso wie die unsinnige Behauptung, dass jedes stille, weißhaarige Mädchen einfach nur noch eine Kopie von NGEs Rei wäre und sie sich sich auch durch nichts anderes auszeichnen würden, als dies.

Genauso werden Serien, welche dieser Auffassung eigentlich komplett widersprechen, einfach weggedacht oder wegargumentiert mit der Begründung, diese Serien zählen nicht zu dem dekonstruierten Genre, eben gerade weil sie die in der angeblichen Dekonstruktion behandelten Merkmale bereits nicht beinhalten, sodass man sie als ein komplett eigenes, unabhängiges Subgenre auffassen sollte. Solid logic, right? Da wird die Tatsache, dass sich sonst ein Widerspruch mit der eigenen Auffassung ergibt, als Argument benutzt, um diesen Widerspruch beiseite zu schieben. Das ist, als würde Sherlock Holmes sagen:

Sherlock: The cuplrit is…this guy! He stabbed the victim at 5PM!
Watson: But Sir, this other person has already stabbed the victim 3 hours before that…
Sherlock: THAT DOESN’T COUNT!

Ein weiterer Punkt, den ich nicht so stehen lassen kann, ist dass der Ersteller des Bildes meint, die Dekonstruktion sei der „one defining trait“ von NGE, Madoka & Co. Damit spricht er diesen Werken jeglichen anderen Wert ab, was letztlich auch wieder nur die Hybris des Wissenschaftlers ist: Er hat in den Werken ein Merkmal gefunden und nun redet er sich gerne ein, dass dieses Merkmal das wichtigste Ding überhaupt ist.

Für mich ist das alles eine bloße Überschätzung von sogenannten Dekonstruktionen und eine ebenso heftige Unterschätzung von Genres und Werken an sich. Und damit kommen wir so langsam zu meinem Fazit, den ich aus diesem Bild herausnehme. Jeder Autor erstellt seine Werke basierend auf seinen Erfahrungen mit den Werken und Genres, die er kennt. Dabei übernimmt er auch Ideen und Elemente, die er mag und richtig findet oder bei denen ihm einfach keine sinnvollere oder bessere Alternative einfällt, und so entstehen Gemeinsamkeiten zwischen Werken, die wir bei regelmäßigem Auftreten als Klischees wahrnehmen.

Aber jeder Autor versucht auch, seine eigenen Ideen in sein Werk einzubringen. Niemand, wirklich niemand setzt sich hin und denkt sich: „Okay, jetzt mache ich einfach eine komplett standardmäßige Serie, wie es sie schon 500 mal gegeben hat und versuche auch absolut gar nichts irgendwie anders oder besser zu machen.“ Jedes Werk ist letztlich eine Auseinandersetzung mit bestehenden Werken und das gilt selbst für die X-te dumme Harem-Serie, die uns immer fast gleich vorkommen, und wenn es sowas ist wie „Okay, aber ich benutze wenigstens Stereotypen, die ich persönlich mag.“

Auch im Prinzip eine Harem-Novel mit einem Twist.

Das muss dann auch nicht wirklich etwas Neues sein, denn vielleicht kennt dieser Harem-Autor die Anime, welche ihm diese Stereotypen bereits bieten, einfach nicht, aber wir haben ja auch bei der Dekonstruktion schon festgestellt, dass es längst vor diesen schon Serien gab, welche ähnliche Merkmale aufweisen. Alles gab es irgendwo schonmal und wir können nie alle Werke kennen. Der Punkt ist, dass jedes Werk irgendwo versucht einen eigenen Twist oder ein eigenes Gewürz in die Formel zu geben und bestimmte Dinge anders oder besser zu machen als andere. Deshalb gibt es auch „das Genre“ oder „die typische Mecha-Serie/Handlung/Tsundere/wasauchimmer“ eigentlich gar nicht.

Das macht Dekonstruktionen dann letztlich auch nicht groß anders oder besonderer als andere Werke, schließlich ist Dekonstruktion auch nicht mehr als eine bestimmte Form dieses eigenen Gewürzes – auch wenn es letztlich vielleicht ein wohlschmeckenderes Gewürz ist als die attraktiveren Haremetten zu haben. Dennoch gibt es auch andere tolle Leckereien und der einzige Unterschied zwischen diesen und den hochgehypeten Dekonstruktionen ist eigentlich, dass in ihnen eine Auffassung von Genres vertreten wird, die von den meisten Menschen geteilt wird.

Das Wissen darum, was eine Dekonstruktion ist und wie sie funktioniert, halte ich für sehr interessant und erhellend und ich bin auch der Meinung, dass ich schon lange keinen so einsichtigen und informativen Artikel wie diesen geschrieben habe. Aber ich finde, man sollte dieses Konzept fallen lassen und es lieber so sehen, dass jedes Werk eine Auseinandersetzung mit bereits bestehenden Werken ist, und Dekonstruktion ist letztlich nur eine spezielle Form davon. Wer sich zu sehr darauf versteift, neigt nur dazu die in diesem Artikel beschriebenen Fehler zu machen: Nämlich dass man die Dekonstruktion als das Nonplusultra ansieht, anderen Werken ihre Leistungen nicht anerkennt und sich in eigene Widersprüche verstrickt bei dem Versuch, die eigene Auffassung aufrecht zu erhalten.

Advertisements

11 Kommentare zu “Deconstructing Deconstruction

  1. Eisigerhauch sagt:

    Dekonstruktion ist viel mehr die Auffassung, dass ein Werk nicht naturalisiert – zum Standard – werden sollte, wenn es nicht natürlich ist. Dekonstruktion ist kein Genre sondern eine Betrachtung aus der Retrospektive.
    Um Dekonstruktion zu verstehen sollte man sich zunächst mit Hermeneutik auseinander setzen. Also das Auslegen und Betrachten von Werken anhand von Vorkenntnissen im Rahmen eines Raumes. Die Hermeneutik ist teleologisch und methodisch. In der Geschichtswissenschaft etwa werden Quellen in einem Kontext der Aktualität anhand einer ebenso Zweck orientierten Fragestellung untersucht und auch anhand ihrer Symbolik im Kontext der Kenntnisse der Gegenwart interpretiert. Anhand von Rekonstruktion von Sinn- und Bedeutungsschichten ist das Ziel der Hermeneutik das Entdecken von Struktur- “Gesetzlichkeit.“

    Die Dekonstruktion ist in dem Sinne die kritischste Möglichkeit sich mit einem Werk zu beschäftigen, es zu analysieren. D.h. Es wird nach Widersprüchen gesucht anstatt diese dispersiv umzuleiten; anstatt eine abschließende Deutung zu finden wird nach unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten geahndet; was ein Werk aussagt ist hier unwichtig, wichtig ist, wie es diese Aussage/n trifft; die Hierarchie von Zusammenhängen wird neu-geordnet; es wird nach den Bausteinen und deren Zusammensetzung gesucht – nach ersten Prinzipien (Metaphysik). Dabei ist die kritische Methode, also die Dekonstruktion, der entscheidende Punkt. Weil ich momentan in Sanderson’s Werke verliebt bin „Journey before destination.“
    Grammatik, Rhetorik, Semantik und Syntax bilden üblicherweise den Kern dieser Sprachphilosophischen Untersuchung.
    Ganz simpel gesehen ist Dekonstruktion die Offenlegung aller Positionen, über die Bausteine eines Werkes verfügen und eine neu Ordnung derer Hierarchien. Eine Interpretation gehört nicht – direkt – dazu, folgt jedoch in der Regel.
    Dekonstruktion fragt nach dem „Wie,“ dem „Wodurch,“ dem „Warum so,“ dem „Wo entsteht/gewinnt (etwas) Bedeutung“ und „welche Bedeutungsmöglichkeiten gibt es.“
    Man könnte auch sagen, dass die Dekonstruktion der destruktive Teil der Analyse ist, ohne die harmonische Sinnzuweisung.

    Eine Hauptproblematik von fach-ideologischen Begriffen wie „Dekonstruktion“ und „Hermeneutik“ ist deren vieldeutige Definition die i. d. R. Kontext gebunden ist. Allein in der Soziologie gibt es über 50 unterschiedliche „hermeneutische“ Ansätze. Derrida, der für die kontemporäre Auslegung von Dekonstruktion hauptverantwortlich ist hat, vehement, gegen eine einfache Definition der Dekonstruktion argumentiert.
    Wenn man mich nach einem Zweck der Dekonstruktion fragen würde, würde ich getreu meiner Agenda antworten: „Der Zweck der Dekonstruktion ist die Sicherstellung von einer Gegenposition welche absolute Begriffe nicht zulässt und sich gegen Erkenntnistheoretische Objektivität durchsetzt, generell die Existenz von gesichertem Wissen ablehnt. Sie legt alle Positionen und Perspektiven eines zu untersuchenden Gegenstandes dar.“

    • Baphomehmet sagt:

      Und jetzt bitte auf Normaldeutsch.

    • StarlinM00N sagt:

      Da sich diese Definition ja offensichtlich von der im Artikel unterscheidet, wenn wir da etymologisch vorgehen, glaubst du die Internet-Definition (meine Quelle ist ja das Bild, woher der wiederum seine Definition her ist, ist unklar, aber am Ende wird zumindest Derrida erwähnt) hat sich aus der Derridas herausgebildet (Polysemie), oder sind das vielmehr voneinander unabhängige Begriffe, welche zufällig den gleichen Namen tragen (Homonymie)? Ich würde da gerne eine Brücke schlagen und das versuchen zu verbinden anstatt gleich zu sagen, dass eine der Definitionen falsch ist.

      • Eisigerhauch sagt:

        Keine der beiden Definitionen ist falsch. Polysemie ist hier ein bezeichnender Ansatz. Der Autor des Bildes drückt sich ganz explizit aus und geht darauf in „controversy around the usage of the term“ ein. Wir haben unter-anderem beide die Ansätze von einer kritischen Methode die ein Werk neu-ordnet anstatt einer allgemeinen Eigenschaft, welche man einem Werk zuschreibt.
        Meine Definition hat keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, sondern war als weiterführend gedacht. Die Definition des Autoren ist im Prinzip schon eine Brücke zwischen den Leuten die Dekonstruktion als einen prätentiösen Attribut verwenden und denen (wie etwa ich) einer Fach-ideologischen Definition.

  2. […] eben weil sie nicht ganz so extrem sind. Das hängt eng zusammen mit dem Problem, das ich schon in meinem letzten Artikel diskutiert habe, hier möchte ich aber noch ein Stückchen weiter gehen und spezifischer […]

  3. StarlinM00N sagt:

    Kleines Update: Heute habe ich – auch zu großen Teilen wegen des Bildes – Cabin in the Woods geschaut und fand den Film zwar echt witzig mit seinen 4th wall breaks, finde allerdings nicht, dass es sich hier wirklich um eine Dekonstruktion handelt, vielmehr eher um eine Parodie. Ist wohl einfach ein weiterer von den Fällen, wo der Bildautor in seinen eigenen Beispielen nicht die Abgrenzungen berücksichtigt, die er in seinem Bild selbst trifft.

    • ClearSky sagt:

      Ja Cabin in the Woods war ganz cool^^ Es ist halt zu beginn so eine Klischee Story die dann irgendwann „kippt“ und neue Wege geht. Ich würde es aber schon als Dekonstruktion durchgehen lassen, so ein bisschen wir bei DDLC.
      Man kann in die Story von Cabin in the Woods rein interpretieren, dass die Zuschauer eben die „Götter“ sind die am Ende des Films besänftigt werden sollen usw. wie du schon sagtest. Für eine Parodie war es ein bisschen zu ernst oder? Das ist dann eher sowas wie Scary Movie.
      Der Film war jetzt aber auch nicht soo bekannt, dass er andere beeinflusst/ein Genre verändert hat glaube ich. Was mich zu dem Punkt bringt:

      „Was mir dabei auffällt, ist dass das alles Werke mit einem enormen Hype sind.“
      Müssen sie auch, wenn sie laut Definition ein Genre dermaßen verändert haben sollen, dass danach nichts mehr wie vorher ist.

      Shinsekai Yori (was er zurecht empfiehlt) sehe ich allerdings als eine eigene Geschichte mit einer guten Idee und dazu interessant umgesetzten Gesellschaft dahinter an. Dekonstruktion sehe ich da weniger, eher echt ein Thema das auch in die Realität reicht, im Prinzip haben wir ja so etwas schon auf Nationaler Ebene (Atomwaffen). Und auch wie man eine Gesellschaft vor einzelnen Individuen die durchdrehen schützen könne/die Entstehung dieser zu verhindern ist irgendwie auch sehr aktuell (Staatliche Kontrolle der Medien, Terrorismus usw.). Vielleicht interpretiere ich aber auch nur zu viel rein, wer weiß, aber hey wenn eine Serie einen dazu bringt ist das doch auch schonmal was 😉

      • ClearSky sagt:

        EDIT:
        „Vielleicht interpretiere ich aber auch nur zu viel rein“
        Die Serie geht halt darum und man könnte noch viel mehr ausschweifen was das Thema angeht, aber das gehört nicht zum Artikel hier^^

      • StarlinM00N sagt:

        “ Ich würde es aber schon als Dekonstruktion durchgehen lassen, so ein bisschen wir bei DDLC.“
        Ich finde dafür einen Abschnitt aus dem Bild ganz besonders wichtig:

        Parody merely mocks the trope, while deconstruction brings up an argument why it should never work.

        Derartige Argumente bringt Cabin in the woods nicht. Es sagt einfach nur: Guck so funktioniert das typischerweise und dann hört der Film schon auf und die Welt geht unter. Dafür hätte der Film noch einen Schritt weiter gehen müssen und aufzeigen, wie diese Klischees sich in Wirklichkeit zutragen würden. Man hätte daraus eine gute Film-Kritik machen können, denn mal ganz ehrlich, mir als Zuschauer bzw. „Gott“ ist eigentlich herzlich egal, ob und in welcher Reihenfolge die Charaktere sterben, ich fänd es sogar spannender, wenn sie davon mal etwas abweichen würden. Der Film ist einfach nur Meta und das ist auch cool und gut so, aber eine Dekonstruktion macht das noch nicht.

        Auf dieselbe Weise weiß ich auch nicht, ob DDLC Dekonstruktion ist…auch wenn der Begriff in gewisser Weise angebracht scheint, weil Monika literally an dem Game Code herumbastelt. Aber für eine Dekonstruktion müsste es eine Kritik an typischen VN-Klischees üben und das macht DDLC meines Erachtens nicht.

        „Der Film war jetzt aber auch nicht soo bekannt, dass er andere beeinflusst/ein Genre verändert hat glaube ich.“
        Stimmt eigentlich, ich hab auch erst durch dieses Bild von den Film überhaupt erfahren und Interesse an ihm gewonnen.

        „Müssen sie auch, wenn sie laut Definition ein Genre dermaßen verändert haben sollen, dass danach nichts mehr wie vorher ist.“
        Eine Definition, die ich wohlgemerkt als falsch erachte.

        „Shinsekai Yori (was er zurecht empfiehlt) sehe ich allerdings als eine eigene Geschichte mit einer guten Idee und dazu interessant umgesetzten Gesellschaft dahinter an. Dekonstruktion sehe ich da weniger“
        Würde ich jetzt auch nicht mit Dekonstruktion in Verbindung bringen…dasselbe auch bei Game of Thrones. Wir sind leider wohl schon so weit dass einfach jedes Werk das sehr beliebt geworden ist gerne mal mit Dekonstruktion in Verbindung gebracht wird, ohne dass sie wirklich etwas damit zu tun haben. Aber das ist auch kein einfaches Thema wo man sehr schnell mal etwas missverstehen kann und ich muss auch selbst immer stark nachdenken, wenn ich über das Thema diskutiere.

  4. shinobakura sagt:

    „Muss ich das alles wirklich lesen? Und ich kann euch da beruhigen, denn ich werde auf alles Wichtiges im Artikel selbst eingehen“
    Toll und ich habe das jetzt extra alles gelesen…

    „schließlich basiert man auf seine persönlichen Erfahrungen, welche Elemente häufig vorkommen und somit „typisch“ für ein Genre sind.“
    Das ist wie ich finde sowieso immer wieder ein interessantes Thema. Denn es gibt Leute die regen sich über „Klischees“ auf, die es praktisch gar nicht gibt, oder nur sehr selten und dann meinen andere Leute wieder, etwas sei megakreativ, obwohl das jeder 3. Anime macht.

    „Man erreicht mit einer Dekonstruktion also nur diejenigen Rezipienten, welche eine ähnliche Auffassung von der Realität und von etablierten Klischees haben“
    Ja und genau das ist eben der Grund, weswegen man sich bei fast jedem Werk darüber streiten kann, ob es nun wirklich Dekonstruktion ist oder nicht. Weshalb es halt so verdammt schwer ist, den Begriff überhaupt richtig zu verwenden.

    „Die verstehen dann die Dekonstruktionen als Revolutionen, nach denen die behandelten Genre oder Elemente komplett umgeworfen wurden und nie mehr so sein können, wie einmal waren.“
    Ja das halte ich auch für lächerlich überzogen. Problem ist man kann natürlich schnell dieser Auffassung sein, wenn man sich anschaut, was für Wellen diese beliebten Serien schlagen. Weil natürlich wenn etwas einmal beliebt war, wird es dauerhaft kopiert. Auf dem Bild wird sogar darauf eigegangen, wie Reis Design seitdem dauerhaft kopiert wird. Was aber niemals heißt, das danach immer alle Werke Kopien davon sein müssen oder sind. Nur wie du schon sagst, man will manchmal wohl einfach gerne daran glauben und mit einigen Beispielen, kann man diese These dann leicht als wahr hinstellen.

    „Deshalb gibt es auch „das Genre“ oder „die typische Mecha-Serie/Handlung/Tsundere/wasauchimmer“ eigentlich gar nicht.“
    Ganz ehrlich, das ist schwer zu glauben, auch wenn ich es glauben will.

    @ Kommentare
    Ähm….. Da muss ich wohl erst zur Uni gehen, um zu verstehen, was ihr da redet. Das und/oder ein Paar schlaue Bücher lesen.

    Ich werde aber trotzdem noch meine blöde Meinung zu dem Thema dalassen. Ich stimme dir zu, dass Dekonstruktion als Begriff absolut überbewertet ist und die genaue Benutzung sowieso fast unmöglich. Zweiteres wurde mir sogar erst hier im Artikel so richtig bewusst. Davor fand ich den Begriff nur überbewertet, warum ich ihn selbt eigentlich nie benutze. Weil ich will nicht sagen ein Werk ist gut, nur weil es Dekonstruktion ist. Ich will sagen ein Werk ist gut, weil es gut ist. Das größte Problem ist halt wirklich zu unterscheiden, was ein Klischee ist und was nicht. Sind Tsunderes ein Klischee? Irgendwie ja, aber nicht jede zickige Haremette ist eine Tsundere. Ich nenne oft welche so, aber meist auch nur, weil man somit leicht viele typische eigenschaften einen Chars zusammenfassen kann. Ich meine ja klar es gibt auch oft genug Tsundere Haremetten, aber auch oft genug nicht. Und mir soll bitte keiner erzählen es gab nur damals Tsunderes und heute nicht mehr, weil es Toradora gab. Wer nennt die Serie eigentlich ernsthaft Dekonstruktion?

    Auch lese auf dem Bild zum aller erstem Mal davon, dass Game of Thrones Dekonstruktion sein soll. Ich kenne alle 7 Staffeln davon und kenne auch massenweise Videos dazu, aber den Begriff habe ich in Bezug zu der Serie noch niemals gehört. Und ganz ehrlich, ich fände den Begriff bei GoT auch absolut nicht zutreffend. Weil ich meine bitte welche Klischees benutzen sie da überhaupt? Welche die ich nicht kenne, weil ich nicht genug Fantasy lese? Und genau da wären wir wieder bei diesem Problem.

    Übrigens bin ich der Auffassung, dass es nicht Dekonstruktion ist, was eine Serie gut macht. Was auf dem Bild ja suggeriert wurde. Weil ja es gibt diesen Zusammenhang zwischen Sachen die als Dekonstruktion bezeichnet werden und Dingen, die megabeliebt sind und genau das ist es dann halt auch schon. Ich vermute Leute nennen oft einfach etwas schon alleine darum Dekonstruktion, weil es einfach verdammt beliebt/gut ist. Weil es muss ja einen Grund dafür geben, dass Serie A besser als Serie B ist. Weil ich vermute jetzt einfach mal, dass Leute GoT Dekonstruktion nennen, weil da Mainchars keine Plotaromor tragen? Wer das glaubt, den nenne ich offen einen Idioten.

    In jedem Fall finde ich es wie gesagt lächerlich, Dekonstruktion als des Weiseits letzten Schluss hinzustellen. Es kann möglicherweise Änderungen in einem Genre hervorrufen, neue Subgenres hervorbringen oder diese einfach stärker in den Mittelpunkt rücken. Ja sie können vielleicht auch eine Revolution auslösen, wie es NGE damals getan hat, aber wie Starlin schon meinte, sicher nicht einfach weil jemand einen Dekonstruktion-Aufkleber auf die Serie geklebt hat, sondern auch wegen ganz anderer Qualitäten.

    Sehr schöner Artikel muss ich übrigens sagen, auch wenn ich mal wieder viel zu spät hier ankomme.

    • StarlinM00N sagt:

      „Das ist wie ich finde sowieso immer wieder ein interessantes Thema. Denn es gibt Leute die regen sich über „Klischees“ auf, die es praktisch gar nicht gibt, oder nur sehr selten und dann meinen andere Leute wieder, etwas sei megakreativ, obwohl das jeder 3. Anime macht.“
      Ja und das ist angesichts dessen auch kein Wunder und sicher auch uns schon ein paar mal selbst passiert. Man kann halt unmöglich alles kennen.

      „Ja und genau das ist eben der Grund, weswegen man sich bei fast jedem Werk darüber streiten kann, ob es nun wirklich Dekonstruktion ist oder nicht.“
      Und letztlich nur Werke die sich an den Mainstream richten den Titel für sich beanspruchen dürfen.

      „Problem ist man kann natürlich schnell dieser Auffassung sein, wenn man sich anschaut, was für Wellen diese beliebten Serien schlagen.“
      Ich will auch nicht unterschlagen dass solche Werke überhaupt keine Reaktionen auslösen. Wir haben ja gesagt, jedes Werk steht in Zusammenhang mit den Werken die davor waren und das heißt, wenn ein Werk mal extrem beliebt geworden ist wie diese „Dekonstruktionen“, dann kennen das auch viele Autoren die ihre Erfahrungen damit in ihr Werk einbauen werden. In gewisser Weise wirken solche Werke dann natürlich schon und stärker als weniger bekannte Werke.

      „Weil natürlich wenn etwas einmal beliebt war, wird es dauerhaft kopiert. Auf dem Bild wird sogar darauf eigegangen, wie Reis Design seitdem dauerhaft kopiert wird. “
      Was ich für ein verdammt schlechtes Argument halte wohlgemerkt. Ich meine come on, kurze, weiße Haare sind einfach ein extrem generisches Design und würde es genau so geben wenn es NGE nie gegeben hätte. Da kann ich auch kommen mit Oreimo ist eine Dekonstruktion, weil ich 5 Mädchen mit blonden, langen Haaren nach Kirino aufzählen kann.

      „Nur wie du schon sagst, man will manchmal wohl einfach gerne daran glauben und mit einigen Beispielen, kann man diese These dann leicht als wahr hinstellen.“
      Genau das.

      „Ganz ehrlich, das ist schwer zu glauben, auch wenn ich es glauben will.“
      Wir können das ja ganz gerne mal testen. Nimm zwei Beispiele die du für absolut identisch hältst und dann überlege, ob sie sich nicht doch irgendwo voneinander unterscheiden. Ich garantiere dir, das werden sie egal welche Beispiele du nehmen willst.

      „Und mir soll bitte keiner erzählen es gab nur damals Tsunderes und heute nicht mehr, weil es Toradora gab. Wer nennt die Serie eigentlich ernsthaft Dekonstruktion?“
      Das ist alleine schon deshalb unmöglich, weil es nach Toradora noch genug Taiga-Variationen gab.

      „Auch lese auf dem Bild zum aller erstem Mal davon, dass Game of Thrones Dekonstruktion sein soll.“
      Also mich wundert das tatsächlich kein bisschen, auch wenn ich nicht erklären kann, was genau an der Serie dekonstruiert und was.

      „Ich vermute Leute nennen oft einfach etwas schon alleine darum Dekonstruktion, weil es einfach verdammt beliebt/gut ist“
      Japp und genau deswegen wundert mich das auch nicht.

      „Weil ich vermute jetzt einfach mal, dass Leute GoT Dekonstruktion nennen, weil da Mainchars keine Plotaromor tragen? “
      Weißt du ich vermute ja schon ganz lange ganz stark dass GoT wegen genau einer Sache so beliebt geworden ist, die am Ende des ersten Buches passiert (ich glaube es war da). Ich will nicht genau sagen was es ist da man ja immer noch jemanden spoilen könnte, aber es hängt mit Plotarmor zusammen und du kannst dir sicher denken wovon ich rede. Jedenfalls denke ich diese Entwicklung ist merklich daran beteiligt gewesen das Werk so beliebt zu machen und damit bestimmt auch der Ursprung, warum es als Dekonstruktion bezeichnet wird.

      „Sehr schöner Artikel muss ich übrigens sagen, auch wenn ich mal wieder viel zu spät hier ankomme.“
      Dazu sage ich nur: Für sinnvolle, hilfreiche Beiträge ist es nie zu spät.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s