Ein kurzer Vorgeschmack zu Dangan Ronpa

Und ich klaue überhaupt nicht einfach von irgendwoher Bilder und male mein Zeug drauf...

Die nächste Season steht schon mit einem Fuß in der Tür und ich stehe unter den Druck, diesen Artikel noch schnell fertig zu bekommen. Um Dangan Ronpa soll es gehen, einen Anime, der in ein paar Tagen anlaufen wird und über den ich euch jetzt schon Auskunft geben kann, weil ich mir mal die Demo der Vorlage angesehen habe und dementsprechend schon jetzt eine Meinung bilden konnte. Leaking Anime Reviews in Advance – Mondsternlein macht’s möglich.

Ich gehe mal anders heran als üblich und beginne damit, wo es herkommt: Die Vorlage – das Spiel – stammt von der wahrscheinlich eher unbekannteren Firma Spike-Chunsoft, die – und das dürfte euch jetzt eher interessieren – unter anderem an den ersten fünf Teilen der Dragon Quest-Reihe gearbeitet und die Pokemon Mystery Dungeon-Reihe geschaffen hat. Sie sind aber auch verantwortlich für die Spiele 999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors und Zero Escape: Virtue’s Last Reward, welche wohl eher in dieselbe Kategorie wie unser Dangan Ronpa hier zählen dürften. Wer eines dieser zwei Spiele kennt (ich hätte sie ja gerne mal gespielt), der weiß, was er ungefähr von Dangan Ronpa zu erwarten hat.

Zur Story des Spiels: Fünfzehn Schüler werden eingeladen, die Hope’s Academy zu besuchen, eine Schule, auf der nur die Besten der Besten dürfen. Aus diesem Grund sind alle Charaktere strahlende Meister ihres Faches und dementsprechend nicht selten auch skurril, aber zu den Charakteren komme ich gleich noch. Als die Schüler dort aber ankommen, stellen sie fest, dass etwas nicht stimmt: dicke Stahlplatten verschönern die Fenster, überall sind Sicherheitskameras und die Eingangstür könnte glatt zu Dagobert Ducks Tresorkammer führen. Sie fanden sich nicht in Hope’s Academy, sondern in Despair’s Academy wieder.

In der Eröffnungszeremonie schließlich erklärt ihnen der skurrile Bär, er sei ihr Prinzipal und dass die Schüler die Schule nur dann wieder verlassen dürfen, wenn sie ihren Abschluss haben – und um den zu bekommen, müssen sie einen ihrer Mitschüler ermorden. Aber anstatt, dass sie alle gleich durchdrehen und Amoklaufen, einigen sie sich zuerst auf eine Art Waffenstillstand – es bleibt jedoch stets die Frage offen, wer auch tatsächlich vorhat, sich an diesen zu halten, und wer insgeheim schon seine Flucht plant. Es geht also nicht einfach um stumpfe Gewalt, sondern darum, sich in die anderen Charaktere hineinzuversetzen und zu erkennen, wer lügt und verrät, wer dich als potenzielles Opfer oder als Verbündeten sieht und nur noch auf den passenden Augenblick wartet – denn sie dürfen dabei nicht erwischt werden

Das Spiel hat einen recht gewöhnungbedürftigen Pseudo-2D-Stil.

Die Charaktere wirkten allesamt verschieden und recht interessant, lediglich die Vorstellung des Hauptcharakters, dessen Besonderheit es ist, außergewöhnlich gewöhnlich zu sein, war ausgesprochen plakativ. Die anderen aber sind zum Teil  ziemlich ausgefallen und manche von ihnen springen sogar schon bei der Begrüßung aus ihrem Stereotyp heraus (wie der Profisportler, der lieber Rockstar sein will, das Model mit dem hässlichsten Grinsen, das ich bisher gesehen habe oder die paranoide Schriftstellerin), wodurch sie dann zwar nur in einen anderen Stereotyp reinspringen, aber gut. Letztlich kommt es darauf an, was sie mit diesen Charakteren machen.

Wenn der Cast größer als vier bis sechs Leute ist, dann weiß man, dass jemand sterben wird. Gut ist schon mal, dass man den Charakteren nicht auf den ersten Blick ansieht, wen es erwischt und in welcher Reihenfolge. Der Hauptcharakter wird natürlich nicht ohne seine Plot Armor aus dem Haus gegangen sein, Sympathiegefälle gibt es natürlich auch, aber ich höre von diesen Spielen viel gutes, sodass ich mir zumindest inhaltlich ein paar Erwartungen erlaube. Einiges, zum Beispiel der Gameplay-Anteil, wird in Anime natürlich verloren gehen.

Was die Ausführung angeht angeht, gab es Gutes wie Schlechtes zu vermerken. Der Zeichenstil ist ausgesprochen frisch und recht ungewöhnlich und empfand ich als ziemlich hübsch anzusehen. Der Schreibstil hingegen war kaum nennenswert, ich habe aber auch schon schlimmeres gesehen. Stilistisch zeigt sich Dangan Ronpa sehr bunt und sie versuchen heftig, exzentrisch zu wirken – mir kam es ein wenig so vor, als hätte sich da jemand Atlus zum Vorbild genommen. Und hey, der Soundtrack klingt sogar fast wie direkt von P4 geklaut.

Character Roster

Zum Schluss mein Eindruck und was ich von dem Anime erwarte. Bei einem Spiel braucht es natürlich eine Spielfigur, die man steuern kann, aber ein Anime hätte sowas nicht nötig. Man könnte also aus der Ego-Perspektive des Spiels eine Iso-Perspektive machen und das Geschehen von außen betrachten. Das hätte sicher eine größere Spannung und Dynamik, aber dafür sehe ich ehrlich gesagt nur wenig Chancen. Sie werden sich wohl eher größtenteils an die Vorlage halten, als würde man einen optimalen Playthrough durchspielen.

Als problematisch sehe ich die Umsetzung. Gerade bei dem Stil habe ich ein wenig Zweifel, dass das Adaptionsteam ihn ordentlich rüberbringen wird. Dann haben wir die Beschränkung auf dreizehn Folgen – das wäre, wenn wir es mathematisch angehen, mindestens ein Tod pro Folge. Auch wenn ich nicht genau weiß, wie lang das Spiel letztlich war, wirkt das Zeitfenster für mich etwas eng. Wenn sie da ihre Prioritäten falsch setzen, und wir haben ja schon bei P4 gesehen wie gut das bei Anime funktioniert, kann da auch einiges schiefgehen.

Inhaltlich hat die Serie jedenfalls Potential und von den Charakteren mag ich einige jetzt schon ganz gerne, besonders Byakuya, Touko, Celes und Kyouko haben mir gefallen. Was der Anime letztlich daraus macht, werden wir in den nächsten Wochen sehen. Ich hätte das Spiel ja gerne weitergespielt, aber leider war mir das vergönnt. Ob der Anime einen guten Ersatz für das Spiel hergeben wird? Ich bin da skeptisch.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s