Diese Serie ist Bullshit

Und das ist nicht mal negativ gemeint, nein, die Serie heißt einfach so. Kubikiri Cycle: Aoiro Savant to Zaregototsukai ist der volle Name dieser Serie, oder kurz einfach „Zaregoto“, was übersetzt so viel heißt wie „bullshit„. Gut, man könnte die Serie auch Kubikiri Cycle nennen, also The beheading Cycle, aber mal ganz ehrlich, Bullshit ist doch ein viel tollerer Name für eine Serie oder? In diesem Artikel lest ihr also ganz viel Bullshit, was es mit Bullshit auf sich hat und warum euch Bullshit überhaupt kümmern sollte.

Vielleicht fragt ihr euch grad schon: Bullshit, was ist das? Kann man das ess– nein das solltet ihr ganz bestimmt nicht essen. Bullshit ist eine kleine OVA-Serie von 8 Folgen, die über die letzten Monate mit einer Folge pro Monat erschienen sind. Aufgrund dieser ungewöhnlichen Releaseform ist diese Serie mit Sicherheit an den meisten von euch vorbeigegangen. Ich habe mir sie jedoch angesehen und weil ich doch der Ansicht bin, dass die Serie ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit verdient, widme ich ihr eben jetzt diesen Artikel.

Zuerst sollte ich vielleicht klären, was es mit dem Titel auf sich hat, denn umsonst heißt die Serie ja sicherlich nicht Bullshit, oder? Wer nennt denn bitte sein eigenes Werk freiwillig Bullshit? Diese Frage ist ehrlich gesagt alles andere als ein unlösbares Enigma. Ich glaube sogar, dass ich euch diese Frage allein mit einem einzigen Bild beantworten kann. Richtet euren Blick auf dies:

Gut, dann haben wir diese Frage schon einmal geklärt. Wie jetzt, ihr hättet doch noch gerne eine Erklärung dazu? Na gut… Also wie ihr an der unverwechselbaren Shaft tilt zweifellos erkannt habt, haben wir diesen Bullshit niemand anderem als Studio Shaft zu verdanken. Wer sonst würde Bullshit produzieren, nicht wahr? Wenigstens hat es Shaft jetzt auch endlich mal zugegeben.

Aber genug der Späße. Als Shaft-Serie hat die Serie natürlich auch einen typischen, Shaft-ähnlichen Stil, auch wenn ich die Serie nicht direkt sofort mit Monogatari gleichsetzen würde, denn Ampeln gab es in der Serie keine und auch die berühmten Head Tilts waren mir bis auf das eine Mal eigentlich auch nicht eingefallen. Aber man braucht jedenfalls nicht lange zu schauen, um zu erkennen, dass diese Serie von Shaft produziert worden ist.

Damit einher geht dann auch die für Shaft typische visuelle Präsentation, die bei dieser Serie vielleicht sogar noch einen Tick hochwertiger ist, weil bei einer OVA nicht die üblichen Zeit- und Budgeteinschränkungen haben. Visuell wird einem in dieser Serie also einiges geboten, wie euch meine Screenshots hoffentlich auch einigermaßen gut zeigen können.

Etwas Shaft-typisch ist auch der grundlegende Inhalt und Aufbau der Serie. Ebenso wie in Monogatari wird auch in Bullshit die meiste Zeit mit Dialogen gefüllt und dabei die ein oder andere philosophische Weisheit ausgesprochen. Und ich denke auch, dass wir den Titel wirklich mit einem Augenzwinkern verstehen sollen. Das heißt folgendes: Es werden einige interessante Ideen angesprochen, die einem zum Nachdenken anregen können, bei diesen philosophischen Ansätzen bleibt es aber. Es versteckt sich dahinter keine tiefgründige, versteckte Nachricht. Sie sind einfach da und das ist anregend und gut und kann daher eine zusätzliche Motivation sein, es ist aber auch nicht mehr als das.

Die kleinen, philosophischen Ansätze sind in dieser Serie aber auch nicht mehr als ein Gimmick, weswegen ich jetzt auch langsam mal zur eigentlichen Story von Bullshit kommen möchte. Bei Bullshit handelt es sich nämlich um einen Mystery Thriller ähnlich wie Umineko: Eine Reihe von Menschen wird auf eine abgelegene Insel eingeladen und dann ereignet sich eine Reihe von Mordfällen, welche die Charaktere natürlich aufzudecken versuchen. Und im Gegensatz zu den philosophischen Ansätzen nimmt die Serie den Mystery-Anteil auch wirklich ernst und zieht diesen richtig durch. Die Mystery in dieser Serie ist alles andere als bullshit.

Und das ist auch der Grund, warum ich die Serie hier weiterempfehlen möchte, denn wie viele gute Mystery-Anime gibt es schon? Auf Anhieb fallen mir Umineko, Subete ga F ni naru ein und sonst? Und jetzt gibt es eben auch Bullshit. Sehr viel mehr gibt es auch nicht zum Aufbau der Serie zu sagen. In den ersten Folgen werden die Charaktere vorgestellt, dann geschehen die ersten Morde und die Charaktere versuchen sie aufzuklären, und in den letzten beiden Folgen wird dann das Geheimnis aufgelöst. Es ist eigentlich sehr geordnet.

Dies hilft einem auch echt dabei, wenn man selbst ein wenig an den Mordfällen herumrätseln möchte. Die sechste Folge endet auf einen Cliffhanger wo der Protagonist sagt, dass er auf die Lösung gekommen ist und an dieser Stelle sind einem auch wirklich alle Hinweise gegeben, sodass man hier wirklich eine Pause machen und erst mal selbst versuchen kann, die Geschehnisse aufzudecken. Ich selbst halte es zwar für ziemlich schwierig, ohne Hilfe auf die komplette Lösung zu kommen, aber die Auflösung ergibt wirklich Sinn und gefiel mir am Ende auch ziemlich gut. Zumindest Teile davon müsste man sich wirklich erschließen können, denn wie gesagt, die Hinweise sind alle da. Ich hab’s übrigens nicht herausgefunden, aber für mich lag auch immer ein Monat zwischen jeder Folge und ich habe es auch nicht wirklich versucht, weil ich ja auch nicht sicher sein konnte, dass das Ende kein bullshit ist. Ich kann euch aber jetzt versichern, es ist ein wenig Denkarbeit, aber die Lösung ist logisch erschließbar.

Die Serie greift einem auch immer wieder ein wenig unter die Arme, indem sie zum Beispiel auch in den späteren Folgen die Charaktere durch die hier sichtbaren Einblendungen vorstellt, sodass ich trotz des Abstands zwischen den Folgen mir alle Charaktere merken konnte. Die waren aber eigentlich ohnehin nicht so schwer zu unterscheiden dank des Designs der Serie…also bis auf die Maid Drillinge. Vielleicht stelle ich an dieser Stelle auch einfach noch die Charaktere etwas vor – und nein, das ist keine Ausrede um einfach noch mehr Screenshots spammen zu können, ganz bestimmt nicht!

Da haben wir zuerst den Hauptcharakter, und nein das ist nicht Araragi mit gefärbten Haaren… obwohl, vielleicht ist er es doch, denn wir erfahren ja nie seinen Namen, da er in der Serie nämlich einfach „Ich“ heißt. Er übernimmt halt auch die typische Rolle des Hauptcharakters oder halt des Erzählers, aus dessen Sicht wir die Geschehnisse erklärt bekommen, und die meiste Zeit bleibt er auch eher der unbeteiligte Zuschauer und es geht vielmehr um die Charaktere, mit denen er gerade redet. Er ist aber auch derjenige, der am Ende die Rolle des Detektivs übernimmt und den Fall löst.

Dann haben wir da noch Kunagisa, das Technik-Genie. Der Ich ist eigentlich ihr Assistent und nur deswegen in der Geschichte überhaupt mit dabei, weswegen die beiden auch die meiste Zeit zusammen unterwegs sind. Sie ist sogar unfähig, ohne fremde Hilfe überhaupt Treppen zu steigen. Außerdem hat sie in dieser Serie die Aufgabe, cute zu sein, radioaktiv zu leuchten und jede Folge eine andere Frisur zu tragen.

Dann haben wir noch die Hausbesitzerin Ilia und ihre vier Meidos Rei, Hikari, Akari und Teruko. Ich kann leider nicht sicher sein, ob ich wirklich alle drei Drillinge drauf habe, Hikari und Akari kann wirklich kein Mensch auseinanderhalten. Aber Teruko ist sowieso best Maid. Ilia hat die ganzen Genies auf ihre Insel eingeladen, aber ob sie auch etwas mit dem Mord zu tun hat?

Zu guter letzt haben wir dann noch die Genies, welche Ilia zu ihrem Anwesen eingeladen hat. In der Reihenfolge der Bilder sind das das Akademikergenie Akane, die Künstlerin Ibuki, die Wahrsagerin Maki und die Köchin Yayoi. Ibuki kam außerdem ähnlich wie Kunagisa mit einem Assistenten. Ich fand die Charaktere alle ziemlich interessant, auch wenn ihr bedenken müsst, dass bei 8 Folgen nicht ganz so viel Screentime für jeden Charakter zusammenkommt, vor allem da ja auch einige sterben. Man sollte deshalb auch keine allzu große Charaktertiefe erwarten, ich mochte aber, dass die meisten Charaktere erwachsen sind und auch ihre negativen Seiten haben.

Damit dürfte ich alles Wichtige zu der Serie erwähnt haben. Mein Fazit zu der Serie ist: Eine der wenigen guten Mystery-Anime mit größtenteils zweckmäßigen, netten Charakteren, einer zu jeder Zeit ansprechenden visuellen Präsentation, schickem Stil und einer logisch stimmigen, sinnvollen Auflösung plus ein paar philosophischer Ansatzpunkte, die aber auch nicht zu weit gehen. Ich fand die Serie sehr unterhaltsam und da sie nur 8 Folgen lang ist, nimmt sie auch nicht zu viel Zeit weg. Ich würde sie auf jeden Fall empfehlen, wenn ihr auf der Suche nach einer guten Mystery-Serie seit und mitknobeln wollt. Meine Wertung wäre:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Mystery: 4/5
Nervenkitzel: 3/5
Atmosphäre: 4/5
Stil: 4/5

Ich verlinke euch jetzt noch den Opening- und Ending-Song und beende damit meinen Artikel. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch eure Theorien nach der sechsten Folge hier in die Kommentare schreiben, aber achtet dabei bitte auf Spoiler, da ich meinen Artikel extra Spoilerfrei gehalten habe.

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3 Kommentare zu “Diese Serie ist Bullshit

  1. lachsrolle sagt:

    Ich war grad ziemlich getriggert weil ich nur die Light Novel Übersetzung mit ’nonsense‘ kenne und der Tatsache das es wirklich so übersetzt werden kann. XD 4 Uhr morgens ftw.

    Sehr schön geschrieben und ich kann hier wirklich sagen das sie visuell gegen Ende sehr stark zugelegt haben – die Light Novel ist da generell pragmatischer. Wenn man die LN kennt kann man gewissermaßen enttäuscht sein, jedoch konnte ich wenig meckern – dennoch eine Empfehlung die LNs zu lesen. Gerade Band 2 gehört für mich bis zum besten was es in der Richtung gibt.

    Neben der monogatari Series ist die zaregoto series bisher mein Highlight was ich von Isin lesen konnte.

    • StarlinM00N sagt:

      Tut mir Leid wegen dem Triggern, aber ich konnte mich leider nicht zurückhalten, diesen Namen zu benutzen, es war einfach zu verlockend…

  2. shinobakura sagt:

    „und warum euch Bullshit überhaupt kümmern sollte.“
    Weil Bullshit ein Loli als Main hat. Frage ist bereits beantwortet.

    „Aufgrund dieser ungewöhnlichen Releaseform ist diese Serie mit Sicherheit an den meisten von euch vorbeigegangen.“
    Ja an mir auf jeden Fall. Ich hatte immer wieder vergessen, dass die Serie überhaupt existiert und dachte dann immer: Warte, das läuft immer noch? Aber okay wenn die Serie über einen Zeitraum von 8 Monaten erschienen ist, macht das Sinn.

    „dass ich euch diese Frage allein mit einem einzigen Bild beantworten kann.“
    Ja ich verstehe. Es ist definitiv Bullshit, dass ein Loli mit solch langen Haaren nicht dauerhaft von jedem gehyped wurde.

    „denn wie viele gute Mystery-Anime gibt es schon?“
    Ich habe keine genauen Zahlen, aber ich rate einfach mal 3.

    „weswegen die beiden auch die meiste Zeit zusammen unterwegs sind.“
    Seit Ace Attorney weiß man ja auch, dass man keinen Fall ohne Waifu Support auflösen kann.

    „Sie ist sogar unfähig, ohne fremde Hilfe überhaupt Treppen zu steigen.“
    Warte, heißt das er darf sie dann jedes Mal hochtragen? Wenn ja ist er der Lucky Bastard des Jahres.

    „Außerdem hat sie in dieser Serie die Aufgabe, cute zu sein, radioaktiv zu leuchten und jede Folge eine andere Frisur zu tragen.“
    Klingt für mich nach den wichtigsten Rollen einer Serie und alleine wegen der Screenshots von ihr will ich die Serie gucken. Ich meine sie trägt auch noch Tights und hat jede Folge ne neue Frisur? Nimmt ihre Moeness denn gar keine Ende!

    Okay also der Artikel hat mich wirklich überzeugt die Serie nachzuholen. Zum einen weil mehrfach gesagt wird, es sei eine gute Mysterie Serie und ja, sowas gibt es wirklich viel zu selten. Dann mag ich den Stil von Shaft eigentlich ziemlich sehr, nur leider finde ich die meisten Serien von Shaft furchtbar langweilig. Und last but not least scheint die Serie einen großen Waifu Cast zu bieten.

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