Plottwist: Akame ga Kill ist Mist

Ganz genau, mit meinem Shitstorm-Artikel ist endlich wieder der Gerechtigkeit genüge getan!

Fucking tragic piano.

In meinem letzten Artikel widmete ich mich dem Plottwist und komme nun zu einer Sonderform: Dem Charaktertod. Und zwar aus aktuellem Anlass, schließlich haben wir mit Akame ga Kill aktuell eine Serie gehabt, die uns sehr schön demonstriert, wie man es nicht tun sollte. Damit ich nicht an Ort und Stelle trete – schließlich habe ich mich schonmal mit Charaktertoden auseinandergesetzt – möchte ich auch aufzeigen, wie man es richtiger machen könnte und verbinde das mit einem trashtalk gegen ernstem Review von Akame ga Kill.

Note: Ein Season-Review lasse ich diesmal ausfallen. Von den Serien, die ich geschaut habe, sind eh nur zwei zu Ende gegangen, da lohnt sich ein Extra-Artikel nicht wirklich.

Also. Ich hatte ja zu Anfangs ärgste Schwierigkeiten, Akame ga Kill irgendwie einzuordnen, da es so eine wilde Mischung aus bierernsten und biererheiterten Szenen hatte (damit meine ich, die Charaktere verhalten sich, als hätten sie einen intus). Nach einiger Zeit hatte sich mein Konfuzius gelegt (etwa irgendwann ab der Hälfte) und ab da…stellte sich bei mir Ernüchterung ein. Das war ungefähr an der Stelle, wo sie die neuen Night Raid-Mitglieder eingeführt haben.

Zunächst aber mal, was Akame ga Kill überhaupt ist. Storywise handelt Akame ga Kill von dem unerfahrenen Dorftölpel Tatsumi, einen ganz gewöhnlichen random fantasy mainchar X, der in die Hauptstadt zieht, um dort ein neues Leben anzufangen und für sein Dorf das große Geld zu machen. Dort wird er allerdings mit der tiefgreifenden Korruption des Landes konfrontiert und schließt sich letztlich der Unterwelt-Assassinengruppe Night Raid an. Zusammen mit dieser versucht er fortan, die Regierung durch Ermordung wichtiger Funktionsträger umzustürzen.

Darum geht es aber nie so wirklich. …ehrlich, ich habe das gerade geschrieben und kann mir nicht verkneifen, was für eine geile Death Note-gleiche Story man daraus hätte machen können. Was für ein Potenzial in diesem Setting eigentlich gesteckt hätte, aber letztlich hat man es für nicht mehr als einen Vorwand für generic shounen shit verwendet. Der einzige „Kniff“, der es von der üblichen Menge unterscheidet, ist dass man den Mains ihre Plot Armor weggenommen hat.

Ja, im Prinzip lief in der Serie immer nur das Shounen-typische Schema „Held X bekämpft Feind Y“ ab + die Charaktere konnten sterben. Ein kurzer Einwurf, um euch zu zeigen, wo wir gerade sind: Wir haben bisher einen völlig generischen, standardmäßigen Handlungsablauf, sind also genau bei einer Durchschnittswertung (noch nicht aufschreien, ich bewerte erst mal nur das, was ich schon aufgezählt habe, die restlichen Elemente folgen später), plus ein positiver Aspekt. Maximal liefert uns das Material bisher also Anlass für eine 6/10.

Na hoppla aber auch.

Na hoppla aber auch.

Im Prinzip geht es also eigentlich nur jede Folge um die Frage: „Na, wen lassen wir denn diesmal sterben?“ Ich kann mir schon wahrlich vor dem inneren Auge ablaufen lassen, wie die Idee für dieses Werk wohl zustande gekommen ist. Ein ambitionierter Grünschnabel-Autor wird sich wohl verschiedene Shounen-Werke angesehen haben und dachte:

„Hmm…Shonen finde ich zwar awesome, aber irgendwie sind die Kämpfe da immer so langweilig…man kann sich doch im Vornherein immer denken, dass der Held gewinnen wird. Ich meine, der gewinnt ja immer! …hey, wie wäre es, wenn ich mal eine Geschichte schreibe, in der auch mal die Helden sterben können! Heureka!“

Seufz. Man muss schon wirklich ein Grünschnabel sein, um zu denken, dass das ausreicht, um eine gute/bessere Geschichte zu schreiben. Oder der Autor wusste es eigentlich besser und hat alle Probleme, die mit seiner Entscheidung einhergehen, absichtlich in Kauf genommen, weil er dachte, die Leser werden die Scheiße schon fressen. Na super, ich darf mir bei diesem Werk also nur aussuchen, ob ich mich jetzt eigentlich als Autor oder als Rezipient verarscht fühlen soll.

Aber ich springe voraus. Ein paar von euch werden sich jetzt bestimmt fragen: „Ja aber warum denn nicht?“ Es ist nunmal eben so, dass die Plot Armor nicht einfach deshalb existiert, weil sämtliche Shonen-Autoren ein hinterhältiges Konglomerat gebildet haben, mit dem Ziel, euch die Spannung an den Kämpfen zu rauben. Die Plot Armor ist eben deshalb so weit verbreitet, weil sie eine wichtige, sinnvolle Funktion innehat, die diese Werke an anderer Stelle besser machen. So wie jedes Klischee.

Nimmt man die jetzt weg, ohne die Geschichte dahingehend anzupassen (die entstehenden Probleme anderweitig zu kompensieren), gibt man seine Geschichte diesen Problemen preis. Und in Anbetracht dessen, dass derartige Kompensation in Akame ga Kill nicht geschehen ist, kommt man nicht umhin festzustellen, wie dilettantisch dieses Werk eigentlich geschrieben ist. Ich will diese Probleme jetzt in nachfolgenden darstellen.

Fekin' Ninja Pirates.

Fekin‘ Ninja Pirates.

Charaktere sind Handlungsträger. Als solche haben sie einen Grund, warum sie nicht einfach sterben können – sie haben nämlich etwas in der Handlung zu erreichen. Ohne sie kann die Handlung nicht so weiterlaufen, wie sie es sollte. Zum Beispiel wenn es in Kaiji darum geht, wie der gleichnamige Charakter aus seiner finanziellen Situation wieder herauskommt, dann würde die Handlung jeglichen Sinn verlieren, wenn Kaiji irgendwann in der Mitte stirbt. Rein theoretisch könnte man mit anderen Charakteren weitermachen, aber alles bis dahin würde sich dann so vollkommen sinnlos anfühlen. Und genau deswegen sind Charaktertode in der Regel auch Plottwists.

Ich finde das Beispiel übrigens gut gewählt, da Kaiji nämlich auch zeigt, wie man die gewünschte Spannung – das Gefühl, der Main könnte hier auch verlieren – erzeugt, ohne den Main gleich abkratzen zu lassen. Das zeigt schonmal auf, dass der Autor da mehr Ahnung von seinem Fach hat.

Aber zurück zu Akame. Das Problem, dass sich aus dem Wegfallen eines Handlungspfeilers ergibt, lässt sich auf verschiedene Weisen lösen, die ich im älteren Artikel schon mal aufgezählt habe. Den Weg, den Akama ga Kill gegangen ist, ist den Charakteren von vornherein ihre handlungsstützende Funktion zu rauben. Ist euch schon mal aufgefallen, dass keiner der Charaktere irgendwie eine persönliche Ambition oder Ziele hat? Keiner hatte irgendwie einen Grund, weshalb die Handlung ihn brauchte, sie spielten keine wichtige Rolle, sie waren einfach nur…da.

Wobei, Tatsumi hatte eine. Der wollte ja sein Dorf unterstützen. Aber haha, rein zufällig ist Tatsumi auch einer, der so lange überlebt, bis er seinen Zweck erfüllt hat. Wobei das eigentlich eh kein Schwein interessiert hat, das war am Anfang mal kurz der Aufhänger, dann hat man das zwanzig Folgen lang nicht mal mehr erwähnt und am Ende wird das dann nur rein der Vollständigkeit halber noch kurzerhand abgeschlossen. Also Fun Fact, auch Akame ga Kill arbeitet mit Plot Armor, nur eben selektiver und inkonsequenter als andere Anime. Soll ich das jetzt bejubeln?

Was ich meine, wenn man diesen Weg einschlägt, dann nimmt man in Kauf, dass dann den Charakteren was Entscheidendes in ihrer Charakterisierung fehlt. Man verliert dann einen Baustein für seine Charaktere, weil man alles, was irgendwie handlungsstiftend ist, nicht mehr machen kann. Und ich muss zugeben, dass dieser Weg von allen für Akame ga Kill verfügbaren der Sinnvollste ist. Das ist an sich noch nichts falsches, würde man das wenigstens an anderer Stelle kompensieren. Aber…

Akame ga kill lässt seine Charaktere leider zu persönlichkeitsarmen Fleischklumpen – passender englischer Begriff: meatshields – verkommen. Seriously, man kann die Charaktere einer Geschichte eigentlich nicht viel schlechter schreiben als hier. Wir reden hier schließlich nicht von ein paar unwichtigen Nebencharakteren, sondern vom gesamten Cast. Man muss für keinen – ich widerhole: keinen – Charakter auch nur mehr als drei Worte verschwenden, um ihn akkurat zu beschreiben. Was, ihr meint das stimmt nicht? Na dann schaut doch mal her:

Akame Personality Chart

Quod erat demonstrandum.

Die Charaktere sind austauschbare Stereotypen, da gibt es eigentlich gar keinen Raum zur Diskussion. Sogar die Serie selbst stimmt mir da zu, als sie sich in der Mitte einfach die neuen Night Raid-Mitglieder aus dem Arsch zieht (und mehrere Male neue Gegenspieler, aber das ist nichts so besonderes). Was, uns gehen langsam die Mainchars aus? Ach Scheiß drauf, machen wir uns eben einfach neue. Es ist ja eine Sache, wenn die Handlung und Charaktere getrennt sind, aber ich habe noch keine Geschichte gesehen, deren Charaktere ihr so dermaßen egal sind.

Miserable, nebensächliche Charaktere sind an sich auch noch nicht halb so wild, würde sich die Serie nicht so extrem an ihnen aufgeilen. Fucking tragic piano. Fucking dramatic violin. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was in den verdrehten Köpfen der Verantwortlichen vorgehen muss, dass sie so etwas produzieren. Für die Handlung sind die Charaktere völlig egal, die Serie unternimmt keinerlei Anstalten, ihnen neben ihren offensichtlichen Stereotypen noch etwas an zusätzlicher Tiefe zu verleihen, es gibt einfach von der Serie keinen Grund, weshalb man sich auch nur irgendwie um den Cast scheren sollte. Und doch…!

Die einzige Möglichkeit, mit den Charakteren mitzufühlen, ist im Prinzip, indem man eine irrationale, subjektive Sympathie zu den Stereotyp entwickelt. Und das ist euch ja nicht vergönnt. Auch ich mochte Bulat, auch ich fand, Susanoo sah in seiner erwachten Form cool aus und Tsundere-Twintails sind niedlich. Aber gut ausgearbeitet waren diese Charaktere deswegen trotzdem nicht. Das Drama in diesen Ausmaßen war in dieser Serie einfach Fehl am Platz und ich könnte schreien, müsste ich das tragische Piano auch nur noch einmal hören.

Man lässt nicht einfach seine Charaktere derartig verkommen und quetscht dann die Tränendrüsen aus, so als hätte man was geleistet. Sowas ist eine Beleidigung für jeden Autor, für die Rezipienten und nicht zuletzt für die Charaktere selbst. Ich bin mir sicher, die Charaktere würden den Autor für diese Misshandlung im Jenseits nach seinem Tod dafür zusammenschlagen. Der dramatischste Tod war eigentlich der von Lubbock, weil sich um den keiner so richtig geschert hat. „Oh nein! Tatsumi wurde gefangen! Wir müssen schnell unser Leben riskieren und ihm zu Hilfe eilen! Achja und übrigens, Lubba ist irgendwie auch gestorben, dumme Sache das.“

Look at this, those are some manly tears, man!

Look at this, those are some manly tears, man!

Unlike these. Those are some girly ass tears.

Unlike these. Those are some girly ass tears.

Aber das ist nur das eine Problem. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass die Charaktere in einer Serie zu kurz kommen, aber um seine Handlung schert sich Akame ga Kill ja genauso wenig! Das muss man sich mal vorstellen, da macht sich die Serie schon die Mühe, um Charaktere und Handlung zu trennen, um die Charaktertode zu ermöglichen, und dann bekommt die Serie aber weder ordentliche Charaktere, noch eine ordentliche Handlung hin!

Denn wie gesagt, die meisten Folgen ging es eigentlich nur darum, den einen oder anderen Charakter sterben zu lassen. Das, was passiert, hat eigentlich keine Auswirkungen auf die Handlung, schließlich hat die Serie ja mehrmals gezeigt, dass sie auch bereit ist, sich jederzeit neue Charaktere hinzuzufügen, wenn das grad notwendig ist. Wisst ihr, normalerweise bekommt man in einer solchen Serie extra am Beginn eines Arcs alle Gegenspieler gezeigt, also wenn das zwölf sind, und sie haben bereits neun besiegt, dann kann man daraus schließen, dass die Handlung schon recht weit fortgeschritten ist.

Bloß bei Akame zieht das leider nicht, schließlich erfinden sie andauernd neue Wegwerf-Villains, und das nicht mal mit einer guten Begründung. Was denn, Night Raid hat Esdeath’s Top-Elite besiegt? Stellen wir eben eine neue Gruppe zusammen, die aus random Leuten von überall her besteht, die rein zufällig auch alle Imperial Arms haben. Ach übrigens, der Minister hat dann noch diese superstarke Spezialtruppe, und wir haben die bisher mit noch keinem Wort erwähnt, aber die können euch auch ohne Imperial Arms fast fertig machen, obwohl wir euch erst erzählt haben, dass das überhaupt nicht geht. Ach übrigens, es gibt da dann auch noch diesen Generalstypen und der ist fast genau so stark wie Esdeath, aber von dem erzählen wir euch erst jetzt.

Ich meine, das ist echt nicht zu viel verlangt, dass die einem das mal eher erzählen. Sowas schadet auch echt der Konsistenz der Serie, aber davon kann in Akame von Vornherein keine Rede sein. Was ich damit sagen will ist, dass Akame ga Kill dieses Neuerfinden von Gegnern beliebig oft hätte wiederholen können und es gibt deshalb auf der Handlungsebene keinen Grund, weshalb wir uns um den Ausgang des aktuellen Kampfes scheren sollten. Im Prinzip müssen wir die Handlung von Akame ga Kill so bewerten:

Folge 1: Exposition
Folge 2: Exposition
Folge 3: Filler
Folge 4: Filler
Folge 5: Filler
Folge 6: Filler
Folge 7: Filler
Folge 8: Filler
Folge 9: Filler
Folge 10: Filler
Folge 11: Filler
Folge 12: Filler
Folge 13: Filler
Folge 14: Filler
Folge 15: Filler
Folge 16: Filler
Folge 17: Filler
Folge 18: Filler
Folge 19: Filler
Folge 20: Filler
Folge 21: Filler
Folge 22: Filler
Folge 23: Finale
Folge 24: Epilog

Die Serie hätte zwölf Folgen haben können, oder 72, oder mehr, es wäre völlig egal gewesen. Für ganze 20 Folgen rankte sich die Serie quasi nur um episodische Einzelschicksale dieser Wegwerf-Charaktere. Da hat die Serie ein potenziell so interessantes Setting und dann geht es die meiste Zeit über um das Leben und Sterben dieses einem Elements, was sich die Serie so verbockt hat! Da hätte man eigentlich genauso gut einen Anime über Einweg-Taschentücher oder PET-Flaschen machen können.

Und stehe ich eigentlich damit alleine da, dass der Zeichenstil, besonders bei den Köpfen, irgendwie hässlich ist?

Und stehe ich eigentlich damit alleine da, dass der Zeichenstil, besonders bei den Köpfen, irgendwie hässlich ist?

Und wofür das alles? Letztlich haben sie dadurch nicht mal was gewonnen. Um die Brücke zu schlagen, im Endeffekt sollte das Wegnehmen der Plot Armor die Kämpfe interessanter machen. Nun wird das nicht nur dadurch geschmälert, dass mir weder die Charaktere noch die Handlung einen Anlass geben, warum ich mit dem Ausgang des Kampfes mitfiebern sollte. Sie haben sich das zudem noch mit einer ziemlich dilettantischen Ausführung verbockt.

Dies aus zwei Gründen: Erstens hat man irgendwann kapiert, was die Hauptmotivation der Serie ist, und dann kommt ein Charaktertod eben nicht mehr als die gewünschte Überraschung. Man merkt auch ziemlich schnell, dass die Tode immer nach dem selben Schema ablaufen. Es stirbt nämlich in jedem großen Kampf immer nur einer. Zusätzlich eben, dass manche Charaktere wie Tatsumi und Akame eben doch ein bisschen mehr Plot Armor haben als andere, kann man sich deshalb oft schon denken, wann jemand stirbt und wann nicht.

Am wichtigsten jedoch, dass diese Serie einfach nicht mit Death Flags umzugehen weiß. Das hat man eben davon, wenn man seine Charaktere so charakterstark wie ein benutztes Taschentuch hält, dann muss man eben im letzten Moment eine Hintergrundgeschichte nachliefern, damit man wenigstens ein bisschen Grund für einen dramatischen Abgang hat. Die Ironie ist eigentlich köstlich, dass man in dieser Serie um ein benutztes Taschentuch weinen soll. Aber dafür sind mir meine echten Taschentücher dann doch zu schade.

Das klappt bei Sheele, egal ob Bulat oder Kurome, das funktioniert, wenn Lubba sich vornimmt, Najenda seine Liebe zu gestehen und wenn Bols uns seine Frau und Kinder zeigt. Alle Charaktere, die auch nur ein bisschen einen Schatten werfen, sind in derselben – oder wenn der Kampf sich zieht – ein bis zwei Folgen später tot. Und bei so billigem Foreshadowing weiß man zwar noch nichts sicher, aber man kann sich mit ein wenig Grips den wahrscheinlichen Ausgang schon denken.

Was das Fass aber den Boden ausschlägt, sind diese grotesk dämlich gewählten Episodentitel. Wer nur, wer kam auf diese bescheuerte Idee, die Episodentitel folgendermaßen zu wählen:

Episode 11: Kill the mad scientist
Episode 16: Kill the puppets
Episode 22: Kill the little sister
Episode 23: Kill the emperor

Also wirklich nichts für ungut, aber wer bei solchen Episodentiteln nicht in der Lage ist, vorherzusehen, wer in dieser Folge das Zeitliche segnen wird, der ist blind. Jetzt mal ohne Scheiß, warum spoilern die ihre eigene Serie, wo doch Leben und Tod der Dreh- und Angelpunkt ist? Haben die eigentlich jeden gesunden Menschenverstand verloren? Ich begreife das einfach nicht.

Ich nehme mir an dieser Stelle mal Zeit für einen Zwischenfazit. So weit (zu weiteren Eigenschaften komme ich noch später, gemach, gemach) haben wir einen klassischen Shonen mit einer gewichtigen Neuerung. Der positive Aspekt dieser Neuerung wird komplett durch eine miserable Umsetzung zunichte gemacht, gleichzeitig wird das Konzept durch belanglose Handlung und belanglose Charaktere geschmälert. Und dieses Element, dem man dadurch praktisch nichts abgewinnen kann, macht etwa 80% des Anime aus. Wir haben damit rein rechnerisch genug Anlass vorliegen, um der Serie mit Fug und Recht eine 2/10 zu erteilen.

I'm disappointed, Akame ga kill.

I’m disappointed, Akame ga kill.

Ich möchte die Gelegenheit jetzt nutzen, um jetzt das Thema Charaktertod abzuschließen und danach auf Akame ga Kill zurückzukommen (und auf die Punkte, die nichts mit diesem Thema zu tun haben). Akame ga Kill hat in diesem Aspekt also echt versagt, aber hätte man es überhaupt besser machen können? Und wenn ja, was macht denn einen guten Charaktertod aus?

Ich sehe zwei Möglichkeiten, einen Charaktertod erst mal möglich zu machen. Das Ziel ist ja, dass man von dem Tod überrascht und auch irgendwie bestürzt ist, aber ohne, dass die Handlung dadurch gleich zusammenbricht. Diesen Handlungsaspekt hat Akame ga Kill ja noch ganz gut gelöst. Entweder, man teilt das Handlungsziel auf mehrere Charaktere auf, sodass es gar nicht so tragisch ist, wenn einer dieser Charaktere wegfällt. Sozusagen existieren die Charaktere dann gar nicht mehr als Individuen, sondern nur als Kollektiv, Night Raid als Ganzes ist quasi erst ein Vollwertiger Charakter.

Einfach ausgedrückt also, damit ein Charakter sterben darf, braucht man zuallererst ein größeres Arsenal an Charakteren. Mehr Chars, als prinzipiell notwendig wären, dann kann einer auch die Rolle eines toten Charakters aufnehmen. Diese Voraussetzung ist eigentlich in fast allen Shonen gegeben, weshalb es vielleicht auch so frustrierend ist, dass so oft dann doch niemand das Zeitliche segnet – weil man sich mit Situationen konfrontiert sieht, in denen ein solcher Charaktertod gut und möglich gewesen wäre.

Die zweite Möglichkeit, einen Charaktertod zu ermöglichen, ist, wenn der Charakter von vornherein keine tragende Rolle innehat – das funktioniert dann auch bei weniger Charakteren. Zum Beispiel kann man in der Regel in einem RPG keinen spielbaren Charakter sterben lassen (hier wegen Gameplay), einen NPC aber schon. Je weniger wichtig ein Charakter ist, umso weniger Probleme macht einem der Tod desselben Probleme.

„Nicht so tragisch“„weniger wichtig“. Aufmerksame Leser werden bei der Wortwahl schon festgestellt haben, dass dieser Aspekt anscheinend das Ziel, den Rezipienten emotional zu treffen, negativ beeinflusst. Wen juckt schon ein unbedeutender Nebencharakter, nicht wahr? Gleichermaßen tut es auch der Überraschung einen Abbruch, wenn man einen Charaktertod potenziell handungstechnisch „möglich“ macht, weshalb ich auch erst zu dem Schluss kam, dass man einen Charaktertod eigentlich nur falsch machen kann.

Nettes Schwert.

Diese drei Variablen – Handlungsstabilität, Dramatik, Überraschung – funktionieren quasi wie die Winkel eines Dreiecks. Umso größer man den einen Winkel macht, umso kleiner werden die anderen beiden. Den Gewinn könnte man als des Dreiecks Flächeninhalt beschreiben, der am größten bei mittleren Winkeln ist. Nun wird vielleicht auch deutlicher, was bei Akame ga Kill so kolossal falsch läuft, die Serie hat quasi den Handlungsregler auf MAX gestellt und damit die anderen beiden auf MIN. Das Ergebnis ist ein kleinflächiges, hässliches Dreieck.

Die schönsten Dreiecke sind natürlich die Gleichseitigen, idealerweise stehen also alle Regler ziemlich nah an der Mitte. Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit, den Flächeninhalt größer zu machen, ohne dabei die Winkel zu verändern – nämlich über die Seiten. Das ist aber ziemlich kompliziert, da alles ineinander passen muss. Sprich, man kann auch das Gesamtbild verbessern, ohne dabei diese Regler in Unverhältnisse zu schubsen.

Und zwar gelingt das über den Trick eines guten Plottwists: Das Element dient der Vorbereitung eines Charaktertods, ohne es aber als solchen aussehen zu lassen. Nehmen wir das am Beispiel der Dramatik. Geben wir inmitten der Handlung dem Charakter auf einmal eine traurige Hintergrundgeschichte, kurz bevor wir ihn umbringen wollen, so fällt dies dem Leser auf und ist als Death Flag erkennbar. Besitzt der Charakter aber seine Geschichte von Anfang an, und alle anderen Charaktere besitzen in dem gleichen Maße Tiefe, so interpretieren wir das gleiche Element ganz anders, nämlich als Charakterisierung.

Man kann auch einen Rezipienten mit dem Tod eines Charakters emotional treffen, ohne dass dieser Charakter eine konkrete Handlungsrelevanz aufweist (Notiz: ganz unabhängig davon bekommt man es aber nie; auch diese Zusätze entschuldigen klein Ungleichgewicht), nämlich indem man dem Charakter eine emotionale Bedeutung zukommen lässt. Auch dies erreicht man am besten, indem man den Charakter Tiefe verleiht, oder indem man den Charakter für die Rezipienten sympathisch macht.

Ich denke damit ist jetzt endgültig das Problem mit Akame ga Kill klar. Die Serie geht bei der Handlungseffizienz in die Vollen, unternimmt aber keinerlei Anstalten, diese Effizienz irgendwie einzusetzen, um eine gute Handlung zu erzielen. Auch tut die Serie gar nichts, um irgendwie einen dramatischen Effekt zu erzielen (außer vielleicht ein paar Comedy-Momente und Cuteness, die wir ohnehin immer dabei haben), verfolgt aber dennoch eine dramatische Absicht. Somit sind eigentlich alle Variablen in dieser Serie zu ihrem Ungunsten verschoben.

That's what he said.

Wunderbar. Nachdem ich dies nun hoffentlich endgültig geklärt habe, möchte ich jetzt auch zu den Dingen kommen, die nichts mit Charaktertoden zu tun haben. Zuallererst will ich auch mal ein paar positive Dinge nennen, nachdem ich die Serie in genau 3333 Worten schlechtgeredet habe. Aber nicht alles, was braun ist, ist auch tatsächlich Scheiße.

So belanglos, wie ich die Kämpfe auch halte, so muss ich doch sagen, dass darin Ansätze eines „besseren“ Shonen zu erkennen waren. Damit meine ich zum Beispiel, dass die Ideen für die jeweiligen Superkräfte zum Teil echt originell waren. Das sieht man zum Beispiel schon am Hauptcharakter, schlagt mich, aber ich fand es eigentlich recht besonders, dass der nicht einfach die ganze Serie ein random Schwertkämpfer war, sondern eine Rüstung bekam und dann hauptsächlich mit einem Speer gekämpft hat.

Auch die meisten anderen, das waren nicht alles einfach nur die gewohnten Fantasy-Kräfte wie ein Feuermagier oder die Heilerdame, ja sogar die weiblichen Chars hatten das Kämpfen in dieser Serie echt drauf. Und das ist gar nicht so selbstverständlich. Es gab auch zum Teil wirklich lahme Sachen wie Bols Flammenwerfer oder das Kosmetik-Set, aber überwiegend waren da schon echt gute Sachen dabei.

Gerade zum Beispiel den Kampf gegen Stylish fand ich echt cool. Oder bei Mine vs. Justice-chan, obwohl sich bei mir zu dem Zeitpunkt schon echt Ernüchterung eingestellt hatte und ich die Serie nur nicht gedroppt habe, weil das bei nur noch fünf Folgen eh keinen Unterschied mehr gemacht hat, musste ich doch zugeben, dass der Kampf, so belanglos wie er für Charaktere und Handlung war, doch echt was hermachte. Man hat sogar von Mines Emo-Railgun innovativen Gebrauch gemacht.

Auch waren die Animationen oft anschaulich. Sie waren zwar jetzt auch nicht Top Tier, aber es hat auch nie sichtbare, unangenehme Sparmaßnahmen gegeben. So muss ich sagen, auch wenn das Konzept von Akame ga Kill echt gesuckt hat und die Serie quasi nur aus 20 Folgen Filler bestand, so waren das wenigstens originelle und recht hübsche Filler. Sogar der Liebeskram mit Esdeath, auch wenn der furchtbar konstruiert gewesen war, haben sie diese eigentlich doch ziemlich nette Idee auch ganz gut ausgeführt. Ich finde fast, das war eigentlich das Beste an der ganzen Serie. Und dann gibt es noch die Idee, Wave als Tatsumi-Kopie einzuführen, um zu veranschaulichen, dass es ihm unter anderen Umständen auch ganz anders hätte ergehen können. Diese Pluspunkte muss ich Akame ga Kill schon lassen.

Die Kleine weiß, wie man sich einen Kerl angelt.

Die Kleine weiß, wie man sich einen Kerl angelt.

Weniger positiv sehe ich das Ganze komödiantische rumgealbere der Charaktere. An sich fand ich den Comedy-Aspekt ziemlich durchschnittlich, aber es hat sich doch eben unangenehm mit den versucht ernsten Szenen geschnitten. Man konnte auch dadurch dann die Kämpfe irgendwie nicht mehr ernst nehmen, zumal sie manchmal sogar mitten in den ernsten Szenen rumalbern mussten. Sowas zeigt auch ein wenig, dass der Autor nicht so richtig wusste wohin mit seiner Schaffenskraft.

Genau das Problem zieht sich auch durch andere Bereiche des Anime – der Autor kann einfach nicht sonderlich gut schreiben. Das geht beim Setting los, das uns erst schlaghammerartig vor Augen führt, wie BÖSE® und KORRUPT™ die Hauptstadt doch ist, nur um uns dann später mit den Jaegers zu kommen und so zu tun, als gäbe es zwischen den Parteien kein „gut“ und „böse“, sondern nur die einen und die anderen. Das Verhalten vieler der Gegenspieler ergibt so direkt mal gar keinen Sinn, ganz besonders stark ist das ja bei Justice-chan, deren einzige Begründung, wieso sie nicht gemerkt hat, dass ihr Mentor ein vergewaltigendes Arschloch ist, war dass sie sowieso einen an der Klatsche hatte.

Auch wäre da zu nennen, wie Esdeath schön konstruiert genau Tatsumi als idealen Mann betrachtet (wirklich, ich würde mich nicht mal wundern wenn sie Esdeath einfach das Blatt, wo Tatsumis Charakterkonzept draufstand, vorlesen ließen). Das wäre auch noch halb so wild, hätte sie nicht mit Wave die ganze Zeit über einen Tatsumi in Blau direkt vor der Nase gehabt. Nicht zu vergessen, wie die Serie bereitwillig immer wieder ihre eigene innere Logik über den Haufen wirft (Imperial Arms User kämpfen immer bis auf den Tod, nur Imperial Arms User haben eine Chance gegen Imperial Arms User, etc.)

Das alles bestärkt meinen Eindruck von einem ambitionierten Grünschnabel-Autor, der zwar Ideen hat, aber einfach nicht sonderlich gut schreiben kann. Vielleicht wird er ja mit ein bisschen Erfahrung irgendwann eine originelle, düstere Geschichte zusammenschreiben können. In diesem Werk steckten aber einfach noch zu viele Probleme im Writing. Ich schließe den Artikel ab mit meiner Bewertung:

Handlung: 1/5
Charaktere: 2/5
Action: 4/5
Comedy: 3/5
Drama: 1/5
Romance: 3/5
Fanservice: 2/5
Atmosphäre: 2/5
Animationen: 4/5

Durchschnittlich umgewertet eine 43%.

Und zu guter Letzt: Lang lebe BEST BOI! ...oder auch nicht.

Und zu guter Letzt: Lang lebe BEST BOI!
…oder auch nicht.

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22 Kommentare zu “Plottwist: Akame ga Kill ist Mist

  1. Eisigerhauch sagt:

    Klasse Artikel. auch wenn ich dir in einem Punkt widersprechen möchte. Bols war als Nebencharakter relativ gut -im Vergleich- geschrieben. Der Autor hat, wahrscheinlich unfreiwillig, die Charakterisierung durch die Comedy Elemente während der Einführung voran getrieben. Bei Bols hatte wir somit sofort einen Charakter dessen Handlung ein Mitfiebern ermöglicht hat.
    Natürlich war der Charakter genauso eindimensional wie alle anderen auch, aber er hatte doch einen Grad von Eigenwahrnehmung die in eine Zwangssituation eingebunden war, was ihn -zumindest aus meiner Sicht- interessanter erscheinen ließ.

    Dann noch ein paar Anmerkungen zum Thema Charakter-Tod Dreieinigkeit.
    Ein Charakter-Tod kann einerseits wirksam sein, wenn er mit unseren moralischen Vorstellungen spielt, egal wie unwichtig der Charakter für die Handlung ist kann er ja wichtig für die Atmosphäre sein.
    Ein Beispiel wäre hier der Tod von Kindern in einer Naturkatastrophe, während gleichzeitig alte Menschen überleben, es kann den Anschein erwecken das dies unfair ist. Es zeigt uns gleichzeitig, dass sich die Naturkatastrophe überhaupt nicht für unsere moralischen Vorstellungen interessiert – wie auch immer diese nun ausgeartet sind. Sie kann einfach jeden treffen, wie eben auch der Tod in unserer Welt/Realität.

    Zum anderen kann ein Charakter-Tod auch dann wirksam sein, wenn er z.B. eine Mentor Figur trifft. Diese Figur ist nur ein indirekter Handlungsträger, der die eigentlichen Handlungsträger beeinflusst. Ein solcher Tod verändert nicht das Ziel der Handlung, auch handelt es sich nicht zwangsläufig um einen Plottwist, aber er kann die Mentalität der Charaktere verändern, deren Herangehensweise oder auch die Narrative eines gesamten Werkes.
    Man könnte argumentieren, dass es sich hierbei um einen Plottwist handelt. Nehmen wir einfach an, dass wir von Anfang diesen Tod erwarten, dann macht es ihn nicht automatisch unwirksam. Wenn uns die Möglichkeit gegeben wird den Charakter kennen-zulernen, dann haben wir auch die Möglichkeit eine Sympathie zu ihm aufzubauen und Erwartungen zu dem Einfluss den der Tod auf die eigentlichen Handlungsträger hat zu konstruieren. Dabei kann sich eine Spannung schon allein durch unsere Vermutungen aufbauen.
    Es ist im Endeffekt egal ob unsere Vermutungen zutreffen oder auch völlig ins Blaue schießen, solange wir Mitfiebern können wie sich der Tod auswirken kann oder wie es letztendlich zu diesem kommt.
    Konnte der Charakter seine Ziele erreichen oder ist er zum Scheitern verdammt?
    Ohne einen Plottwist einzubauen, kann ein Charakter-Tod also auch zum anderen wirksam sein, wenn wir schon wissen das dieser eintrifft.

    • StarlinM00N sagt:

      „Bols war als Nebencharakter relativ gut -im Vergleich- geschrieben.“
      Ich würde sagen, was du da sagst, kann man in der Tat so stehen lassen. Die Situation von Bols war zumindest komplexer als von den anderen Gurken und kann man jedenfalls so, wie sie dargestellt wurde, akzeptieren. Damit meine ich dieses, dass er auch für das Reich getötet hat und dafür Reue verspürt, dieser Gedanke mit seiner Familie und das alles – das ist im Gesamtbild auch nicht stimmig, da wir im Vornherein von der abgrundtiefen Schlechtigkeit der Hauptstadt ausgehen müssen und damit einfach nicht klar ist, warum Bols hierbei überhaupt mitgemacht hat. Aber das wird dann einfach der Imagination des Lesers überlassen, was vielleicht auch gar keine so schlechte Idee war, denn so erhält Bols wenigstens auch mal ein bisschen was an Persönlichkeit und dieser Widerspruch war ja ohnehin gegeben.

      Ich würde vielleicht auch noch bei 1-2 anderen Charakteren Zugeständnisse machen, aber das macht dann den Speck auch nicht fett, sondern führt lediglich dazu, dass ich bei Charakteren nicht gleich eine 1/5 habe stehen lassen.

      „egal wie unwichtig der Charakter für die Handlung ist kann er ja wichtig für die Atmosphäre sein“
      Ja, ich würde auch nicht sagen, dass dies die einzige Möglichkeit ist, damit die Leser oder Zuschauer was auf die Charaktere geben, es ist aber auf jeden Fall ganz zuträglich (wenn nicht sogar entscheidend), wenn der Charakter in der Handlung wenigstens was „zu suchen“ hat.
      Leider hat Akame ga Kill auch abseits nur wenig getan, um den Charakteren irgendwas an Wert (sei das moralischer oder was auch immer) zu geben. Bols hatte Frau und Kinder, Lubbock wollte seiner Liebe gestehen, Scheele hatte eine traurige Kindheit, buhu. Das sind alles so richtig standardmäßige Methoden, die auch so richtig schön zeigen, wie wenig Einsatz hinter diesen Versuchen steckt.

      „Zum anderen kann ein Charakter-Tod auch dann wirksam sein, wenn er z.B. eine Mentor Figur trifft.“ und
      „Man könnte argumentieren, dass es sich hierbei um einen Plottwist handelt. “
      Und genau das würde ich tun. Selbst wenn wir den Tod der Mentor-Figur vorhersehen (da sie ja eine festgelegte Station des Hero Journeys ist), solange die Person lebt, können wir uns ja vorstellen, wie die Handlung verlaufen würde, wenn dieser Charakter weiterlebt. Außerdem stellt sich oftmals ja immer noch die Frage wann und wo, weshalb wir nicht einfach den genauen Handlungsverlauf mit dem Charaktertod vorhersehen können.
      Das ist meine Meinung dazu, zum Rest habe ich nichts hinzuzufügen.

  2. Baphomet sagt:

    Was überraschende und wirksame Charaktertode angeht, können sich alle von Mitsuru Adachi eine Scheibe abschneiden. Dieser weiß echt zu überraschen, bei „H2“ war das noch gar kein Ausdruck.

    Was er da gemacht hat: er hat erstens lange damit gewartet und zweitens einen Charakter in einem Setting sterben lassen, das normalerweise keinen Charaktertod bieten kann.

    • StarlinM00N sagt:

      Das klingt für mich ganz danach, als hätte man den Überraschungsregler weit hoch und den Handlungsregler weit runter gestellt. Viel mehr kann ich bei so wenig Informationen nicht beurteilen, also wenn du das sagst…

      • Baphomet sagt:

        Ganz recht. In meinem Beispiel trägt der Tod eines Nebencharakters nichts zur Handlung bei (hätte überhaupt nicht sein müssen), überrascht aber sehr und wirkt damit auf den Leser. Das ist die Sorte „wirksam“. Es ist aber immer noch besser als das, was viele Anime sonst praktizieren.

  3. TheRealWinston sagt:

    Nunja, streng genommen hatte schon Dragonball (Z) keine Plotarmor (das ganze wurde dann aber durch die „Plotreserruction“ wieder revediert, naja).
    Man muss aber der Serie mit ihren ganzen Toten von „Mainchars“ irgendwie zu gute halten, das sie es geschafft hat, das auch konsequent durchzuführen. Ich kenne einige Anime/Manga/Whatever-Serien die einen auf dunklen Unterton machen und es immer heißt, das sogar Hauptpersonen eventuell das zeitliche Segnen können, die aber sich dann nur darin entwickeln, das bei den Kämpfen halt der Mainchar ohne Probleme Tausende Gegner auf einmal killt, also random noname Unterlinge, oder so… und dann auch immer nur welche auf Gegnerseite…(Berserk und Übelblatt als Beispiel)
    Und zudem kam im Anime auch keine Plotreserruction vor, was ich auch konsequent finde. Beim Manga, steht das noch in den Sternen, da aber das Ende vom Anime, vom Mangaautor selber stammt (soweit ich weiß), stehen die Zeichen diesbezüglich gut.
    Aber dafür hat halt die Serie deine aufgeschriebenen Probleme, weswegen die ganzen Tode dann doch relativ bedeutungslos werden. (und hat Akame irgendwelchen Zweck in der Serie, außer wenn man von Kämpfen absieht, aber Storytechnisch?)
    Ach ja, meine Eindrücke stammen weitestgehend nur vom Manga, den Anime habe ich nicht gesehen, höchstens beiläufig was aufgeschnappt, da der Anime aber weitestgehend den Manga verfolgt (wenn man vom Anime only Ende dann absieht) decken sich die Eindrücke doch ziemlich mit dem, was ich vom Manga habe. Und weitergelesen habe ich schon lange nicht mehr.

    • StarlinM00N sagt:

      „Nunja, streng genommen hatte schon Dragonball (Z) keine Plotarmor (das ganze wurde dann aber durch die “Plotreserruction” wieder revediert, naja).“
      ……….hm………….
      Ich kenne da nur vereinzelte Folgen von RTL2…gestorben war da…..glaube ich……niemand…….
      …aber ist ja auch egal.

      „Man muss aber der Serie mit ihren ganzen Toten von “Mainchars” irgendwie zu gute halten, das sie es geschafft hat, das auch konsequent durchzuführen. “
      Ich wäre ja auch echt bereit, dieses Element als etwas Positives anzusehen, würde man das dann nicht so billig ausführen, dass man letztlich nichts davon hat. An sich hätte daraus eine gute Serie werden können.

      „Und zudem kam im Anime auch keine Plotreserruction vor, was ich auch konsequent finde.“
      Maximal war es ziemlicher Bullshit, dass „teasing titties“ einmal einen Arm verlor, dann durch pure Willenskraft die Blutung in ihrem Arm stoppte, und später sich den Arm wieder hat anwachsen lassen.
      Ich sehe die Szene zumindest nicht so kritisch – immerhin hat man da mal einen Moment eingebracht, wo man echt dachte, die geht jetzt drauf und kriegt dann aber doch noch die Kurve. Nur halt eben auf die typisch-schlecht gechriebene, einfallslose Art und Weise, wie wir es von dieser Serie gewohnt sind…

      „hat Akame irgendwelchen Zweck in der Serie, außer wenn man von Kämpfen absieht, aber Storytechnisch?“
      Sie ist………also sie hat….sie ist………..sie kommt im Opening vor…und ihr Name steht im Serientitel…und……..sie ist……………da.
      Ich glaube sie ist wie eines dieser Maskottchen, die manche Sportteams haben. Sieht schön aus und malt man sich gerne auf die Fahne, aber so richtig einen Grund, warum die dabei sind, gibt es nicht.

      • TheRealWinston sagt:

        „“Nunja, streng genommen hatte schon Dragonball (Z) keine Plotarmor (das ganze wurde dann aber durch die “Plotreserruction” wieder revediert, naja).”
        ……….hm………….
        Ich kenne da nur vereinzelte Folgen von RTL2…gestorben war da…..glaube ich……niemand…….
        …aber ist ja auch egal.“
        Es sterben ja auch nicht Leute am Fließband, aber es kommt doch immer wieder mal vor. Oder hast du dich nie gewundert, was es mit den „Krillin is dead memes“ auf sich hat. Aber das ist sc****egal, weil dann sammelt man halt die sieben Dragonballs und ruft Shenlong und wünscht sich, das sie wiederbelebt. Und sollte Shen Long nicht in der Lage sein, lol, Pollunga ist auch noch zur Stelle und zur Not, gibt es noch hundert anderer Möglichkeiten…

        „“Man muss aber der Serie mit ihren ganzen Toten von “Mainchars” irgendwie zu gute halten, das sie es geschafft hat, das auch konsequent durchzuführen. ”
        Ich wäre ja auch echt bereit, dieses Element als etwas Positives anzusehen, würde man das dann nicht so billig ausführen, dass man letztlich nichts davon hat. An sich hätte daraus eine gute Serie werden können.“
        habe ich auch nicht unbedingt bezweifelt

        „“Und zudem kam im Anime auch keine Plotreserruction vor, was ich auch konsequent finde.”
        Maximal war es ziemlicher Bullshit, dass “teasing titties” einmal einen Arm verlor,…“
        Also, bei der Stelle war ich noch nicht beim Manga… und mit Plotreserruction meinte ich vielmehr, das Tode nun wiederbelebt werden wie bei Dragonball (Z). Wie schon gesagt habe ich nur den Manga gelesen und Tatsumi sagt am Anfang irgendwas, das er einen Teigu finden wird, der seine Freunde wiederbelebt, seine neuen Mitstreiter haben ihn dann aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, dass es solch einen Taigu nicht gibt. Aber teilweiße hat mir diese Szene den Eindruck (bei mir) hinterlassen, das es später dann doch irgendwie eine Möglichkeit geben wird/könnte um Tode wiederzubeleben, so als eine Art Plottwist. Beim Anime haben sie das ganze, Tode bleiben Tod ja dann durchgeführt, beim Manga steht das noch in den Sternen (ist mir aber prinzipiell egal, weil ich ihn Glaube kaum weiterlesen werde)

        „“hat Akame irgendwelchen Zweck in der Serie, außer wenn man von Kämpfen absieht, aber Storytechnisch?”
        Sie ist………also sie hat….sie ist………..“

        Danke, für die Antwort, dann weiß ich soweit bescheid was mit ihr los ist.

      • StarlinM00N sagt:

        „Es sterben ja auch nicht Leute am Fließband, aber es kommt doch immer wieder mal vor.“
        Das wäre in einer Serie mit 300+ Folgen ja auch nur schwer möglich, wenn man nicht mit Wegwerfcharakteren arbeiten will.

        „Oder hast du dich nie gewundert, was es mit den “Krillin is dead memes” auf sich hat.“
        Nö. Habe das Meme ja auch noch nie gehört.

        „Aber das ist sc****egal, weil dann sammelt man halt die sieben Dragonballs und ruft Shenlong und wünscht sich, das sie wiederbelebt.“
        Hm. Also so kontrovers wie das ist, aber das finde ich innerhalb der Serie sogar noch als eine akzeptable Begründung. Immerhin weiß man ja von Anfang an, dass die Dinger wünsche erfüllen.

        „Also, bei der Stelle war ich noch nicht beim Manga…“
        Das war auch so spät im Anime, dass das schon Teil des Anime-eigenem Endings gewesen sein könnte.

        „und mit Plotreserruction meinte ich vielmehr, das Tote nun wiederbelebt werden“
        Ja, so habe ich das auch aufgefasst, wie sonst?

        “ Tatsumi sagt am Anfang irgendwas, das er einen Teigu finden wird, der seine Freunde wiederbelebt, seine neuen Mitstreiter haben ihn dann aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, dass es solch einen Taigu nicht gibt.“
        Ja du hast Recht. In dieser Serie, wo sterbende Chars quasi der Dreh- und Angelpunkt sind, wäre eine solche Entwicklung auch wirklich das Dümmste, was sie bringen können. Dann hätte die Serie wirklich eine 2er-Wertung verdient.

        • TheRealWinston sagt:

          „“Oder hast du dich nie gewundert, was es mit den “Krillin is dead memes” auf sich hat.”
          Nö. Habe das Meme ja auch noch nie gehört.“
          Nunja, innerhalb der „Serienkenner“ hat sich das ganze halt als Running Gag eingebürgert, das Krillin halt immer stirbt (wobei er in Dragonball nur einmal starb und in Z nur zweimal), vergleichbar damit, das Yamchu immer verliert…
          Gib einfach Krillin is dead bei Google Bilder ein, dann wirst du schon verstehen was ich etwa meine…

          „“Aber das ist sc****egal, weil dann sammelt man halt die sieben Dragonballs und ruft Shenlong und wünscht sich, das sie wiederbelebt.”
          Hm. Also so kontrovers wie das ist, aber das finde ich innerhalb der Serie sogar noch als eine akzeptable Begründung. Immerhin weiß man ja von Anfang an, dass die Dinger wünsche erfüllen.“
          Auch wieder war, leider nutzt sich das ganze dann doch ziemlich ab, wenn schon zum gefühlt tausendsten mal die Dragonballs dafür gerufen werden. Vorallem weil der Tod von Charakteren dann noch bedeutungsloser werden als bei Akame ga Kill. Zudem wird der Tod ja irgendwie auch taktisch ausgenutzt, im Sinne von, also ich bin jetzt Tod, ich trainiere derweil in der Unterwelt/Nachwelt und ihr sammelt inzwischen die Dragonballs damit ihr mich wiederbelebt.

        • StarlinM00N sagt:

          Okay, das klingt dann wirklich blöd.
          Solche Probleme kommen halt, wenn man Serien mehrere hundert Folgen laufen lässt.

  4. shinobakura sagt:

    So, dann widme ich mich mal deinem wall of text zu Akame.

    „Darum geht es aber nie so wirklich. …ehrlich“
    Jetzt wo du es erwähnst… Ich hatte am Ende sogar schon fast vergessen, dass die Mains ja eigentlich „nur“ irgendwelche wichtigen Leute ausschalten sollten.

    „aber letztlich hat man es für nicht mehr als einen Vorwand für generic shounen shit verwendet.“
    Ja ich denke das beschreibt es sehr genau.

    „Ich finde das Beispiel übrigens gut gewählt, da Kaiji nämlich auch zeigt, wie man die gewünschte Spannung – das Gefühl, der Main könnte hier auch verlieren – erzeugt, ohne den Main gleich abkratzen zu lassen.“
    Oh ja, der Typ weiß wirklich was er da tut. Kaiji Staffel 3, wann!?

    „Ist euch schon mal aufgefallen, dass keiner der Charaktere irgendwie eine persönliche Ambition oder Ziele hat?“
    Ja das ist mir sogar schon sehr früh aufgefallen. Der Main-Held war glaube ich sogar der Einzige, der überhaupt je einen Grund hatte etwas zu tun oder? Wobei seine beiden Freunde waren ja direkt bei Folge 1 schon tod…. Ähm…. okay vielleicht hatte er doch schon gar keinen Grund mehr für etwas. Das ist wohl auch der Grund, warum die Mains ständig nur rumalbern, wenn sie grad mal nicht kämpfen. Denn mehr können die Charaktere einfach nicht.

    „man kann die Charaktere einer Geschichte eigentlich nicht viel schlechter schreiben als hier.“
    Versteh mich bitte nicht falsch, aber ganz sicher, dass du schon genug Anime gesehen hast? Ja die Chars bei Akame sind schwach und ja das ist ganz klar ein Kritikpunkt, aber ich würde die Chars einfach als zweckmäßig sehen. Sie dienen dem Zweck, der Unterhaltung, eines Death Matches, für die Zuschauer. Und sei mal ehrlich, die meisten Anime tun eben genau das. Random-Charaktere kreieren, die nur dem Zweck einer gewissen Unterhaltung dienen. Denk mal an den ganzen Harem-Mist, da ist es sogar noch schlimmer. Ich sage jetzt nicht ein Fehler der sich ständig wiederholt macht den Fehler besser. Ich finde nur du solltest die Akame Chars nicht als ultimativ schlecht hinstellen. Denn schlechter geht immer und wird uns auch oft bewiesen.

    „Fucking tragic piano. Fucking dramatic violin.“
    Am schlimmsten war das echt bei… wie hieß sie… achja „tragic past“. Ich finde bei der haben sie wirklich richtig maßlos übertrieben, auch weil man die zu dem Zeitpunkt eh kaum kannte. Bei den anderen fand ich es jetzt aber wirklich nicht zu überzogen.

    „es gibt einfach von der Serie keinen Grund, weshalb man sich auch nur irgendwie um den Cast scheren sollte.“
    Das sehe ich hingegen ganz anders. Klar, Charaktere mit Tiefgang sind was feines und der Idealfall, aber man kann sich auch um Charaktere scheren, weil man sie einfach sympathisch, cool oder dergleichen findet. Jedoch klappt dies nie bei Charakteren, die einem gerade erst vorgestellt wurden, weswegen ich zum Beispiel auch den Tot von Scherentussi oder einigen anderen total Random fand. Andere Charaktertode gingen jedoch alles andere als Spurlos an mir vorbei. Also ich muss sagen, hier sprichst du wohl wirklich sehr für dich selbst. Denn wenn du keinen der Chars mochtest ist es klar, dass dir alles egal war. Ich mochte jedoch jedenfalls einige von ihnen, warum jetzt auch immer. Und so ging ihr Ableben nicht völlig spurlos an mir vorrüber.

    „Die einzige Möglichkeit, mit den Charakteren mitzufühlen, ist im Prinzip, indem man eine irrationale, subjektive Sympathie zu den Stereotyp entwickelt.“
    Genau das.

    „Bloß bei Akame zieht das leider nicht, schließlich erfinden sie andauernd neue Wegwerf-Villains, und das nicht mal mit einer guten Begründung. “
    Ja das fand ich auch wirklich sehr blöd. Ich meine warum nicht lieber mehr von den Gegenspielern zeigen die es schon gab? Ich meine einige von denen hatten keinen Einzigen Kampf und praktisch keine Screentime. Nur wenn sie vorkommen hätten sie halt direkt sterben müssen und damit dies nicht passiert gab es Randoms mit eigenem Design zum vorschicken und sterben lassen. Das ist wirklich ein guter Punkt warum dieses Konzept nur sehr schlecht funkioniert.

    „Ach übrigens, es gibt da dann auch noch diesen Generalstypen und der ist fast genau so stark wie Esdeath, aber von dem erzählen wir euch erst jetzt.“
    DAS war für mich auch wirklich das dümmste in der Hinsicht überhaupt! Ich meine die hypen das gesamte Anime über wie stark und gefährlich Esdeath ist und es hieß immer ohne sie hätten die voll die Chance (ach und Akame hätte die ja jederzeit töten können….) Die erwähnen aber niemals diesen mega starken General, also bis er vorkommt, nur damit die Main sterben kann, die davor alles überlebt hat und anscheinend keiner schaffen konnte, weil ihre Waffe total unfair stark war. Und dann heißt es noch: Yeah, endlich ist dieser mega gefährliche Typ weg…. den es auf einmal einfach so gab…

    „Die Serie hätte zwölf Folgen haben können, oder 72, oder mehr, es wäre völlig egal gewesen.“
    Ja, leider ist die Serie da auch nicht besser als andere Shounens. Aber aus meiner Sicht auch nicht unbedingt schlechter.

    „Und stehe ich eigentlich damit alleine da, dass der Zeichenstil, besonders bei den Köpfen, irgendwie hässlich ist?“
    Nein Stellenweise sahen die echt doof aus.

    „Also wirklich nichts für ungut, aber wer bei solchen Episodentiteln nicht in der Lage ist, vorherzusehen, wer in dieser Folge das Zeitliche segnen wird, der ist blind.“
    Ja ab einem bestimmten Zeitpunkt ging es wirklich nicht mehr wer stibt, sondern wie er stirbt. Ich hatte am Ende eh das Gefühl die Serie wollte nur noch schnell alle seine Charaktere loswerden.

    „Jetzt mal ohne Scheiß, warum spoilern die ihre eigene Serie, wo doch Leben und Tod der Dreh- und Angelpunkt ist?“
    Erinnert mich an bestimmte Serien, bei denen mal NIEMALS die Vorschau gucken sollte…

    „Das Verhalten vieler der Gegenspieler ergibt so direkt mal gar keinen Sinn, ganz besonders stark ist das ja bei Justice-chan“
    *zustimmend nickt* Aber wegen Justice-chan…

    „dass sie sowieso einen an der Klatsche hatte.“
    Ja genau das wollte ich sagen.

    „Ich schließe den Artikel ab mit meiner Bewertung:“
    Ähm… zu diesem System aus ganz vielen in meinen Augen unwichtigen Punkten sage ich jetzt mal besser nichts.

    Jetzt erst mal noch kurz was zu den anderen Kommentatoren:

    @ Eisigerhauch
    „Es ist im Endeffekt egal ob unsere Vermutungen zutreffen oder auch völlig ins Blaue schießen, solange wir Mitfiebern können wie sich der Tod auswirken kann oder wie es letztendlich zu diesem kommt.“
    Ja ich finde das ist ein Punkt den Starlin etwas unter den Tisch fallen lässt.

    @ TheRealWinston
    „Nunja, streng genommen hatte schon Dragonball (Z) keine Plotarmor (das ganze wurde dann aber durch die “Plotreserruction” wieder revediert, naja).“
    Haha so true.

    So jetzt wieder zum Artikel. Also du gehst echt auf einige Dinge ein, die auch ich zu wenig beachtet hatte. Ich will ehrlich sein, ich habe mich nur recht wenig wirklich kritisch mit dem Anime auseinandergesetzt. Einfach weil es keinen direkten Grund gab. Ich habe die Serie extrem gerne geguckt, sie hat mich gut unterhalten und ich kannte eigentlich keinen der die Serie aus meiner Sicht zu hoch oder zu nierdig bewertete. Du hast zwar ganz oft erwähnt, dass du die Serie nicht magst, aber als mehr kam es bei mir eben auch nicht an. Einfach nur als du magst sie nicht besonders. Jetzt kann ich aber endlich mal richtig nachvollziehen, warum du die Serie nicht besonders mochtest und die Gründe sind alles andere als schlecht. Sieh mir aber einfach mal nach, dass ich bestimmte Gründe für Subjektiv halte. Gegen bestimmte Dinge will und kann ich ja echt nichts sagen, weil einige Sachen liegen einfach mal klar auf der Hand und bei diesen Stellen stimme ich auch mit dir überein. Also dass die Chars und die Story schlecht sind zum Beispiel und vieles andere habe ich ja schon im Kommentar erwähnt.

    Aber die Charaktertode ziehst du aus meiner Sichr zuweit runter. Problem ist einfach, ob man mit einem Char mitfiebert/fühlt oder nicht ist oft subjektiv. Die Trauer über den Tod eines Menschen oder Charakters ist ja auch meist eher egoistisch. Wenn ein niedliches Mädchen stirbt, was ich gerne gesehen habe, finde ich das vielleicht schade, weil ich fand sie niedlich und hätte sie gerne auch weiterhin gesehen. Es muss mir dann nicht mal um die Person selber gehen, sondern nur um das was diese Person für mich lieferte. Emotionalität ensteht eben nicht direkt aus Rationalem Denken heraus. Man kann einem Menschen nicht sagen: Hey du darfst nur Trauern wenn das das und das vorher eingetroffen ist. Ich benutze jetzt das Wort Trauern als Beispiel. Damit muss aber nicht das Heulen um einen Charakter gemeint sein. Es reicht schon wenn es einen störte/kümmerte. Ja klar, ich finde es oft auch lächerlich, wenn Leute um Wegwerfcharaktere trauern, das sind für mich dann aber auch solche die echt nur 1-2 Folgen vorkamen und keinen anderen Sinn hatten als den Zuschauer trauig zu machen. Davon gab es bei Akame einige ja, aber eben nicht alle. Denn zu Beginn wusste NIEMAND wer sterben würde oder dass überhaupt ein Main sterben könnte. Also bis auf die Manga-Kenner aber die lassen wir jetzt mal außen vor. Sprich ich konnte von Anfang an Char A oder B mögen und hätte dann nie gedacht, dass der sterben könnte

    Dann fangen aber auf einmal an Chars zu sterben und ich kann dann denken: Hoffentlich erwischt es die, die ich gerne sehe nicht. Denn zu Beginn kann man die Chars noch nicht als Wegwerfmaterial ansehen und ich ändere sowas auch im Nachinein nicht. Und nein ich sehe nicht jeden Sterotype Charakter als Wegwerfmaterial an, weil sonst dürfte ich keine Anime gucken. Deswegen bin ich der Meinung du überziehst bei diesem Punkt subjektiv zu stark. Dadurch verfällt natürlich nicht die gesamte Kritk an sich, die ich wie gesagt echt sehr gut gemacht finde und ich glaube nicht, dass ich es gleich gut oder besser hätte Schreiben können.

    Deswegen also Reskept für diesen Artikel und ich hoffe viele Fans mögen ihn lesen. Trotzdem kann ich mich deiner relativ negativen Haltung zur Serie nicht komplett anschließen. Dem Großteil der Kritk aber schon.

    • StarlinM00N sagt:

      „So, dann widme ich mich mal deinem wall of text zu Akame.“
      Gleichfalls. Falls es dich interessiert, dein Kommentar ist 1645 Worte lang gewesen. Einschließlich meiner Zitate.

      „Der Main-Held war glaube ich sogar der Einzige, der überhaupt je einen Grund hatte etwas zu tun oder? Wobei seine beiden Freunde waren ja direkt bei Folge 1 schon tod…. Ähm…. okay vielleicht hatte er doch schon gar keinen Grund mehr für etwas.“
      Er wollte noch sein Dorf finanzieren. Wobei man das in der ganzen Serie wirklich nur zweimal erwähnt.

      „Das ist wohl auch der Grund, warum die Mains ständig nur rumalbern, wenn sie grad mal nicht kämpfen. Denn mehr können die Charaktere einfach nicht.“
      Hey das ist ein guter Gedanke. Ich denke das kommt sogar hin.

      „Ja die Chars bei Akame sind schwach und ja das ist ganz klar ein Kritikpunkt, aber ich würde die Chars einfach als zweckmäßig sehen. Sie dienen dem Zweck, der Unterhaltung, eines Death Matches, für die Zuschauer.“
      Das hast du sehr schön gesagt, aber der Punkt ist eben, dass sie diesen „Zweck“ dann eben nicht sonderlich gut erfüllen, aus den bereits genannten Gründen; und einen Punkt, warum die Situation mit den Charakteren hier ganz besonders schlecht ist, führe ich dir nachher noch aus.

      „Und sei mal ehrlich, die meisten Anime tun eben genau das. Random-Charaktere kreieren, die nur dem Zweck einer gewissen Unterhaltung dienen. Denk mal an den ganzen Harem-Mist, da ist es sogar noch schlimmer.“
      Tja. Ich habe aber auch schon viele – auch Anime! – gesehen, die es bedeutend besser machen. Und ich behaupte jetzt einfach, dass ich keinen Anime, bei denen es mit den Charakteren so schlimm ist wie hier, in dieser Hinsicht besser als Akame ga Kill bewerten würde, und falls ich es doch tue oder getan habe, kannst du mir diese Worte dann gerne ins Gesicht klatschen und ich korrigiere das dort.

      „Ich finde nur du solltest die Akame Chars nicht als ultimativ schlecht hinstellen. Denn schlechter geht immer und wird uns auch oft bewiesen.“
      Ich mache da ja gerne ein Zugeständnis, ich habe nämlich selbst lange mit mir gerungen, ob ich den Charakteren 1/5 oder 2/5 gebe und mich dann für 2/5 entschieden. Wenn du das so siehst (gerade die nichtssagenden Nummern hast du ja übersprungen ^^‘) ist das nämlich ein krasser Widerspruch zu meinen Worten. Aber wie Herr Hauch schon so sagte, war Bols eben ein wenig besser, der Engelstyp war auch ganz ok und Bulat hatte zwar auch kaum Persönlichkeit, aber sein Stereotyp war wenigstens ziemlich ungewöhnlich (wie viele Serien haben denn schon so einen wie den?). Das macht jetzt aber nur einen kleinen Anteil des Casts aus und ich hab deswegen mit mir echt gerungen zwischen „schlechter“ und „am schlechtesten“. Dann habe ich mich aber doch für das höhere entschieden.

      „Also ich muss sagen, hier sprichst du wohl wirklich sehr für dich selbst. Denn wenn du keinen der Chars mochtest ist es klar, dass dir alles egal war. Ich mochte jedoch jedenfalls einige von ihnen, warum jetzt auch immer. Und so ging ihr Ableben nicht völlig spurlos an mir vorrüber.“
      Ich weiß nicht, ob du das jetzt übergehst, weil es für deine Argumentation nicht zuträglich ist oder weil du es wirklich übersehen hast, aber auch ich hatte, wie ich es bezeichnet habe, eine „irrationale, subjektive Sympathie“ zu ein paar wenigen entwickelt und fand deren Tod dann wenigstens zumindest schade. Das war bei Bulat am größten, weil der schon sehr früh abgestorben ist und ich da erstens noch nicht resigniert hatte, und zweitens hieß das eben, er war für den Rest der Serie weg. Ich hätte sicher auch was für Bols empfunden, wäre der nicht wie ein Bulat-Ersatz dahergekommen (für mich auch ein Grund, warum das Charaktere-hinzu-erfinden eine dumme Idee ist) und wäre das nicht schon in der zweiten Hälfte gewesen.

      Ich stimme dir auch grundsätzlich dabei zu, was du am Ende deines Kommentars schreibst. Dass die Charaktere in Harem-Shows keinen Deut besser sind, da hast du ja Recht. Aber in diesen Serien ist der Zweck dieser Charaktere auch sehr banal. Sie sollen eben nicht mehr als süß aussehen und bestenfalls noch ein niedliches Verhalten an den Tag legen, damit Mann sich an ihnen aufgeilen kann. Dadurch sind die Charaktere zwar wie du sagst zweckmäßg, aber sie erfüllen wenigstens noch ihren Zweck.
      Aber Akame ga Kill will mehr. Ich soll mit diesen Charakteren mitfiebern und im Endeffekt auch mitfühlen – das sagen mir die ganzen dramatischen Violinen. Und damit das klappt, hätte Akame ga Kill einfach mehr tun können, hätte auch mehr tun müssen. Aber stattdessen verschwenden sie eben viel Zeit mit dem üblichen belanglosen rumgealbere.
      Was Akame ga Kill da macht, ist sich Charaktermaterial aus Japans unterster Schublade zu bedienen und sie in ein Setting zu stellen, das eigentlich Besseres erfordert. Und das ist dann eben gleich in doppelter Hinsicht schädlich. Ich denke mal, der Autor hat sich das einfach von anderen Serien seiner Zeit abgeguckt, dann seine Idee dazugetan und nicht gemerkt, dass er dann was anpassen muss.

      Noch zum Rest:

      “Die Serie hätte zwölf Folgen haben können, oder 72, oder mehr, es wäre völlig egal gewesen.”

      „Ja, leider ist die Serie da auch nicht besser als andere Shounens. Aber aus meiner Sicht auch nicht unbedingt schlechter.“
      Ich sag mal hierzu: Weniger ist bei diesem Konzept besser, und Akame ga Kill war in dieser Hinsicht ja ganz klar bei weniger als andere Shonen. Es hätte nur schlechter werden können, hätten sie versucht aus der Serie einen neuen Endlosshonen zu machen.

      “Es ist im Endeffekt egal ob unsere Vermutungen zutreffen oder auch völlig ins Blaue schießen, solange wir Mitfiebern können wie sich der Tod auswirken kann oder wie es letztendlich zu diesem kommt.”

      „Ja ich finde das ist ein Punkt den Starlin etwas unter den Tisch fallen lässt.“
      Heißt das jetzt ich bin ein schlechter Mensch, weil mich die Serie einfach nicht zum Mitfiebern veranlasst hat?

      „Du hast zwar ganz oft erwähnt, dass du die Serie nicht magst, aber als mehr kam es bei mir eben auch nicht an.“
      Lustigerweise glaube ich einen Großteil von dem was in diesem Artikel stand sogar da schon genannt zu haben, nur eben nicht so systematisch-ausführlich.

      „Emotionalität ensteht eben nicht direkt aus Rationalem Denken heraus.“
      Gegen diesen Punkt übrigens würde ich mich vehement wehren. Aber aus dem Thema müsste ich schon einen ganz eigenen Artikel machen und letztlich ist das nicht mehr als meine (gut begründete) Meinung dazu.

      „Davon gab es bei Akame einige ja, aber eben nicht alle.“
      Dazu müsste ich jetzt fragen, da du da sehr allgemein bleibst: Um welche Charaktere geht es dir denn da überhaupt?

      „Dann fangen aber auf einmal an Chars zu sterben und ich kann dann denken: Hoffentlich erwischt es die, die ich gerne sehe nicht.“
      Sowas habe ich zu Beginn auch gemacht. Leider erwischte es dann auch ausgerechnet den, welchen ich am meisten mochte, als zweites.
      Aber es bleibt eben dabei, dass man ein paar subjektiv bevorzugen konnte und dann sich mal für fünf Minuten ärgern konnte, wenn es gerade den erwischt hat. Aber dann fahren die immer wieder das tragische Piano auf…das ist, als würde einen die Serie mit erwartungsvollen Blick anstarren und sagen: Na komm! Das war doch jetzt echt dramatisch, oder? Bist du jetzt bestürzt? Na? Na? Wein doch endlich! Über sowas kann ich dann nur die Nase rümpfen und denken: Mein Mitgefühl hast du aber einfach nicht verdient! Und dann machen die das wieder, und wieder, und wieder….sogar für die bekloppten Gegner machen die das. Und selbst dann hatte die Serie noch nichts getan, warum ich diesen Charakter jetzt mehr mögen sollte als am Anfang.
      Vielleicht ist das auch der Grund, warum Bewertungen für die Serie von einem Ende der Skale bis an das Andere reichen. Letztlich kann man nur Glück haben, ob die sympathischen Chars für einen früh sterben oder nicht. Denn die Serie macht nie mehr, als immer diese Vorlieben zu bedienen.

      „Und nein ich sehe nicht jeden Sterotype Charakter als Wegwerfmaterial an, weil sonst dürfte ich keine Anime gucken.“
      Nö, Wegwerfmaterial sind die Charaktere deswegen, weil die Serie sie nunmal einfach wegwirft und dann Neue ihren Platz einnehmen. Das ist eigentlich sogar the very definition von „Wegwerfmaterial“. Überleg mal. Man wirft Taschentücher und Einwegflaschen ja nicht weg, weil sie qualitätiv scheiße oder so wären. Man benutzt sie, wirft sie weg, und holt sich dann einen neuen. Das ist der Lauf der Dinge.

      „Deswegen also Reskept für diesen Artikel und ich hoffe viele Fans mögen ihn lesen. Trotzdem kann ich mich deiner relativ negativen Haltung zur Serie nicht komplett anschließen. Dem Großteil der Kritk aber schon.“
      Na dann freue ich mich, dass ich wenigstens einen kleinen Teil zu deinem Weg zur Erleuchtung beitragen konnte.

      • DamnIt sagt:

        Wo zieht ihr euch das rein? Kommt doch gerade erst in Deutschland O.o

        • Baphomet sagt:

          Kommt doch gerade erst in Deutschland

          Stimmt nicht ganz, es gab erst einen Simulcast bei Peppermint.

          Und ganz allgemein erscheinen ziemlich viele Titel als Simulcast hier in Deutschland, manchmal sogar bei Anbietern, die einen das Zeug kostenlos sehen lassen.

      • damn2404 sagt:

        Kann mir wer sagen, wo ich einen Artikel über „Black Bullet“ finde?Die Seite hier ist neu für mich xD

        • StarlinM00N sagt:

          Du musst ein Magier sein. Nicht mal ich kann spätere Kommentare einfach so weiter oben aufploppen lassen.

          Wenn du nach bestimmten Serien suchst, ich habe oben rechts eine Suchleiste, auch wenn die nicht immer ganz akkurat ist und öfters mal zu viel Ergebnisse anzeigt.

          Einen ganzen Artikel über Black Bullet habe ich zwar nicht, allerdings hab ich ein paar Folgen in einem Saisonartikel erwähnt.

        • damn2404 sagt:

          Vllt bin ich ja ein Magier. ..wer weiß x)
          So hier ma meine Meinung zu Akame ga kill (späte Meinung).
          Mir gefallen nur wenige Anime und dieser gehört bestimmt nicht dazu. Das ist der erste Anime, bei dem ich mich gefreut habe wenn die „Guten“ sterben. (Einfach weil die Story vollkommen LANGWEILIG und NERVIG ist)
          Weiß nicht mehr genau wer sagte „die Zeichnungen von den Köpfen taugen nichts“ bin aber der selben Meinung.
          Naja aufjedenfall ist dieser Anime für mich:
          Sinnlos, langweilig und einer der schlechtestes die ich jemals gesehen habe. (Da dröhn ich mich lieber mit spongebob weg und hör meinen Zellen beim sterben zu)
          R.I.P Akame ga Kill

  5. damn2404 sagt:

    Ok, danke dir Baphomet

  6. Angel sagt:

    Ich als Lubba-Fangirl fand seinen Tod natürlich am schlimmsten, aber das ,,Witzige“ war, dass er stirbt und (wie der liebe Autor schon erwähnte) es interessiert einfach keinen. Er hat viele starke Feinde getötet und seine letzten Gedanken gingen an diese Gruppe, aber das ist ja unwichtig. Hauptsache Mr. Harem geht es gut. Päh.. *aufgebrachtes Fangirl*

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