Durarara – Meisterwerk oder Drrr-chschnitt?

Die Tradition der riesig langen Artikelbilder wird fortgeführt.

„Mensch Starlin, dieses Bild ist viel zu lang für ein Artikelbild! Weißt du wie lange es gedauert hat, bis hierhin runterzuscrollen?“

Nicht so lange, wie es gedauert hat, dieses Bild hochzuladen. Oder danach zu suchen. Nur ein kleiner Tipp am Rande, wenn ihr ein Scrollbild haben wollt, dann macht es lieber selbst. Das Suchen ist bald mehr Aufwand als das selbst Schaffen und dabei ist Durarara schon beliebt und verbessert eure Chancen, überhaupt was zu finden. Und dann ist das Ergebnis entweder in wurstiger Qualität, zu klein, oder irgendetwas anderes stimmt damit nicht. Außerdem: Beschwert euch nicht bei mir, beschwert euch bei Durarara, denn das hat einfach viel zu viele Charaktere. Und genau das ist das Thema meines Artikels.

Aye. Andauernd gab es immer neue Durarara-Staffeln und Starlin konnte sie nie schauen, weil sie nie die Ursprungsserie beendet hatte. Wir sprechen da von einer Zeit, bei der ich gerade erst angefangen hatte, Anime zu schauen, und ich wusste damals schon: Jeder und sein Hund liebte diese Serie. Damals nutzte ich nämlich noch so eine Chatplattform und wenn man da random Leute ansprach, dann kannte einfach jeder diese Serie und mochte sie wahrscheinlich auch.

Mir ging es da nicht anders. Ich habe keine Erinnerung mehr, wie ich an diese Serie geraten bin, aber es wird wohl so irgendwie mit dieser Chatplattform zusammenhängen. Nur habe ich diese Serie dann bis vor kurzem  niemals zu Ende geschaut, was eine ziemlich lustige Geschichte ist. Ihr kennt ja Serien, die ein beschissenes Ende haben und sich einfach nicht so richtig abgeschlossen anfühlen, selbst nach der letzten Episode. Bei Drrr war es genau anders herum. Schon irgendwann in der Mitte hatte es dieses „Letzte Episode“-Feeling und ich war mit diesem Abschluss einfach zufrieden und habe vorübergehend aufgehört. Und irgendwann vergaß ich, bei welcher Episode ich war und fand nie die Motivation, herauszusuchen wo ich stehengeblieben war.

Izaya is best boi.

Jedenfalls, bis es dann aktuell andauernd neue Staffeln davon gab und ich hörte, wie toll die neuen Folgen andauernd sein sollten. Das nervt schon ein wenig, wenn andauernd über die Serie geredet wird und man nicht mitreden kann. Außerdem sagte mir meine Erinnerung ja, ich mochte diese Serie, also warum nicht weiterschauen? Und so tat ich das dann auch.

Mit der Zeit bin ich aber auch um einiges kritischer geworden und so fielen mir an der Serie auch negative Dinge auf. Fangen wir mal an mit der Story, die…äh…………also eigentlich existiert eine zusammenhängende Story ja nicht so richtig. Es werden eher einfach eine Reihe an Charakteren ins moderne Tokyo gesteckt und dann heißt es: Gucken wir einfach mal zu, was diese Charaktere so machen. Fast ein bisschen so, wie es auch in Game of Thrones ist. Und das spielt ja auch in einer Welt, in der es übernatürliche Dinge zwar gibt, aber in der sie alles andere als alltäglich zu sein scheinen. Und sie sind beide krass beliebt…hm……..Illuminati?

Und das läuft dann auch ganz wie in Game of Thrones querfeldein ab. Mal folgen wir den Abenteuern dieses Charakters, in einer anderen Folge gibt es ein wenig Action mit einem anderen und irgendwann später verfolgen wir dann die Geschichte des ersten Charakters weiter. Hin und wieder treffen sich auch mal einige Handlungsstränge oder trennen sich wieder, was aufgrund des engeren Schauplatzes auch öfters passiert, als es in Game of Thrones der Fall ist, es muss aber nicht immer jede Folge mit den Folgen davor zusammenhängen.

Und Celty is best girl? Dou darou kanna...?

Ja und darin liegt auch so ein wenig das Problem mit dieser Serie. Eine Folge ist dann nämlich immer nur so gut, wie die Charaktere sind, die darin vorkommen. Drrr macht dabei schon einiges richtig, denn es gibt wirklich viele interessante und coole Charaktere in dieser Serie. Izaya und Shizuo sind megacool, Celty ist toll und dann gibt es noch geschätzte dreißigtausend Psychomädchen sowie die Russen und dieser Mafiatyp. Sowas ist in dieser Serie fast schon Normalität.

Aber dann gibt es eben auch Charaktere, die entweder langweilig oder einfach unnötig wirken. Zum Beispiel dieser Gigolo der in einer Folge mal mit seiner Bande kam und sich ein paar mal zusammendreschen ließ und das wars schon. Oder diese Hollywood-Mörderin die vorgestellt wurde und dann nie wieder vorkam. Ich meine, vielleicht kommt da noch was, aber warum erfahren wir von der überhaupt schon, wenn die erst viel später relevant wird? Oder die Yuri Twins. Oder diese Truppe mit ihrem Van, die andauernd über schlechte Anime reden. Oder halt random high school kids.

Und da liegt der Hund nämlich begraben. Denn die Serie scheint aus irgendeinem Grund größtes Interesse an Mikado und seinen Dollars zu haben, obwohl diese wenn wir doch mal ehrlich sind die langweiligste Truppe in der gesamten Serie darstellt. Ich erinnere mich noch, die hatten einmal in der ersten Staffel etwas cooles abgezogen als sie jemanden gerettet haben und danach waren sie eigentlich nur noch jedermanns Fußabtreter. Und leider liegt ausgerechnet auf diesen Leuten der größte Fokus der Serie.

No wait, Shizuo is best girl!

Ich meine, wir könnten in dieser Serie zuschauen, wie Izaya total genial Leute manipuliert. Wir könnten Shinra und Celty beim Dere-Sein zuschauen oder nachsehen, wie Varona Shizuo ans Leder will, und das vielleicht sogar im wörtlichen Sinne. Oder wir könnten mehr über awesome Slasher-girls erfahren oder die Vergangenheit von diesem Mafiatypen, bei dem jeder schon in Ehrfurcht erzittert, wenn er einen nur ansieht.

Aber stattdessen geht es immer wieder um Mikado und um irgendwelche rivalisierenden Banden, die auch nur aus Highschool Kiddies bestehen, die anscheinend mit ihrer Pubertät nicht richtig klar gekommen sind. Haben Jugendliche in urbanen Gegenden Japans eigentlich nichts besseres zu tun? Vielleicht sowas wie für die Schule lernen damit sie später mal auch irgendwelche awesome Typen werden können. Aber in einer Serie, in der es Sachen wie Auftragsmörder, Serienkiller und kopflose Reiter gibt, kommen einen solche Gruppen einfach wie schlechte C-Promis vor.

Ich fand diese eine Szene echt stark, als Mikado praktisch erkennt, was für ein nutzloser Charakter er im Grunde ist und dass er sich nur eingebildet hatte, er würde zu all diesen besonderen Menschen dazugehören. Nur leider fehlten dieser Szene dann leider einfach die Konsequenzen. Denn im Endeffekt macht er danach auch nur genau dasselbe wie davor, nur scheint er noch dazu eine Meise zu haben, was es eigentlich nur noch mehr zum Augenrollen macht.

Shinra ist jetzt eigentlich auch ziemlich random. Aber er hat halt Celty.

Am schlimmsten finde ich aber, wie innerhalb der Serie die Dollars gehandhabt wären, als wären sie der größte Deal überhaupt. Sogar dieser Typ mit der Narbe wollte plötzlich den Dollars beitreten. Warum?! Warum sollte irgendjemand von den hohen Tieren in dieser Serie überhaupt ein Interesse an den Dollars haben? Zumal das doch im Kern nichts weiter als eine Facebook-Gruppe ist, der eigentlich jeder beitreten kann, wie er lustig ist. Trotzdem heißt es andauernd Dollars hier, Dollars da, Dollars überall.

Aber gut, dafür hat die Serie ja auch eine etwas längere Laufzeit als 12/13 Episoden. Und in dieser Zeit passieren auch immer wieder mal echt coole Sachen, das will ich gar nicht bestreiten. Sogar ziemlich oft. Aber durch diese ganzen Charaktere kommt man nicht umhin immer wieder mal zu denken, dass die Serie doch eigentlich jetzt gerade viel spannendere Dinge zeigen könnte, und durch den Fokus auf genau die falschen Charaktere kommt das leider auch nicht gerade selten vor. Es riecht einfach alles ganz schön nach einigem an verschenkten Potenzial.

Vielleicht ist es auch ganz gut, dass Durarara nicht einfach in Form von 72 Folgen am Stück läuft, sondern mit einigen Pausen dazwischen. Dadurch wirkt die Serie nicht überladen mit unnötigem Inhalt und man wird sie zu schauen nicht überdrüssig. Obwohl sie das vielleicht sogar ist. Stellt euch vor, wie die Serie wäre, wenn es andauernd nur um die interessantesten Charaktere gehen würde. Aber so wie sie bis jetzt ist würde ich, angenommen ich wöllte jetzt unbedingt wissen, wie es mit Shizuo und Varona weitergeht, erstmal für die nächsten acht oder neun Episoden enttäuscht werden.

Weil mir gerade kein besserer Name für das Bild einfällt: Drrr-Loli.

Mit einer Bewertung würde ich mich aktuell übrigens noch zurückhalten. Einfach, weil ich mir noch gar nicht ausmalen kann, wo das Ganze überhaupt hinführen soll. Und die einzelnen Teile der zweiten Staffel enden ja auch extra immer so, dass ich ja kein zweites Mal dieses „abgeschlossen“-Feeling bekomme. Fast so, als existiere die zweite Staffel nur, um mich zu trollen!

Ich habe aber zumindest so meine Vermutung. Und zwar glaube ich, die Serie will am Ende Mikado zu so etwas wie Izayas Nachfolger machen. Ein paar Sprüche von Izaya und die Gestaltung der Openings deuten zumindest darauf hin. Mikado ist da bei jedem Charakter immer irgendwo flüchtig zu sehen, fast so als wöllte es einen sagen, er habe überall seine Finger im Spiel, aber niemand kriegt ihn so richtig zu fassen.

Aber wenn es wirklich darauf hinauswill…dann sehe ich die Entwicklung nicht. Izaya ist cool, hat Grips und stets die Dinge in der Hand, und Mikado….nicht. Und daran hat sich seit Beginn der Serie auch nicht viel geändert. Und deswegen meine ich eben, man kann das Ende noch nicht so wirklich absehen, denn da muss noch viel passieren, dass die Serie richtig enden kann. Und es kann sein, dass alles bisher nicht mehr als ein Build Up für ein megacooles Finale war. Oder es war am Ende nur viel Wind um nichts. Tja, wir werden sehen.

Immer diese blutünstigen Russen in Anime.

Das wären soweit meine Gedanken zu der Serie. Wenn ihr wöllt, können wir das auch ein wenig diskutieren.

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8 Kommentare zu “Durarara – Meisterwerk oder Drrr-chschnitt?

  1. Baphomehmet sagt:

    Baccano war einfach besser. Punkt.

    Die Allgegenwart der Schüler ist wohl größtenteils, wenn nicht vollständig, Anbiederung bei der Zielgruppe. Daran kranken fast alle Light Novels, die ich gelesen oder angelesen oder deren Umsetzung ich gesehen habe, sogar einige LNs, die noch vor dem LN-Boom entstanden. Ja, Drrr ist eine LN.

    brb, Feindbild abstauben.

    • StarlinM00N sagt:

      Baccano war einfach besser. Punkt.

      Und daran kranken nicht nur Light Novels, sondern generell alle Geschichten. Man kann es auch einfach weniger negativ als Rezipientenbezug oder sonstwas bezeichnen, hier ist es, für mich jedenfalls, jedoch eben ein Problem, weil die Serie sich so selbst abwertet.

      • Baphomehmet sagt:

        Allerdings werden (hoffentlich!) nicht bei allen Geschichten bestimmte Rezipientengruppen klar bevorzugt (an wen z. B. ist „Die Vermessung der Welt“ gerichtet? Oder die „Buddenbrooks“?). Nicht, dass das generell was Schlechtes wäre, ohne Bevorzugung hätten wir wahrscheinlich nicht so viele verschiedene Genres und Textarten, aber bei den Light Novels, die ich kenne (zugegeben sehr wenigen, auch wenn ich wahrscheinlich gefahrlos extrapolieren kann, was ich auch gerne tue), geschieht das Anbiedern so aggressiv und in so großem Maße, dass ich persönlich regelrecht angewidert bin. Auch wenn meine Schutzreaktion Lachen ist und nicht sofortiger Abbruch.

        Ein zusätzliches Problem ist dann noch der Teil der Leserschaft, der das „falsche“ Alter hat, wenn also er- und ausgewachsene Menschen Teenie-Trivialliteratur verschlingen und über den grünen Klee loben. So was stößt dann zusätzlich ab. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

        • StarlinM00N sagt:

          Ich kenne zwar noch weniger LNs als du (null), sondern allenfalls ein paar Anime-Adaptionen, und auch wenn diese „typischen“ LN-Adaptionen definitiv den Großteil ausmachen (da braucht man nur auf die aktuelle Saison zu schauen), gibt es dann doch schon noch einen nennenswerten Unterschied zwischen dem Zeug und Durarara.

          Übrigens ist auch Baccano nichts anderes als eine Light Novel.

  2. Herp The Derp sagt:

    Ist zwar schon alt, aber: Danke, danke. Genau meine Gedanken. Dieses ständige Gelaber über diese lächerliche Dollars Gruppe oder der ständige Versuch mir den Main-Char als interessanten und voll feshen Typen zu verkaufen, das ist alles unerträglich.

    Und das mit den „C-Promis“ hast du auch gut auf den Punkt gebracht. Bin grad bei der ersten Folge der letzten Staffel (x2 Ketsu) und könnte schon wieder kotzen als sie wieder eine große Sache aus diesem lahmen Banden-Krieg (Dollars VS Yellow faggots) gemacht haben. Wenn das jetzt das Thema der Staffel wird, pfeif ich lieber drauf.

    Und dem Baphomehmet stimme ich zu, Baccano ist besser. Nicht falsch verstehen, ich mag DRRR, wenn es denn mal cool ist.

    • StarlinM00N sagt:

      Finde ich schön, dass sich noch Leute dafür bedanken, dass ich dieselbe Meinung habe wie sie.

      Also ich habe sehr, sehr ernüchternde Dinge über die letzte Staffel gehört und fürchte, du wirst mit ihr nicht glücklich werden. Angeblich sind die coolen Momente dort eine echte Seltenheit.

      • Herp The Derp sagt:

        Du hattest recht. Bin jetzt bei Folge 6 und es ist echt eine Qual…leider bin ich so einer der unbedingt zuende gucken muss und sich damit selbst foltert, verdammt…

        • StarlinM00N sagt:

          Also ich würde es halt einfach sein lassen. Du würdest dir ja nur einen Gefallen tun…aber wenigstens kannst du dann deine Nachwelt davor warnen, damit sie nicht den gleichen, sinnlosen Tod sterben müssen!

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