Fire Emblem: Awakening vs. Fates – Vermächtnis vs. Eroberung vs. Offenbahrung

Ihr wisst gar nicht, wie anstrengend dieses Fire Emblem Artikelbild war.

Es ist mir also endlich gelungen, Fire Emblem Fates komplett durchzuspielen und wie versprochen, gibt es dadurch jetzt meinen Fire Emblem Fates vs. Awakening-Artikel. Wie ich in einem früheren Artikel geschrieben habe, galt Awakening lange Zeit für mich als das beste 3DS-Spiel überhaupt. Dem kürzlich erschienenen (ähem, es ist immerhin ja inzwischen schon drei Monate her) Fates kam also die Mammut-Aufgabe zu, sich mit diesem Spiel messen zu müssen und es bestenfalls sogar vom Thron zu stoßen. Ob Fire Emblem Fates dies gelungen ist oder von der Bürde der Erwartungen erdrückt wurde, das ist das Thema dieses Artikels.

Dem üblichen Schema meiner VS.-Artikel steht allerdings ein großer Stein im Weg: Bei Fire Emblem Fates handelt es sich genau genommen ja nicht um ein Spiel, sondern um drei (Vermächtnis, Eroberung und Offenbarung). Oder um zweieinhalb, wenn man so will, da Offenbarung ja so irgendwas zwischen einem DLC und einem Vollpreisspiel ist. Wenn ich da z.B. den Umfang vergleichen will, liegt ja wohl auf der Hand, dass das Gleichgewicht unfairerweise ein wenig in Richtung Fates geneigt ist, man aber auch für die volle Packung den doppelten Preis bezahlen darf. Noch komplizierter wird es bei der Story, da Fates auch da im Grunde genommen drei hat, die keinesfalls alle von der gleichen Qualität sind.

Meine Lösung ist, wie im Titel schon angedeutet, also folgende: Ich vergleiche nicht nur Awakening mit dem Gesamtpaket von Fates, sondern auch mit den jeweiligen Einzelsträngen und diese dann auch untereinander. In diesem Artikel geht es also nicht nur darum, ob Fates besser als Awakening ist, sondern auch ob Vermächtnis besser als Eroberung ist und ob es sich lohnt, sich alle drei Stränge zu besorgen oder ob man mit einem oder zweien nicht auch auskommt. Damit es bei so einem Jeder-gegen-Jeden übersichtlich bleibt, verwende ich verschiedene Farben für Awakening, Vermächtnis, Herrschaft, Offenbarung und Fates als GanzesAls Kriterien für den Vergleich habe ich mir die folgenden ausgewählt: Umfang, Story, Charaktere, Gameplay und Soundtrack.

Umfang

Ryoma ist einfach ein badass.

Den Umfang der Fire Emblem-Spiele kann man anhand von unterschiedlichen Dingen messen. Allen voran sind das natürlich die Anzahl der (Story-)Kapitel, aber auch Nebenquests, die Anzahl der spielbaren Charaktere, Klassen, Skills, Waffen oder Support-Konversationen mögen interessieren. Wichtig finde ich dabei, dass Fates auf derselben Engine wie Awakening basiert und Spieler von Awakening deshalb viele Elemente bereits so oder so ähnlich kennen sollten – ich möchte deshalb auch darauf eingehen, wie viel vom Umfang von Fates auch wirklich „neu“ ist. Ich fange mal mit den Kapiteln an und gehe die Reihe durch.

Chapters. Awakening besaß insgesamt 27 Story-Kapitel (25+Prolog und Finale). Dazu kommen insgesamt 23 Nebenquests, wovon 12 durch die Supports freigeschalten werden, 5 weitere schaltet man im Storyverlauf frei und die restlichen 6 bekommt man quasi als Challenge-Quests vor dem Final Boss. Bei Fates besteht die Story in allen drei Routen aus 29 Kapiteln (27+Prolog und Finale), wobei man aber auch sagen muss, dass die ersten sechs in allen drei Routen gleich und größtenteils nur Tutorial sind. Insgesamt fasst Fates also 75 Story-Kapitel, dafür gibt es aber nur 22 Nebenquests, die sich so aufteilen: Eine einzige Nebenquest ist unabhängig, die restlichen werden alle durch Supports freigeschalten. Jeweils 8 dieser Nebenquests werden euch in Vermächtnis oder Herrschaft fehlen, sodass man in diesen zwei Routen nur auf 14 Nebenquests kommt.

Dabei möchte ich noch ein wenig ausführen, wie es sich mit den Kapiteln in Fates verhält. Wer sich die Routen so vorstellt, dass Herrschaft praktisch einfach nur Vermächtnis in Schwarz ist, der liegt ziemlich falsch. Es ist eben nicht so, dass Herrschaft und Vermächtnis aus einfach denselben Karten bestehen und auf der einen Seite spielt man halt die weißen Einheiten und auf der anderen die schwarzen Einheiten. Auch, wenn man denselben Schauplatz besucht, findet man sich fast immer in einer eigenen Karte mit komplett eigenen Regeln wieder, nur sehr selten ist eine Karte mal identisch mit einer aus einer anderen Route und selbst dann sorgen anders platzierte Einheiten mit besonderen Fähigkeiten oder zusätzliche Regeln noch für Abwechslung. Ich glaube, insgesamt 6 Karten von den 23 einer Route finden sich auch in anderen Routen wieder.

Im Klartext heißt das folgendes: Nimmt man die Routen einzeln, also macht z.B. ein Awakening vs. Vermächtnis, so liegt Awakening aufgrund der zusätzlichen Nebenquests mit 27+23=50 Kapiteln gegenüber 29+14=43 Kapiteln vorn. Einzig Offenbarung, was man aber eh nicht alleine bekommen kann, kann sich einzeln gegenüber Awakening mit 29+22=51 Kapiteln einen minimalen Vorsprung sichern. Insbesondere die Challenge-Nebenquests vor dem Boss haben mir in Fates wirklich echt gefehlt.

Sieht man Fates als Ganzes, ist das Dreifachspiel mit 43+43+51=137 Kapiteln natürlich deutlich überlegen, wobei der effektive Umfang aufgrund von einigen Doppelkapiteln etwas geringer ausfällt. Ihr müsst euch das so vorstellen: Spielt ihr zuerst Vermächtnis und dann Herrschaft, so werden euch 4 Hauptmissionen sowie 6 der Nebenquests bereits aus Vermächtnis bekannt vorkommen. Spielt ihr danach Offenbarung, so kennt ihr bereits alle Nebenquests schon, und 3 Hauptmissionen hattet ihr so ähnlich schon in Vermächtnis und 3 weitere in Herrschaft. Somit liegt der effektive Umfang von Fates bei etwa 90 Kapiteln.

Xander aber auch.

Charaktere. Wenigstens lassen sich die Charaktere leichter zählen…Awakening fasst insgesamt 49 Charaktere, wobei ich die noch ein wenig differenzieren möchte, da nicht alle Charaktere wirklich gleichberechtigt sind (Charaktere wie Say’ri oder Flavia haben zum Beispiel von eurem Avatar mal abgesehen praktisch keine Supports und kamen mir deshalb immer sehr benachteiligt vor). Teilt man die Charaktere in die Hauptgruppe, deren Kinder, und praktisch Support-lose Charaktere, gibt es nur 25 Hauptleute, 13 Kinder und 11 Supportlose Charaktere. Hinzu kommen noch ziemlich gesichtslose Einherjar oder die Möglichkeit, über Streetpass getroffene Avatare anderer Spieler zu rekrutieren, wodurch es theoretisch endlos viele Charaktere gibt, da die aber nicht mal mit eurem Avatar Supporten können, fand ich diese Funktion ziemlich sinnlos.

Dasselbe für Fates: Dieses umfasst zusammengezählt 68 Charaktere. Davon sind 39 Teil der Hauptgruppe, 21 Kinder und nur 8 supportlos, wenn man die DLC-exklusive Anna und Amiibo-Charaktere nicht mitzählt. Spielt man Offenbarung, hat man auch so ziemlich den gesamten Cast zur Verfügung, während man in Vermächtnis oder Herrschaft jeweils auf die Hoshiden oder Nohren verzichten muss, sodass man dort auf 41 (23-13-5) respektive 40 (23-13-4) kommt. In Fates ist es auch deutlich einfacher, an Einherjar zu kommen und man kann über den Skill spezieller Einheiten sogar feindliche Einheiten (inklusive Bosse!) lebendig einfangen und dann über das Gefängnis von der eigenen Sache „überzeugen“. Schade, dass diese dann auch nicht Supporten können und demnach so irrelevant wie Einherjar sind. In Sachen Charakteren stehen also auch die Einzelspiele Awakening nicht wirklich (viel) nach.

Klassen, Skills, etc. Wenn man mal besondere Klassen wie die von Walhart oder die DLC-Klassen weglässt, hatte man in Awakening 20 Grundklassen und 22 aufgestufte Klassen. Mit 2 Skills pro Klasse ergibt dies 84 Skills. In Fates finden sich insgesamt 22 Grundklassen, 32 aufgestufte Klassen und dementsprechend auch deutlich mehr Skills. In Fates können außerdem Klassen, die nicht aufstufen können (wie die Tänzerin) bis Level 40 leveln und bekommen auch vier Skills, wie jede andere Einheit das tut.

Ich denke, das System ist inzwischen klar und ich brauche jetzt nicht mehr extra erwähnen, dass man in Vermächtnis und Herrschaft jeweils auf ein paar Klassen (aber nie ganz die Hälfte) verzichten muss und man dadurch insgesamt auf leicht weniger als in Awakening kommt. Offenbarung besitzt jedoch das volle Inventar. Einzig was die Zahl der Waffen angeht dürfte es keine Abstriche geben, hier dürften sogar die Einzelrouten Awakening überlegen sein.

Wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein, aber in FEif-Bildern scheint viel mehr Mühe zu stecken als man das sonst so kennt.

Ich würde aber noch gerne auf die Aufteilung der Klassen und Waffen zusprechen kommen: Während das nohrische Volk nämlich größtenteils aus den bekannten Klassen besteht (Kavalier, Ritter, Mercenary,…) und auch die bekannten Eisenschwerter und Lanzen benutzt, zieht man in Hoshido mit Keulen, Naginatas und Talismanen ins Gefecht und befehligt Klassen wie „Ninja“, „Kräuterkundler“ oder „Oni-Barbar“. Außerdem ist eine neue Waffenklasse in Form von Messern bzw. Shuriken hinzugekommen, die zwar nur geringen Schaden zufügen, aber bei einem Treffer die feindlichen Statuswerte senken.

Ansonsten besitzt Fates noch zusätzlich die Funktion, dass man sich ein eigenes „MyCastle“ bauen kann, in dem man größtenteils Gebäude platziert mit Funktionen, die man schon aus früheren Teilen kennt wie Waffenladen und Arena. Es gibt aber auch neue Sachen wie ein Laden für kosmetische Accessoires oder das Baumhaus fürs Waifu-Nicht-Petting. Außerdem kann man über dieses MyCastle drei Belagerungen sowie Kämpfe gegen andere Spieler austragen, womit dem auch ein wenig so etwas wie ein sehr kleiner Karten-Editor zukommt. Das sind aber alles eher kleine Sachen, die das Gesamtpaket ein wenig abrunden und eher am Rande stehen.

Also, ihr erkennt das MusterVermächtnis oder Herrschaft allein sind geringfügig kleiner als Awakening, ich würde so sagen 85-90% so groß. Insgesamt ist Fates zwei- bis zweieinhalb-mal so groß wie Awakening. Zwischen Vermächtnis und Herrschaft gibt es vom Umfang her kaum Unterschiede, Offenbarung umfasst dagegen eigentlich fast alles, was das Spiel zu bieten hat. Gehe ich nach meiner Spielzeit, so brauchte ich etwa 90 Stunden für Awakening, für Fates pro Durchlauf um die 85 Stunden. Insgesamt habe ich 375 Stunden mit Awakening verbracht (und das schließt DLCs sowie einen Lunatic-Spieldurchlauf mit ein), bei Fates habe ich inzwischen schon 312 Stunden und das gänzlich ohne DLCs/Lunatic. Mit diesen dürfte es über 750 Stunden kommen und könnte sogar MH4U mit 760 Spielstunden ablösen.

Ist das jetzt ein Sieg für Fates oder für Awakening? Für mich macht es keinen so großen Unterschied. Einzeln sind die FatesTeile Awakening in Sachen Umfang auf alle Fälle unterlegen, sind aber trotzdem noch ganz schöne Monster. Wer nicht 80€ bezahlen möchte oder kann, der ist mit Awakening definitiv besser bedient, leistet man sich jedoch alle drei Wege, verschiebt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis zugunsten von Fates. Da kann jetzt jeder für sich selbst entscheiden, was er besser findet, ich sehe das jedenfalls als ein 1:1.

Story

Sieht man auch sehr gut in diesem Bild.

Ich hatte ja schon im Vorfeld der Veröffentlichung von Fates ein wenig die News zu dem Spiel verfolgt und bin dabei auf etwas seltsames gestoßen: In einem Interview (Iwata fragt, glaube ich) sprachen die Entwickler davon, wie Awakening zwar rundum gute Bewertungen eingefahren hat, aber dennoch oft aufgrund seiner etwas klischeehaften Story kritisiert worden ist. Das hatte mich ziemlich überrascht, da ich persönlich nicht wirklich etwas an der Story zu meckern gehabt hatte und insbesondere das Emmeryn-Kapitel richtig stark fand in dieser Hinsicht und die Zeitreisen-Geschichte mit den Kindern hatte auch etwas.

In dem Interview ging es im Weiteren darum, wie sie um eine Wiederholung dieses Problems zu vermeiden einen professionellen Autor angeschafft haben und danach haben sie ausführlich die Fähigkeiten dieses Autors gehyped. Ich durfte also, insbesondere da es ja hieß man könnte mit seinen Handlungen die Story entscheidend beeinflussen (=Visual Novel-Gameplay) eine richtig gute, vertrackte Geschichte in Fates erwarten.

Ich besorgte mir also Vermächtnis und durfte eine richtig herbe Enttäuschung erwarten. Ernsthaft, die Story von Vermächtnis ist nicht nur keinesfalls der Geniestreich den sie mir da prophezeiht haben, sondern wenn Awakening schon schwach und klischeehaft in diesem Punkt gewesen sein soll, dann unterbietet Vermächtnis das noch mal mit Abstand. In den ersten sechs Kapiteln wird das Setting etabliert und es passiert richtig viel und so Schlag auf Schlag, dass das gar nicht richtig eine Stimmung aufkommt. Viele der in den Promo-Videos gezeigten Szenen stammen aus dem ersten Kapiteln und kamen in den Promos sogar regelrecht besser rüber.

Nach der Entscheidung drückt die Story dann ein wenig auf die Bremse und fühlt sich dann regelrecht formelhaft und vorhersehbar an. Im Prinzip geht es in den ersten Vermächtnis-Kapiteln nur darum, nach und nach eure Geschwister aufzusammeln und Leute zu rekrutieren und danach fällt man halt in Nohr ein, besiegt nach und nach deren Leute und das wars. Auf dem Weg gibt es noch den ein oder anderen Verrat oder ein recht erzwungen wirkendes Plotdevice (ich denke hier an den Regenbogenweisen), aber es passiert im Kern nichts allzu großartiges. Einzig, dass auch ein paar Charaktere sterben fand ich überraschend und man hat dadurch wirklich das Gefühl, dass der Krieg schlimm ist und beendet werden muss (In Awakening war der Krieg mehr sowas wie eine fröhliche Partnerbörse).

Would wage war along with dis guy.

Danach spielte ich Herrschaft und erwartete eben einfach nochmal dasselbe aus der anderen Sicht. Ich sollte erneut überrascht werden, denn der Unterschied zwischen Vermächtnis und Herrschaft ist wirklich wie Tag und Nacht. Ernsthaft, die Story von Herrschaft ist mindestens zehnmal besser! Anstatt einfach Geschwister zu sammeln und dann prototypisch Krieg zu führen, geht es in Herrschaft praktisch darum, gegen seinen König zu intrigieren und dessen immer brutaler werdende Befehle so auszuführen, dass dieser zufrieden ist, aber möglichst ohne dabei wirklich immer ein Massaker anrichten zu müssen, wobei man aber auch einige Rückschläge in Kauf nehmen muss. Die Umstände zwingen einem also immer wieder, gegen den eigenen Willen töten zu müssen und das fand ich richtig stark und war auch viel besser geschrieben als Vermächtnis. Einzig das Kapitel auf der ewigen Treppe fiel mir diesbezüglich negativ auf.

Zu guter Letzt folgte Offenbarung, welches wie man anhand des Namens schon vermuten möge einige offene Fragen aus den anderen zwei Hälften klärt, die Antworten kann man sich allerdings wenn man ein wenig mitgedacht hat auch schon denken. Interessant fand ich jedoch den Umstand, dass man aufgrund eines Fluches niemanden von dieser Wahrheit erzählen darf (so ein bisschen wie in Re:Zero) und deshalb zunächst beide Seiten gegen sich gestellt sieht und diese überzeugen muss, sich uns anzuschließen, ohne ihnen verraten zu dürfen, was denn überhaupt los ist und was man vorhat. In der zweiten Hälfte läuft Offenbarung dann ähnlich, jedoch etwas besser wie Vermächtnis ab, wodurch dieser Handlungsstrang meiner Meinung nach qualitativ zwischen den beiden anderen liegt.

Eine Stärke besitzt Fates jedoch noch, die sich nur dann zeigt, wenn man das gesamte Paket gespielt hat und damit kommt auch dem storymäßig etwas schwachen Vermächtnis noch ein zusätzlicher Wert zugute. Durch diese Aufteilung in zwei wählbare Seiten, die beide ihre eigenen Ziele und Motive haben, bekämpft man nicht einfach nur leere Gestalten oder sichtbar „böse“ Gegner, sondern man bekämpft (und tötet!) eben die Menschen, mit denen man auf der anderen Seite in die Schlacht gezogen und fröhlich Kinderleins gezeugt hat. So eine Möglichkeit empfand ich schon immer als die größte Stärke der Fire Emblem-Reihe und gerade wegen sowas halte ich auch große Stücke auf die (ironischerweise ebenfalls heftig kritisierte) Story von Radiant Dawn, und in diesem Teil wurde diese Karte endlich mal vollends ausgespielt und gut umgesetzt! Es hat schon echt was, wenn man nicht einfach nur hässliche Räuber und Barbaren erledigt, sondern richtige Charaktere, die beim Besiegen Sprüche ablassen wie dass sie bereuen, dass sie ihrem Liebsten nie sagen konnten, dass sie ihn lieben.

In Punkto Story sehe ich also folgendes: Vermächtnis sehe ich als deutlich schwächer an als Awakening, Herrschaft ist dagegen um einiges besser. Offenbarung liegt ungefähr gleichauf mit Awakening, wobei Awakening einfach die stärkeren Szenen und die bessere Inszenierung hatte. Dort hatte man die wichtigsten Szenen immer in Form einer unglaublich tollen und aufwändigen Cutscene erleben dürfen, in Fates dagegen werden die Cutscenes, obwohl sie dieselbe atemberaubende Qualität haben, einfach an der falschen Stelle benutzt oder regelrecht dafür verschwendet, den Charakteren einfach einen eindrucksvollen Auftritt zu bescheren. Dadurch reißen die Spiele einfach nicht so sehr mit wie Awakening und deshalb kann Fates trotz dem tendenziell besseren Herrschaft und dem Bonuspunkt durch die Seitenteilung nicht den Sieg in dieser Kategorie einfahren.

Charaktere

Unter den Hoshiden ist Oboro top waifu.

Wundert euch nicht – im Stichpunkt Umfang habe ich nur verglichen, welches der Spiele mehr Charaktere enthält. Hier geht es nun darum, welches der Spiele die besseren Charaktere hat. Ich fand seit jeher schon wartet die Fire Emblem-Serie mit ausgesprochen guten Charakteren auf, die dank der Support-Konversation erstaunlich viel Farbe gewinnen und umso wichtiger werden gute Charaktere in den Teilen, in denen man in Form seines selbsterstellten Charakters sich aus diesem Pool einen zum Heiraten und Kinder kriegen aussuchen darf.

Wer viele Fire Emblem-Spiele kennt, dem fällt unter Umständen auf, dass sich Fire Emblem gerne mal immer wieder bei denselben „Archetypen“ bedient – es gibt in praktisch jedem Spiel der Reihe immer den typischen Lord, die rivalisierenden grünen und roten Reiter, den etwas älteren Vormund, der von Anfang an schon aufgestuft ist und schlechte Growth-rates besitzt… diese Charaktere unterscheiden sich immer auch in verschiedenen Aspekten, aber es gibt bestimmte Muster, die praktisch immer gleich sind.

Auch Awakening bediente sich dieser Muster, hatte jedoch auch auch ungewöhnlichere Charaktere wie Tharja oder Henry. Ich erinnere mich, dass ich damals nur schwer entscheiden konnte, welchen der Charaktere ich nun heiraten wollte in meinen zwei Spieldurchläufen, da ich fast alle Charaktere irgendwie mochte, aber niemanden so richtig. Weniger toll fand ich die meisten der Kinder und Sully, dafür umso mehr Zelcher, Tiki, Anna, Gregor, Lon’zu und Kellam.

Would go gay route for him.

Bezüglich der Charaktere in Fates möchte ich einige Dinge erwähnen. Einerseits werden die Archetypen auch hier noch genutzt, die Charaktere fühlen sich aber deutlich individueller an, was vielleicht auch ein wenig an der Aufteilung auf die zwei Seiten liegt (man bekommt z.B. den grünen „Reiter“ – hier Ninja – in allen Routen, den roten aber nicht). Desweiteren hat man sich aus meiner Sicht auch gehäuft ungewöhnlicheren Charakterzügen bedient, insbesondere auf der Nohren-Seite gibt es einige finstere Gestalten, die man gar nicht so als spielbaren Charakter vermutet hätte. Da spielt man dann mit Sadisten, kaltblütigen Meuchelmördern und Verrückten, die einfach nur Spaß daran haben, Leute umzubringen und Sprüche bringen wie „Gib mir Süßigkeiten oder ich bringe diese unschuldigen Leute da um!“ (Ja, ehrlich!) Und sowas darf man selbst spielen und mit anderen Charakteren shippen wie jeden anderen Char auch.

Noch dazu wählen sie dann auch häufig Charakterzüge, die ich sehr mag… da gibt es zum Beispiel sieben verschiedene Typen von Yandere und einen passiv-aggressiven Mönch und richtige badass Kerle. Insgesamt fand ich, dass man in Hoshido eher tolle Männer trifft und Nohr dafür die cuteren Mädchen hat. Man kann seine Lieblinge kaum wählen, so viele tolle Chars gibt es. Auch die Kinder haben mir hier tendenziell besser gefallen.

Ein paar Schattenseiten hat das Spiel aber durchaus, zum Beispiel besitzen die Charaktere klar zugewiesene Rollen. Der Kern machen eben die vier Geschwister der Königsfamilie aus und jeder dieser vier hat immer jeweils zwei Untergebene und das Muster zieht sich durch. Man sollte auch wissen, dass sich die beliebtesten Charaktere aus Awakening auch in diesem Spiel mehr oder weniger wiederfinden, was man sicher toll findet, wenn man die jeweiligen Chars mochte, man kann das andererseits aber auch für mieses Recycling halten.  Auch finde ich, dass das Spiel keine japanische Synchro mitbringt, schmälert diesen Part etwas, Tharjas japanische Stimme in Awakening fand ich zum Beispiel der Englischen von Rhajat in Fates weit überlegen und man kommt sich beim Shippen auch ein wenig blöd vor, wenn man in der Stimme der Chars nur Gleichgültigkeit raushören kann…

Ansonsten kann ich euch sicher viel über die Chars erzählen, aber wisst ihr was, ich habe da eine Idee. Ich habe nämlich zufällig so ein Artbook gefunden wo so kleine Manga-Clips drin sind, die sich ein wenig komödiantisch mit den Persönlichkeiten der Charakteren auseinandersetzen. Ich kann euch ja einfach eine Auswahl davon zeigen und ihr erhaltet dann wenigstens einen kleinen Vorgeschmack davon, wie die Chars in Fates so sind.

Character Book 12 Character Book 12BCharacter Book 17Character Book 17BCharacter Book 26Character Book 26BCharacter Book 23Character Book 23BCharacter Book 38Character Book 38B

Anmerkung: Namen stammen aus der japanischen Version.
Die Charaktere heißen bei uns
Felicia, Hana, Niles, Azama und Benny.

Auf alle Fälle dürfte klar geworden sein, dass mir die Charaktere in Fates nochmal um einiges besser gefallen haben als die in Awakening und dass ich selbst bei drei mal so vielen Heiratsgelegenheiten noch nicht jeden heiraten konnte, wie ich gerne würde. Für mich gibt es also einen klaren Sieg für Fates in dieser Kategorie, und das unabhängig davon, ob man nun nur Vermächtnis oder Herrschaft oder das ganze Paket spielt.

Gameplay

Takumi > Leo.

Nun zu der letzten größeren Kategorie. Obwohl Fates auf derselben Engine wie Awakening beruht, ist das Gameplay in Fates keinesfalls einfach identisch mit dem in Awakening. Es wäre einfach zu aufwändig, das Gameplay von Null auf zu erklären, weshalb ich einfach mal voraussetze, dass ihr das Gameplay von Awakening (oder wenigstens das typische Fire Emblem-Gameplay) kennt und mich beschränke auf das, was sich seit dem letzten Ableger verändert hat.

Zunächst einige generelle Sachen: Eine große Neuerung in Fates sind die sogenannten „Drachenadern“. Dabei handelt es sich um spezielle Felder, die eine Einheit von königlichem Blut aktivieren und damit direkt auf die Umgebung einwirken kann. Die Effekte können verschieden sein – von Wasser gefrieren lassen, sodass man darauf laufen kann, einen Schutzwall hochziehen oder niederreißen, ein Erdbeben auslösen, das Einheiten in einem bestimmten Bereich schadet, reichen die Effekte bis hin zu komplizierten, situationsabhängigen Dingen. Diese sind auch wirklich in jeder Karte neu und sorgen dafür, dass die Karten nicht einfach nur in der Platzierung von Einheiten und Wänden variieren.

Noch dazu besitzt fast jede Karte ihren eigenen, besonderen „Kniff“. Da gibt es eine Karte, wo am Ende jedes Turns ein Windstoß kommt, der Einheiten die er erwischt, 5 Felder in eine Richtung schiebt, eine andere spielt in einer Ruine, wo man praktisch Stealth-mäßig patrouillierenden Einheiten ausweichen kann, um ohne einen Kampf durch die Map zu kommen. In wieder einer anderen gab es verschiedenfarbige Felder, die feindliche Einheiten darauf in entweder stärkere oder schwächere Einheiten verwandeln. Durch diese Tricks wird ein echt hohes Maß an Abwechslung geschaffen und so motiviert das Spiel auch auf der dritten Route noch. Sich wiederholende Karten motivieren dafür weniger.

Mitama ist zwar cute, aber ihre Persönlichkeit...

Dabei ist es so, dass die Innovativität ungleich auf die Routen verteilt ist. Vermächtnis spielt sich von allen drei Routen noch am ehesten wie ein „klassisches“ Fire Emblem, wo man die wenigsten „Gimmicks“ findet und manchmal wie gewohnt einfach alle Gegner oder den Boss besiegen muss. In Herrschaft dagegen kommt so gut wie kein Kapitel ohne diese „Gimmicks“ aus, und Offenbarung liegt so ein wenig dazwischen, ähnlich so, wie es schon in Punkto Story gewesen ist – sicherlich kein Zufall.

Das heißt aber nicht, dass Vermächtnis sich einfach nur wie ein zweites Awakening anfühlt. Ich denke, man hat Vermächtnis absichtlich mit eher klassischen Karten ausgestattet, weil dieses mit den ganzen ungewöhnlichen Klassen aufwartet. Für Spieler von Awakening wirkt Vermächtnis regelrecht wie ein Kulturschock, statt mit Rittern, Kavalieren und Magiern zieht man dort mit Ninjas, Basara und Onmyouji in den Kampf und benutzt Keulen, Shuriken und Naginata. Der Spaß an Vermächtnis liegt vielmehr darin, all die neuen Klassen und Waffen kennenzulernen und wie sie sich entwickeln, während man die nohrischen Klassen ja größtenteils kennt und sich daher lieber an den gimmickreichen Karten erfreut. Allerdings kann man die neuen Klassen auch in Offenbarung entdecken (nicht aber die nohrischen Karten), was den Wert von Vermächtnis im Vergleich zu den anderen beiden etwas herabsetzt.

Waffen sind ein gutes Stichwort, denn auch hier hat sich einiges geändert. Zum einen findet sich mit den Messern/Shuriken eine neue Waffenklasse, die bei Treffern die gegnerischen Statuswerte senkt. Deren Effekte werden noch unterstützt durch Fähigkeiten, die z.B. nach dem Kampf die Verteidigung des Gegners um 6 senken und somit übliche Tank-Strategien verhindern können. Aber auch bei den bekannten Waffen hat sich einiges getan: So zerbrechen Waffen nicht mehr nach X Anwendungen, sondern bleiben euch (mit Ausnahme von Stäben) erhalten.

Dafür besitzt jede Waffe jetzt ihre eigenen Vor- und Nachteile und erhöhen z.B. bestimmte Werte. Bronzewaffen sind zwar schwach, schützen aber vor kritischen Treffern und merzen somit den Glücksfaktor ein wenig aus, Stahlwaffen sind stark, verringern aber dafür eure Geschwindigkeit. Einige Waffen erhöhen eure Verteidigung oder die Ausweich-Chance, andere machen euch anfällig im Austausch für besondere Effekte. Jede Waffe hat so ihre eigenen Quirks und Rechtfertigung.

Auch das Schmiedesystem wurde überarbeitet: Schmieden kostet nun nicht mehr einfach nur Unsummen an Gold, sondern spezielle Rohstoffe, die ihr im MyCastle sammeln könnt sowie ein zweites Exemplar dieser Waffe. Anfangs erhöht sich dadurch nur der Schaden, später aber auch Treffsicherheit und Krit-Chance. Somit haben auch doppelte Waffen ihre Verwendung und ein Eisenkatana +7 kann vielleicht sogar stärker werden als eine Kriegerklinge, die man voraussichtlich nur einmal findet und nicht kaufen kann.

Sogar Magic casten kann verdammt cool aussehen.

Noch eine Sache halte ich erwähnenswert: Auch das Doppelangriff/Doppelverteidigungs-System wurde überarbeitet. Diese ist jetzt in zwei Formationen eingeteilt: stehen zwei Charaktere nebeneinander, so ist dies die Angriffsformation. Anstatt durch einen prozentualen Wert führen Einheiten, die nebeneinander stehen, zu 100% einen Doppelangriff aus (wobei der Schaden der benachbarten Einheit halbiert ist). Kombiniert man zwei Einheiten auf demselben Feld, ist dies die Abwehrformation, welche die klassischen Werte-Boni liefert, euch vor feindlichen Doppelangriffen bewahrt und euch alle fünf Schläge einmal vor Schaden bewahrt. Somit hat man den in Awakening doch recht hohen Zufallsfaktor stark reduziert und macht aus der Kombi eine Funktion, mit der man auch gezielt Planen und Strategisieren kann. Auch Gegner benutzen nun diese zwei Formationen, wobei sie nicht aktiv zwischen den beiden Wechseln, sondern stets die behalten, die sie am Anfang haben.

Zu guter Letzt noch ein Wort zum Leveln und Reclassen. In Awakening war es ja so, dass man unendlich Leveln konnte und wenn eine Einheit das Maximallevel erreichte, konnte man ein Zweitsiegel benutzen und von vorn anfangen. Dies geht in Fates nun nicht mehr, nach dem Level 20 ist definitiv Schluss. Führt man einen Klassenwechsel auf Level 15 durch, so ist euer Charakter auch danach weiterhin Level 15. Es gibt ein Item, mit dem man die Levelgrenze um 5 erhöhen kann, das ist allerdings schandteuer. Somit sind auch die Skills eurer Charaktere praktisch begrenzt und man kann nicht bis zum Erreichen sämtlicher Stat-Caps weitergrinden (jedenfalls nicht ohne DLCs).

Dieses Grinden war aus meiner Sicht ein großer Kritikpunkt an Awakening, da man insbesondere auf Lunatic, wo man auch nur noch in DLCs grinden konnte, gar nicht mehr ohne umfangreiches Grinden überhaupt eine Chance hatte. Hier kann und muss man jedoch so ziemlich mit den zweimal 20 Leveln auskommen. Auch auf die Kinder wirkte sich das enorm negativ aus, da diese ja partout auf Level10 beginnen mussten und deshalb nochmal extra viel Grinden bedeuteten, wenn man sie einsetzen wollte (und das wollte man, da die Kinder meistens viel stärker waren als ihre Eltern). Dieses Problem hat man in Fates jedoch ausgemerzt, indem die Kinder dort mit einem „Erbschaftssiegel“ ausgestattet kommen, mit welchem ihr die Kinder direkt auf euer Level bringen könnt – wenn ihr das wollt.

Hanas Beine sind Hoshidos tödlichste Waffe.

Insgesamt fühlt sich, und das ist diesmal weitestgehend unabhängig davon, ob man nun Vermächtnis, Herrschaft oder Offenbarung spielt, das Gameplay von Fire Emblem Fates wie eine verbesserte, ausbalanciertere Version von Awakening an – mit mehr Gimmicks, mehr Komplexität, mehr Abwechslung und weniger Glücksfaktor. Der ist zwar auch nicht ganz weg, aber es gibt zumindest tendenziell weniger frustrierende Tode durch kritische Treffer mit 2% Aktivationsrate… Auch einige übermächtige Skills wie das fast schon unfaire Talion wurden angepasst. Fates macht dadurch einfach mehr Spaß und frustriert weniger, allerdings ist Fates durch die ganzen Werte-Senkungen und Stärkungen auch schwerer vorherzusehen und durchzuplanen.

Herrschaft bietet von allen drei Versionen die größte Abwechslung und tatsächlich auch wie angekündigt die größten Herausforderungen – gerade gegen Ende bringt einen das Spiel geradezu fast zum Verzweifeln und ich habe das noch nicht einmal auf Lunatic gespielt… aber auch durch Vermächtnis und Offenbarung kann man keinesfalls einfach so durchbreezen. Offenbarung empfand ich von den dreien sogar am Leichtesten. Leider fehlt mir die Erfahrung aus Lunatic, aber ich würde sagen, dass Awakening ungefähr so schwer wie Vermächtnis war und Herrschaft daher das mit Abstand schwerste Fire Emblem sein dürfte.

Soundtrack

Beim Soundtrack musste einfach ein Bild von Azura hin.

Ich möchte nun noch als einen letzten Punkt auf den Soundtrack eingehen, da dieser mich bei Awakening ganz besonders fasziniert hatte. Zur Grafik werde ich ja nicht viel sagen müssen, da die zwei Spiele sich in dieser Hinsicht eh gleichen und auch die Designs sich ziemlich ähneln (es fällt aber auf, dass die Charakterartworks in Fates ungewöhnlichere Posen einnehmen als in Awakening, was aus meiner Sicht eher nervt als dass es gut aussieht). Das Interface sieht auch etwas anders aus, woran man sich aber schnell gewöhnt und keines finde ich jetzt wirklich besser.

Jedenfalls fand ich den Soundtrack von Awakening richtig genial und bei einigen Stücken im Hintergrund dachte ich regelrecht „Whoa, klingt das gut, da muss ich mir gleich mal Kopfhörer aufsetzen“. Insbesondere halt Dont speak her Name! und Divine Decree – Ablaze haben mich richtig mitgerissen und erzeugen bei mir noch heute Gänsehaut. Dieses Gefühl hat mir bei Fates in allen drei Routen etwas gefehlt. Es gibt zwar eine massive Anzahl an Liedern, und einige davon klingen auch ganz gut, aber keines sticht so wirklich heraus und manchmal kam es mir auch ein wenig so vor, als kopiere man Awakening einfach, was aber nicht so gut kam wie dort, finde ich. Es fehlt halt einfach ein wenig die Inszenierung, durch welche das Lied in der Szene richtig zur Geltung kommt und sich einfach passend anfühlt.

Dafür hat Fates Lost in Thoughts All Alone, einen Insert Song, der auch eine wichtige Rolle in der Story einnimmt. Ganz besonders cool fand ich, was mir erst in meinem Herrschafts-Durchlauf aufgefallen ist, der Songtext dieses Lieds stellt nämlich die Ereignisse in den drei Routen dar und prophezeiht somit die Geschichte. Die erste Strophe ist Vermächtnis, die zweite Strophe ist Herrschaft und die dritte Offenbarung. Das finde ich schon richtig cool, weil das dann wirklich mehr ist als einfach nur Hintergrundmusik und das gibt dem Lied sogar richtig Bedeutung. Dass man davon von selbst drauf kommen kann und einen das nicht einfach gesagt wird, finde ich noch viel cooler. Ich kann deshalb auch verstehen, wieso sie das Lied übersetzt haben, denn auch wenn ich finde, dass die japanische Version besser klingt, so geht der eigentliche Wert von dem Lied einfach verloren, wenn man den Songtext nicht versteht.

Auf der einen Seite gibt es in Awakening also die bessere musikalische Untermalung (wie auch Inszenierung allgemein), aber Fates hat eben auch etwas, das über reine musikalische Untermalung hinausgeht. Ich würde also sagen, dass es in dieser Kategorie wieder auf einen Gleichstand hinausläuft.

Fazit

Yukimura ist jetzt nicht einer meiner Favoriten, aber in diesem Bild sieht er echt klasse aus.

Nun also die Auswertung: Kann Fire Emblem Fates seinen Vorgänger vom Thron stoßen? Ich bin was das angeht zwiegespalten. Fates hat – in allen drei Teilen – das eindeutig bessere und ausgefeiltere Gameplay, sowie wie ich finde auch die besseren, liebenswürdigen Charaktere. Diese zwei Punkte machen schon einen großen Anteil des Reizes der Spiele aus und würden sicherlich ausreichen, um Fates als das bessere Spiel zu klassifizieren.

Legt man aber auch Wert auf Dinge wie Umfang oder Story, sieht es schon ein wenig anders aus. Einzeln sind die Teile geringfügig kleiner als Awakening und zusammen bieten sie zwar etwas mehr als das Doppelte, kosten aber auch doppelt so viel. Offenbarung wäre alleine zwar größer als Awakening, aber das kann man ja nicht alleine kaufen! Storymäßig bietet nur Herrschaft eine richtig gute Geschichte und Vermächtnis zeigt sich hier sogar regelrecht schwach. Offenbarung ist an sich gleichwertig, allerdings siegt Awakening aufgrund einfach besserer Inszenierung wie z.B. stimmiger Einsatz von Cutscenes.

In vielen Belangen sind die Spiele gleichauf und in denen, in welchen ein Spiel den Vorzug hat, liegt das andere eigentlich nie weit zurück. Es macht eigentlich gar keinen Sinn, zwischen den zwei Spielen einen Sieger zu küren, weil die Unterschiede zwischen den beiden im Vergleich zu ihren gemeinsamen Stärken (als würde man sie stattdessen mit gänzlich anderen Spielen ins Verhältnis setzen) regelrecht marginal sind. Ich würde also nicht sagen, dass Fates Awakening vom Thron gestoßen hat, es hat sich eher ein beschauliches Plätzchen an dessen Seite eingerichtet.

Bezüglich der Binnendifferenzierung finde ich, dass Herrschaft klar der beste Teil von Fates ist – es hat die spannendsten Karten, die beste Story und echt herausforderndes Gameplay. Ich finde aber, auch Offenbarung lohnt sich mindestens um all die neuen Klassen und Waffen sehen zu können und von allen dreien hat dieses auch das beste Ende und den coolsten Final Boss (gerade hier ist Herrschaft ein wenig random). Will man sich einen der Teile schenken, so kann man am ehesten Vermächtnis sein lassen, denn Offenbarung bietet fast alles, was Vermächtnis hat außer die Story, welche sowieso nicht wirklich eine Glanzleistung ist sowie die Karten, die zwar auch echt nett sind, aber weniger Abwechslung als die anderen beiden Pfade bieten. Vermächtnis lohnt sich eigentlich nur, wenn man nach zwei Routen noch nicht genug hat oder wenn man eben bewusst die andere Seite sehen und die Nohren bekämpfen möchte. Oder wenn man Herrschaft für den Anfang als zu schwer empfindet… Ansonsten ist man eigentlich auch mit Herrschaft+Offenbarung gut bedient. Im vollen Paket hat man allerdings das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

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9 Kommentare zu “Fire Emblem: Awakening vs. Fates – Vermächtnis vs. Eroberung vs. Offenbahrung

  1. truesansha sagt:

    Wow,mit abstand der beste Bericht über FE den ich je gelesen habe!

    • StarlinM00N sagt:

      Sowas freut mich bei diesem Artikel hier ganz besonders, Das Ding war nämlich nicht gerade wenig Arbeit. VIelen Dank für das Lob!

  2. TheRealWinston sagt:

    Bezüglich das Vermächtnis das klassischte FE-gameplay hat, man muss dabei aber die Weltkarte abziehen. Die gab es soweit nur in drei Teilen davor.
    Außerdem, gab es Messer als Waffe schon in Path of Radiance und Radiant Dawn…

    • StarlinM00N sagt:

      Das sehe ich aber anders. Zum einen bedeutet das „klassischste FE-Gameplay“ nicht, dass es sich in alles und jedem Punkt mit den früheren Teilen decken muss, sondern nur, dass es ähnlicher als in den beiden anderen Fates-Teilen ist. Und daran kann die Weltkarte (ich nehme mal an du meinst eigentlich die Möglichkeit, Zufallsgegner auf älteren Karten bekämpfen zu können) sowieso nichts ändern.

      Und ich weiß, dass es Messer bereits in PoR/RD gab, aber erstens mal ging es hier um einen Vergleich zwischen Awakening und Fates, weshalb andere Teile eigentlich schon im Vornherein irrelevant sind, und zweitens funktionierten die Messer in PoR/RD noch gänzlich anders, nämlich wie jede andere normale Waffe auch, weshalb die Gameplay-Mechanik mit den senkenden Statuswerten immer noch neu ist.
      Aber wenn das die einzigen Krümel gewesen sind, die du finden konntest, dann kann ich mich wohl glücklich schätzen.

      • TheRealWinston sagt:

        Nunja, ich fände es trotzdem wichtig, das die frei begehbare Weltkarte als Ausnahme erwähnt wird, da, wie bereits gesagt, diese nur in drei Teilen davorkam. Und Aufgrund des großen Erfolgs von Awakening, glaubt nun jeder „newbie“ in der Serie, dass die freibegehbare Karte bei so gut wie in jedem Teil vorkommt. Selbiges gilt auch für das ganze Heirats- und Kindsystem.
        Und das mit den Messern wusste ich auch soweit, dass das in Fates ein wenig anders funktioniert.
        Ansonsten, kann ich vom Inhalt her mich nicht beklagen.
        Einzige was mich doch stört, ist die Verwendung verschiedener Schriftfarben um verschiedene Spiele zu Kennzeichen. Es erfüllt zwar schon irgendwie seinen Zweck, sieht aber ein wenig unprofessionel aus. Aber, auf einem Blog, sieht da ja so keiner…

        • StarlinM00N sagt:

          Frei begehbar würde ich die Weltkarte jetzt eher nicht nennen. Mich hat es z.B. geärgert, dass man auf der Weltkarte nicht (wie in Awakening) herumlaufen kann, sondern nur Punkte aus einem Menü auswählt, und davon auch nur die, wo gerade ein Fight zu spielen ist, anwählbar sind (sofern man nicht Geld ausgeben will, um neue zu rufen). Generell ist die Weltkarte auch sehr undetailliert und wenig aussagekräftig, man kann nicht erkennen wo man schon war oder was noch so ungefähr vor einem liegt, und wenn ich nicht wüsste, dass da die unendliche Treppe oder eine Wüste ist, würde ich das der Weltkarte niemals ansehen.
          Da die „Weltkarte“ in Fates also viele Elemente einer richtigen Weltkarte vermissen lässt, hab ich sie als ein eher unwichtiges Detail empfunden. Wenn ich so drüber nachdenke macht sie das aber zu einem guten Vergleichsobjekt mit Awakening, dessen Weltkarte in meinen Augen viel besser war, also danke für die Erwähnung.

          „Und Aufgrund des großen Erfolgs von Awakening, glaubt nun jeder „newbie“ in der Serie, dass die freibegehbare Karte bei so gut wie in jedem Teil vorkommt.“
          Da in diesem meinen Artikel jetzt auch nur die neuesten Teile verglichen wurden, wird dieser auch nicht gerade viel beitragen können, die „newbies“ eines Besseren zu belehren.

          Du bist schon lange ein Fan der Fire-Emblem-Reihe, kann das sein?

          „Einzige was mich doch stört, ist die Verwendung verschiedener Schriftfarben um verschiedene Spiele zu Kennzeichen. Es erfüllt zwar schon irgendwie seinen Zweck, sieht aber ein wenig unprofessionel aus.“
          Solange es nicht mehr als doof aussieht, nehme ich das gern in Kauf. Es ist sinnvoll, es macht den Text besser überschaubar und man kann die Fakten leichter zuordnen, da hätte auch kein Profi etwas daran zu meckern.

  3. truesansha sagt:

    Das einzigste was ich an den Farben bemängeln könnte wäre das Gelb, das ist auf dem weißen Hintergrund etwas schlecht zu lesen. Ansonsten fand ich die Farben schon praktisch.

    • StarlinM00N sagt:

      Das ärgert mich auch, leider bietet die wordpress-Palette nicht ganz so viele Farben, die sich gut voneinander abheben und vom Hintergrund. Ich habe schon versucht ein etwas dunkleres Gelb zu nehmen, aber das nächstdunklere ging dann wieder mehr ins Orange und sieht wie das rot von Vermächtnis aus.

  4. […] ganz andere Maßstäbe gesetzt werden als zum Beispiel bei Fire Emblem Awakening oder Fates. In meinem Awakening vs. Fates-Artikel habe ich zum Beispiel den Umfang in Relation zu dem unterschiedlichen Preisen der Spiele […]

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